Am Nassar-Abschnitt der Alzaia treffen Landschaft und Geschichte aufeinander: Die Kirche Sant’Antonio Abate und Tafeln mit den Hochwasserständen der Etsch gehören ebenso zu diesem Abschnitt wie der alte Mulino Nassar, den der Sentiero dell’Alzaia erreicht. So lässt sich ein Aufenthalt mit unterschiedlichen lokalen Themen verbinden – von Bauwerken und historischen Wasserständen bis zur früheren Nutzung einer Mühle.
Alzaia, Etsch und Radwege
Die Kirche Sant’Antonio Abate stammt aus dem 15. Jahrhundert. Neben ihrem Hochaltar sind zwei Freskenfragmente erhalten. Zu den Tafeln am Nassar-Abschnitt gehören Aufzeichnungen der bei den Hochwassern von 1719 und 1882 erreichten Pegelstände der Etsch. Die beiden Jahreszahlen geben den dargestellten Wasserständen einen konkreten zeitlichen Bezug.
Der Sentiero dell’Alzaia erreicht nach dem Eintritt in die Gemeinde San Pietro in Cariano den alten Mulino Nassar. Brücken über Zu- und Ablaufkanäle gehörten zur Mühlenanlage; einst trieben die Kanäle deren Mechanik an. An diesem Bauwerk lässt sich so die frühere Funktion der Mühle mit ihrer baulichen Anordnung verbinden. Nassar ist im Verlauf der Alzaia außerdem als Ort von ökologischem Interesse ausgewiesen.
Eine Route entlang der Etsch beginnt an der Eisenbahnbrücke von Parona und erreicht bei Nassar die Gemeinde San Pietro in Cariano. Sie kann zu Fuß, mit dem Fahrrad oder zu Pferd zurückgelegt werden. Für den Sentiero dell’Alzaia gilt: Er ist grundsätzlich ganzjährig begehbar, doch bei Regen kann der sandige Untergrund den Weg unpassierbar machen; auch Hochwasser der Etsch kann die Passage verhindern. Wenn Sie diesen Weg einplanen, prüfen Sie die Bedingungen vor dem Aufbruch.
Auch Radwege prägen den regionalen Blick auf die Landschaft. Das Radwegenetz in Valpolicella und Valdadige folgt teilweise den Trassen ehemaliger römischer Straßen; eine Hauptachse verläuft entlang der Via Claudia Augusta Padana. Im Kontext der gastgebenden Gemeinde führen Radwege durch überwiegend landwirtschaftlich geprägte Landschaften. Im unteren Valpolicella dominiert der Weinbau, in höheren Lagen werden Kirschen und Oliven angebaut.
Historische Orte in Nassar und Umgebung
Nassar war einst Standort eines Hospizes für Reisende und bewahrt alte Gebäude mit interessanten architektonischen Elementen. Am Ufer der Etsch in Nassar-Settimo liegt die Villa Morando, auch La Colombina genannt. Der Ortsname, die Lage am Fluss und die unterschiedlichen Bauwerke geben dem historischen Umfeld mehrere konkrete Anknüpfungspunkte, ohne dass alle Spuren derselben Zeit angehören.
Zum kulturellen Umfeld der Gemeinde San Pietro in Cariano gehört die Pieve di San Floriano. Sie wurde erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 905 erwähnt. Die romanische Kirche integriert umfangreiche Fragmente römischer Bauwerke. Der Bau verbindet damit eine romanische Gestalt mit älteren Bauteilen, die in seine Architektur aufgenommen wurden.
In der näheren Umgebung, in Santa Sofia, liegt die Villa Serego an der alten Straße von Parona nach Pedemonte. Andrea Palladio entwarf sie im 16. Jahrhundert. Die angebaute Kapelle enthält Fresken vom Beginn des 14. Jahrhunderts. Diese Details geben der Villa und der Kapelle jeweils einen eigenen historischen Bezug.
Die Villa Mosconi, auch Villa Mirandola genannt, wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts erbaut. Auf dem zur Villa gehörenden Gelände fand man Anfang des 19. Jahrhunderts einen heidnischen Altar, der mit Putten und Opfergeräten verziert ist. Heute befinden sich seine zwei Teile zu beiden Seiten des Eingangs an der Fassade der angebauten San-Giuseppe-Kapelle. So sind Entdeckungsgeschichte, Dekor und heutige Platzierung des Altars miteinander verbunden.
Wein im regionalen Kontext
Zum Weinangebot im Valpolicella-Kontext von San Pietro in Cariano gehören Valpolicella, Amarone, Recioto und Ripasso. Zusammen mit Weinbau, Kirsch- und Olivenanbau sowie den unterschiedlichen historischen Bauwerken ergibt sich ein regionaler Rahmen, in dem Nassar als Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit Alzaia, Etsch und Kulturerbe stehen kann.
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