Valle di Cadore liegt auf einem grünen Talboden am Fuß des Monte Antelao. Der Ort verbindet Wege und Aussichtspunkte mit einer vielschichtigen Bau- und Fundgeschichte. Für die Wahl eines Hotels bietet diese Mischung eine hilfreiche Orientierung: Möchten Sie Ihre Zeit vor allem draußen verbringen oder die historischen Spuren des Ortes erkunden?
Wege und Ausblicke rund um Valle di Cadore
Die Lunga Via delle Dolomiti führt durch Valle di Cadore und kann zu Fuß oder mit dem Fahrrad genutzt werden. Sie ist vollständig für den motorisierten Verkehr gesperrt, asphaltiert und weist gleichmäßige, gut zu bewältigende Steigungen auf. Diese Angaben machen die Strecke zu einem konkreten Anhaltspunkt für Ihre Planung, ohne eine Geh- oder Fahrzeit vorzugeben.
Eine weitere Orientierung bietet die asphaltierte Straße zum Rifugio Costapiana, die in den oberen Teil des Ortes hinaufführt. An einer markierten Kurve mit einer Quelle und der Hüttentafel kann man den Weg zu Fuß in etwa zwei Stunden oder mit dem Auto fortsetzen. Saisonale Straßenbedingungen können sich ändern; prüfen Sie sie vor der Fahrt. Das Rifugio Costapiana ist außerdem zu Fuß, mit Schneeschuhen oder mit Skitourenski erreichbar. Von dort bietet sich ein Ausblick auf den Monte Antelao und das obere Valle del Boite.
Vom Rifugio führt der Weg zu Fuß in etwa eineinhalb Stunden weiter nach S. Dionisio. Der Hügel ist fast 2.000 Meter hoch und bietet einen Rundumblick von 360 Grad. Bei der zeitlichen Planung sind die beiden Angaben getrennt zu betrachten: Die rund zwei Stunden betreffen den Weg ab der markierten Kurve, die etwa eineinhalb Stunden den Abschnitt vom Rifugio nach S. Dionisio.
Historische Wege und Bauwerke
Costa ist ein historisches Dorf mit einem markanten architektonischen Nebeneinander: Häuser mit unverwechselbaren venezianischen Merkmalen stehen neben traditionellen Berghäusern des Cadore und Gebäuden aus den ersten Jahrhunderten nach Christus. Durch Costa führt die historische Via Romana. Entlang des Weges stehen Gebäude mit Gewölben, Balkonen, Wappen und kunstvoll gestalteten Ecken. Wer sich für Baugeschichte interessiert, kann hier verschiedene Formen und Details in einem Ortsteil betrachten.
Auch San Martino ist landschaftlich markant und liegt auf einem Felsvorsprung über dem Valle del Boite. Die Kirche San Martino aus dem 18. Jahrhundert steht auf den Ruinen einer Burg römischen Ursprungs. Im Inneren befinden sich Gemälde von Antonio Lazzarini und ein Altarbild von Francesco da Milano; derzeit ist die Kirche aus Sicherheitsgründen geschlossen.
Archäologische Spuren aus verschiedenen Zeiten
In den Ortsteilen Stean und Villa wurden vier Gebäude aus römischer Zeit entdeckt, die wahrscheinlich als Villen zu deuten sind. Zwei Gebäude in Villa besaßen Räume mit floral dekoriertem Putz und Mosaikböden. Einer dieser Räume maß 15 × 11 Meter, ein anderer 9 × 9 Meter; die Gebäude werden in das 1. bis 2. Jahrhundert n. Chr. datiert. Die Größenangaben geben einen Eindruck von den unterschiedlichen Räumen, während die Deutung als Villen ausdrücklich wahrscheinlich bleibt.
Eine Steinplatte mit lateinischer Inschrift wurde im höher gelegenen Ortsteil Fies gefunden und stammt aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. Sie bezeugt, dass Lucius Saufeius einer Vereinigung oder Körperschaft eine Schola, also einen Versammlungs- und Zeremonialraum, sowie ein Solarium, eine Terrasse, schenkte. Die erläuterten Begriffe helfen, die Inschrift nicht nur als Namens- und Datenspur, sondern auch als Hinweis auf die genannten Räume zu verstehen.
Archäologische Funde aus Valle di Cadore lassen auf eine frühmittelalterliche Nekropole aus dem späten 6. bis frühen 7. Jahrhundert n. Chr. schließen. Eine weitere Fundgeschichte führt nach Rusecco: Dort wurden 1910 drei bronzene Situlen entdeckt. Eine davon trug eine venetische Inschrift mit einer Widmung an Loudera, eine Gottheit, die der römischen Libera gleichgesetzt wird und mit den Zyklen von Tod und Wiedergeburt der Natur verbunden ist. Zusammen mit den römischen Gebäuden und der Inschrift aus Fies zeigen diese Funde, wie weit die archäologischen Themen des Ortes zeitlich auseinanderliegen.
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