Vidor vereint die Geschichte der Benediktinerabtei Santa Bona, Erinnerungen an eine mittelalterliche Festung und eine von Weinbergen geprägte Hügellandschaft. Damit stehen für die Aufenthaltsplanung unterschiedliche Schwerpunkte zur Wahl: die Kulturgeschichte der Abtei und des Castello oder Wege durch die Landschaft. Ein Wanderweg und eine Radroute führen jeweils zu unterschiedlichen Eindrücken des Ortes und seiner Umgebung.
Abtei Santa Bona: Geschichte und Baukunst
Die Benediktinerabtei Santa Bona wurde zwischen 1107 und 1110 von Giovanni Gravone aus Vidor gegründet. Er wollte dort Reliquien der heiligen Bona aufbewahren, die er nach dem Ersten Kreuzzug aus dem Heiligen Land überführt hatte. An der Abteikirche treffen ein einfacher Grundriss der örtlichen Romanik und spätgotische dekorative Elemente an der Fassade aufeinander. Im Oratorium befindet sich außerdem ein Fresko des heiligen Christophorus aus dem 13. Jahrhundert. So stehen neben der Gründungsgeschichte auch konkrete architektonische Details und ein datiertes Kunstwerk im Mittelpunkt.
Castello und lokale Geschichte
Der heutige Komplex Castello - Monumento ossario di Vidor wurde 1925 an der Stelle der früheren mittelalterlichen Burg errichtet. Entworfen hat ihn der venezianische Architekt Brenno Del Giudice. Das Gebiet des Castello ist über einen Weg erreichbar, der vom Ortszentrum von Vidor ausgeht und von einem Kreuzweg gesäumt ist. Jedes Jahr findet entlang der Straße zum Beinhaus der „Palio di Vidor“ statt. Die Veranstaltung stellt die zahlreichen Angriffe auf die mittelalterliche Festung nach.
Auch die Chiesetta di San Francesco di Bosco gehört zur Ortsgeschichte. Sie ist eine kleine, in der Bevölkerung besonders geschätzte Kirche und bildete im Laufe der Jahre einen Mittelpunkt der städtebaulichen Entwicklung des Ortes. Ihr Stellenwert ergänzt die Erzählung von Abtei und Festung um ein Bauwerk, das mit der Entwicklung des Dorfes verbunden ist.
Der Weiler Colbertaldo hat eine alte Geschichte, die mit der Familie Colbertaldo verbunden ist. Die Familie besaß eine Burg, die vor dem 11. Jahrhundert errichtet wurde. Im Jahr 1200 zerstörten die Trevisani die Burg, um zu verhindern, dass Ezzelino III. da Romano sie nutzte. Heute prägen Weinberghänge das Hügelland von Colbertaldo; die Landschaft bietet eindrucksvolle Naturblicke. Hier lassen sich eine konkrete historische Erzählung und der landschaftliche Charakter des Weilers voneinander unterscheiden.
Wandern und Radfahren in Vidor
Der Wanderweg „Percorso dal Sacro al Prosecco“ beginnt auf dem Parkplatz gegenüber der Pfarrkirche von Vidor in der Via Piave. Von dort verläuft er am Piave entlang zur Abbazia di Santa Bona. Anschließend führt er über kleine Straßen und Wege durch die Hügellandschaft und Weinberge bis zum Col Castello mit der Chiesa Monumento. Der Weg ist 9 km lang und dauert etwa 3 Stunden. Startpunkt, Streckenfolge und ungefähre Dauer geben Ihnen eine konkrete Orientierung für die Planung Ihrer Wanderung.
Die Radroute „La Via delle Colline“ verläuft durch die Gemeinden Valdobbiadene, Vidor und Farra di Soligo. Sie verbindet historische, religiöse, ökologische sowie önogastronomische Sehenswürdigkeiten mit dem Radweg „La Piave“. Ihre Strecke führt über Wirtschaftswege und Pfade sowie über asphaltierte und geschotterte Straßen. Damit steht bei dieser Route die Verbindung verschiedener Sehenswürdigkeiten und Wegarten im Vordergrund.
Für die Wahl zwischen den beiden Routen sind die jeweiligen Schwerpunkte hilfreich: Beim Wandern führt eine festgelegte Folge vom Parkplatz über die Abtei bis zum Col Castello, mit einer ungefähren Dauer von drei Stunden. Die Radroute verbindet mehrere Themenbereiche mit „La Piave“ und umfasst unterschiedliche Beläge. So können Sie Ihre Planung danach ausrichten, ob Sie eine konkrete Wanderstrecke oder eine Radverbindung durch mehrere Gemeinden bevorzugen.
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