Die Botte Paleocapa ist ein dreiröhriger hydraulischer Düker. Sie führt unter der Fossa Polesella und ihren Dämmen hindurch und wurde 1566 erbaut. An diesem Bauwerk lässt sich der Wasserbau als Teil des Kulturerbes konkret fassen. Das Themenbild reicht von Wasserbau über sakrale Architektur und Kunstsammlung bis zu Landschaft und Flussnutzung.
Kirchen und sakrale Kunst
Experten ordnen den ersten Baukern der Chiesa Romanica di Raccano und ihren Glockenturm eher dem 13. oder 14. Jahrhundert zu. Bei einer umfassenden Restaurierung der Kirche im Jahr 1940 wurde ein Fresko entdeckt, das vermutlich aus dem 15. Jahrhundert stammt. Es zeigt Madonna, Kind und zwei Engel. Feuchtigkeit hatte das Bild beschädigt; die Soprintendenza ai Beni Artistici e Ambientali übertrug es auf eine Tafel. Das Restaurierungsjahr 1940 bezeichnet also den Fund; die vermutete Datierung ins 15. Jahrhundert betrifft die Entstehung.
Für die Basilica di Santa Maria del Rosario ist der Baubeginn auf den 28. November 1734 datiert: An diesem Tag segnete Erzpriester don Domenico Cullatti den Grundstein. Chiesa Romanica und Basilica eröffnen so zwei unterschiedliche Zeitfenster: eine frühe Bauphase, die Experten dem 13. oder 14. Jahrhundert zuordnen, und einen Baubeginn im 18. Jahrhundert.
Villa Morosini und die Carrain-Sammlung
Die Villa Morosini liegt unter dem linken Damm des Po, etwa einen Kilometer von Polesella entfernt. Ihre Errichtung wurde Vincenzo Scamozzi zugeschrieben. In der Villa befindet sich die Carrain-Sammlung mit Werken der bekannten venezianischen Künstler Vedova, Santomaso, Pizzinato und Birolli. So ergänzt die Kunstsammlung den Blick auf die sakralen Bauwerke um einen weiteren, klar benannten Kunstschwerpunkt.
Fossa, Po und Flusslandschaft
Die touristische Route Fossa di Polesella ist von Dämmen, Überschwemmungsgebieten, Flussmolen und kleinen Häfen geprägt. Hinzu kommen venezianische Villen, Zeugnisse der Industrie- und Wasserbauarchäologie, ländliche Höfe und sakrale Architektur. Die Route verbindet damit Landschaft, technische Zeugnisse und Kulturstätten, statt sich auf ein einzelnes Thema zu beschränken.
Von der Themenroute zu unterscheiden ist die Beschreibung der La Fossa als Gewässer: Heute ist sie ein kleiner, fischreicher Kanal mit üppig von Schilfrohr bewachsenen Ufern. Dort sind Finken, Flussnachtigallen, Zaunkönige, Schilfrohrsänger und Drosselrohrsänger zu sehen. Die genannten Arten geben Naturinteressierten einen konkreten Beobachtungsfokus neben den Bauwerken und der Wasserbaugeschichte.
Il Porticciolo ist ein ausgestatteter Rastplatz für den Flusstourismus mit Anlegestellen für Kanus und Boote am Po. Der Arenile Canon setzt einen saisonalen Akzent: Der Sandstrand liegt nahe dem Molo Micheli und dient in heißen Sommern als Treffpunkt und zum Baden im Fluss.
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