Ethnografische Sammlungen in einer ländlichen Villa, historische Bauwerke und Wege am Lago della Stua setzen in Cesiomaggiore unterschiedliche Schwerpunkte. Kulturgeschichte reicht hier von Alltagsüberlieferungen bis zu einem archäologischen Meilenstein; in der Landschaft stehen Uferwege und Höhenwanderungen zur Auswahl.
Museum und Alltagsüberlieferungen
Das Museo Etnografico Dolomiti befindet sich in einer Villa auf dem Land aus dem 19. Jahrhundert, die früher den Grafen Avogadro degli Azzoni gehörte. Seine Sammlungen umfassen traditionelle Handwerkskunst, häusliche Tätigkeiten, religiöse Praktiken, Kleidung, Migration und Primärtätigkeiten. Zeitlich reichen die Bestände vom 18. bis zum 21. Jahrhundert. Damit stehen unterschiedliche Seiten des Lebens und Arbeitens im Mittelpunkt, von handwerklichen Tätigkeiten bis zu religiösen Praktiken.
Eine weitere Perspektive bietet das Tonarchiv des Museums. Es umfasst Tausende von Aufzeichnungen mit Märchen, Legenden, Liedern und mündlichen Zeugnissen über Ammen, Migration, Hirten, Almwirtschaft, handwerkliche Tätigkeiten und Ernährungstraditionen. Das Archiv ist auf Anfrage konsultierbar; erfragen Sie die Einzelheiten dazu vor Ihrem Besuch. Um das Museum erstreckt sich ein mehr als vier Hektar großes Gelände mit Wiesen, Wald und Feldern.
Kirche, Villa und Meilenstein
Die Chiesa di Santa Maria Maggiore wurde 1184 gegründet und zwischen 1785 und 1791 wiederaufgebaut und erweitert. In der Kirche sind ein auf 1483 datiertes Taufbecken und spätere Kunstwerke erhalten. Die verschiedenen Zeitangaben geben der Bau- und Kunstgeschichte mehrere Anhaltspunkte: die Gründung, die Umbauphase und das Taufbecken aus dem späten 15. Jahrhundert.
Die Villa Tauro detta „delle Centenère“ zählt zu den frühen Beispielen eines bellunesischen Herrenhauses aus dem 17. Jahrhundert. In ihrem rustikalen Flügel und im Portikus befindet sich ein Meilenstein der Via Claudia Augusta Altinate, der 1786 in der Pfarrkirche von Cesio entdeckt wurde. Der zur Valle del Caorame abfallende Park der Villa wurde im zweiten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts gestaltet. Die historische Parkgestaltung umfasste Alleen, Baumgruppen, einen herzförmigen Teich oder See sowie einen englischen Eichenwald. Von den Eichen sind heute nur junge Exemplare erhalten.
Lago della Stua und I Piani Eterni
Der Lago della Stua ist ein künstlicher See mit einem einfachen Rundweg entlang des Ufers. Zugleich ist er Ausgangspunkt für Höhenwanderungen zu den Vette Feltrine und in die Cimonega-Gruppe. Diese Gebiete gehören zur Gruppe 3 des UNESCO-Welterbes Dolomiten. Im Gebiet des Sees gibt es seltene Pflanzen; mit etwas Glück lassen sich dort Rehe und Mufflons beobachten.
I Piani Eterni sind eine ausgedehnte Karsthochfläche im Parco Nazionale delle Dolomiti Bellunesi. Das Gebiet zeichnet sich durch große naturkundliche Vielfalt aus und bietet Möglichkeiten, wild lebende Tiere zu beobachten. Die Wanderung dorthin beginnt am ehemaligen Albergo Alpino Boz im Val Canzoi bei Cesiomaggiore auf 660 Metern Höhe. Zunächst führt sie zum Lago della Stua; danach geht es auf dem CAI-Weg 802 weiter, über eine zunächst steile Forststraße und anschließend auf einem Waldweg. Prüfen Sie die Bergbedingungen vor dieser Wanderung gesondert.
Der Ufer-Rundweg und die Wanderung zu den I Piani Eterni unterscheiden sich schon in ihrem Verlauf: Die erste führt am See entlang, die zweite beginnt am ehemaligen Albergo Alpino Boz, führt zunächst zum See und anschließend auf dem CAI-Weg weiter. So lässt sich die Wahl zwischen einem Weg am Wasser und einer Wanderung in die Höhenlagen anhand der beschriebenen Streckenführung treffen.
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