Unter der Kathedrale von Concordia Sagittaria liegen die Reste einer frühchristlichen Basilika; die Kathedrale selbst liegt am Ufer des Lemene. Dazu kommen römische Stadtspuren, eine archäologische Thermenanlage und Themen für Gäste, die sich für Radwege und Natur interessieren. Die verschiedenen Orte erzählen nicht dieselbe Geschichte: Sie reichen von frühchristlicher Baukunst über römische Wohnhäuser und Straßen bis zu einer Route entlang des Flusses.
Kathedrale und frühchristliche Basilika
Die Kathedrale ist dem heiligen Stephanus, dem Protomärtyrer, geweiht. Ihre ursprüngliche Form, bekannt als Basilica Apostolorum, wurde möglicherweise 389 von Chromatius, dem Bischof von Aquileia, geweiht. Die heutige Basilika ließ Bischof Antonio III Feletto 1466 errichten. Diese beiden Daten führen zu unterschiedlichen Kapiteln der Kirchengeschichte Concordias, ohne die frühe Basilika und den späteren Bau gleichzusetzen.
In der archäologischen Anlage unter der Kathedrale umfasst die frühchristliche Basilika drei Schiffe. Zu ihren erhaltenen Merkmalen gehören ein geometrischer Mosaikboden und eine erhöhte Presbyteriumsbank. In derselben Anlage sind außerdem ein gut erhaltener gepflasterter Abschnitt der römischen Via Annia und die Überreste des Bischofspalasts bewahrt. So treffen Sakralbau, Verkehrsweg und Bischofssitz in einem archäologischen Zusammenhang aufeinander.
Für den Zugang zum oberen Ausstellungsbereich und zum unteren Bereich der frühchristlichen Basilika stehen an der Kathedralenanlage ein Aufzug und Rampen zur Verfügung. Prüfen Sie die Bedingungen vor Ort vor Ihrer Reise.
Thermen, Stadtmauer und römische Wohnhäuser
Eine andere Facette des römischen Concordia zeigt die archäologische Anlage Via delle Terme. Dort sind ein Abschnitt der nordöstlichen Stadtmauer und eine augusteische Nebenpforte erhalten. Der Thermalkomplex durchlief zwischen dem 1. und 3. Jahrhundert n. Chr. mehrere Nutzungsphasen und umfasste ein Caldarium sowie ein Tepidarium. Das Caldarium war etwa 100 m² groß. Sein Mosaikboden wurde später durch Marmorplatten ersetzt; die Wände waren mit figürlichen Fresken ausgemalt. Diese Details geben der Thermenanlage ein anderes Profil als der Basilikakomplex, dessen Funde sakrale Architektur, Straße und Bischofspalast umfassen.
Die Domus dei Signini ergänzt das Bild um römische Wohnhäuser. Der Komplex umfasst die Überreste von drei Häusern, die in vier Bauphasen errichtet wurden. Zur augusteischen Phase gehören Räume mit Opus signinum und einem schwarz-weißen Mosaik. Im Parco dei Signini sind gegenüber der Via dei Pozzi Romani einige Räume samt ihren Fußböden sichtbar. Die Befunde machen den Unterschied zwischen Wohnräumen und den größeren öffentlichen oder religiösen Bauwerken greifbar.
Auch die römische Brücke gehört zu den Zeugnissen aus augusteischer Zeit. Sie liegt über einem alten Flussbett der Reghena, nahe dem Eingang der Via Annia nach Concordia. Zusammen mit dem gepflasterten Straßenabschnitt veranschaulicht sie einen weiteren Aspekt der römischen Verkehrswege.
Lemene, Radweg und Natur
GiraLemene ist ein 38 Kilometer langer kultur- und naturhistorischer Rad- und Fußweg entlang des Flusses Lemene. Die durchgehende Route verbindet Gruaro, Portogruaro, Concordia Sagittaria und Caorle. Wer den Aufenthalt nicht allein an archäologischen Stätten ausrichten möchte, kann die Route als eigenes Thema in die Reiseplanung einbeziehen. Ihre Streckenlänge und die vier verbundenen Gemeinden geben dafür einen konkreten Rahmen.
Zum Naturthema gehört auch der Bosco delle Lame. Das Gebiet umfasst 24 Hektar, davon acht Hektar Feuchtgebiet, und weist eine hohe Biodiversität auf. Diese Angaben vermitteln einen anderen Maßstab als die einzelnen archäologischen Anlagen: Hier steht ein Landschafts- und Lebensraum im Mittelpunkt, nicht ein Bauwerk oder eine Ausgrabungsstätte.
Auch das gemeinschaftliche Leben ist Teil des Ortsbilds. Die Festa dei Ragazzi bringt Kinder, Jugendliche, Familien, Betreuer und Freiwillige zusammen; 2026 fand ihre 60. Ausgabe statt.
Für die Entscheidung, ob Concordia Sagittaria zu Ihrer Reise passt, hilft ein einfacher Interessenvergleich: Die Kathedrale, die Basilika unter ihr, die Thermen und die römischen Wohnhäuser sprechen für einen Schwerpunkt auf Bau- und Stadtgeschichte. GiraLemene und der Bosco delle Lame ergänzen das Bild um Rad- und Naturthemen.
Weitere Reiseziele entdecken: Noale, Torre Di Mosto, Castello Di Brussa, Meolo, Cona, Cavarzere, Passarella, Fossò.
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