Zum Inhalt

Eine Veranda, die auf 13 Meter hohen Holzsäulen aus einem Berghang ragt, eröffnet am Kiyomizu-dera einen markanten Blick auf Kyoto: Von dort reicht die Aussicht nach Westen über die Stadt. Zusammen mit historischen Residenzen, Museen, Torii-Wegen und einem Markt mit vielfältigem Warenangebot bietet Kyoto verschiedene Anknüpfungspunkte für eine Kulturreise. Architektur, Kunst, religiöse Symbolik und Essen setzen jeweils eigene Akzente.

Geschichte in Bauwerken und Sammlungen

Kyoto wurde 794 nach dem Vorbild der alten chinesischen Hauptstadt gegründet. Die Stadt war kulturelles Zentrum und blieb bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts kaiserliche Hauptstadt. Ein konkreter historischer Bezugspunkt ist die Burg Nijo-jo: Sie diente von 1603 bis 1868 als Residenz der Tokugawa-Shogune in Kyoto. Im Palast der Burg befinden sich im Hauptraum bemalte Wandschirme, die Künstler der Kano-Schule geschaffen haben. Hier treffen also die Geschichte einer Residenz und eine bestimmte Tradition der Malerei aufeinander.

Auch das Museum of Kyoto verbindet Stadtgeschichte mit einem markanten Bauwerk. Es befindet sich in einem roten Backsteingebäude, das einst die Kyōto-Filiale der Bank of Japan beherbergte. Das Gebäude gilt als wichtiges Kulturgut und ist repräsentativ für die westliche Architektur des späten 19. Jahrhunderts. Im Museum werden dauerhaft Ausstellungen zur Geschichte Kyotos sowie zu bildender Kunst, Kunsthandwerk und Film gezeigt.

Das Kyoto National Museum setzt einen anderen Schwerpunkt: Es konzentriert sich auf vormoderne japanische Werke und besitzt mehr als 12.000 Objekte aus bildender Kunst, Kunsthandwerk und Archäologie. Zu seiner Sammlung gehört außerdem die weltweit größte Sammlung von Artefakten aus der Heian-Zeit (794–1185). Wer vor allem die Stadtgeschichte und mehrere Kunstformen in den Blick nehmen möchte, findet im Museum of Kyoto einen passenden thematischen Ansatz; das National Museum lenkt den Blick stärker auf vormoderne japanische Werke und die Heian-Zeit.

Tempel: Architektur, Aussicht und religiöse Symbolik

Am Kiyomizu-dera prägt die Veranda das Bild des Tempels. Sie ragt auf 13 Meter hohen Holzsäulen aus dem Berghang heraus; von ihr bietet sich ein guter Blick nach Westen über Kyoto. Zur Besuchertradition gehören auch Blechbecher, mit denen Wasser aus den Wasserfällen geschöpft wird. Den drei Wasserläufen werden traditionell Gesundheit, Langlebigkeit und Erfolg im Studium zugeschrieben. Die Überlieferung und die Aussicht geben dem Ort zwei unterschiedliche Perspektiven: eine religiöse Praxis und den Blick über die Stadt.

Auf dem Gelände des Kiyomizu-dera befindet sich außerdem der Jishu-jinja-Schrein. Mit ihm verbunden ist eine Praxis für Menschen, die sich eine Liebesbeziehung wünschen: Sie gehen mit geschlossenen Augen zwischen zwei markanten Steinen hindurch. Das beschreibt eine religiöse Tradition, nicht ein versprochenes Ergebnis.

Bei Fushimi Inari Taisha stehen andere Symbole im Mittelpunkt. Hinter dem Schrein führt ein scheinbar endloser Weg mit mehr als 5.000 leuchtend orangefarbenen Torii durch die Hügel. Auf dem Gelände stehen Dutzende Fuchsstatuen. Der Fuchs gilt als Bote von Inari, dem Gott der Getreidenahrung; die häufig im Maul dargestellten Schlüssel werden als Schlüssel zu Getreidespeichern verstanden. Fushimi Inari Taisha gilt als zentraler Ort für etwa 40.000 Inari-Schreine in ganz Japan.

Gärten und saisonale Farben

Der Zen-Garten aus dem 14. Jahrhundert ist die Hauptattraktion des Tenryu-ji-Tempels. Seine Gestaltung nutzt die nahegelegenen Hügel von Arashiyama als geliehene Landschaft. Damit richtet sich der Blick nicht nur auf den Garten selbst, sondern auch auf die Einbeziehung der umliegenden Hügel in seine Anlage. Im Herbst zeigen die Ahornbäume des Tempels eine eindrucksvolle Laubfärbung. Wer sich für Gartengestaltung interessiert, findet hier einen anderen Zugang als an den Tempeln, deren Veranden, Torii und religiöse Zeichen im Vordergrund stehen.

Ein kulinarischer Blick auf Kyoto

Der 400 Meter lange Nishiki Food Market erstreckt sich zwischen Teramachi und Takakura. Dort werden Fisch, Fleisch, Trockenwaren, Beilagen, Yuba und Kyoto-Gemüse verkauft. Die Auswahl verbindet alltägliche Waren mit regional benannten Produkten und bietet damit einen eigenen Zugang zu Kyoto neben den Tempeln und Sammlungen. Einzelne Stände und Angebote können sich ändern; der Markt lässt sich deshalb am besten als Ort mit einem vielfältigen, nicht unveränderlichen Warenangebot verstehen.

So unterscheiden sich die Schwerpunkte der besprochenen Orte deutlich: Am Kiyomizu-dera verbinden sich Bauweise, Aussicht und Wassertradition; Fushimi Inari Taisha prägen Torii und Fuchssymbolik; Tenryu-ji lenkt die Aufmerksamkeit auf Garten und Landschaft. Zusammen mit den Museen und dem Nishiki Food Market ergeben sich verschiedene Themen, an denen Sie Ihre Entdeckung Kyotos ausrichten können.

Weitere Reiseziele entdecken: Maizuru, Wazuka, Miyazu, Fukuchiyama, Kyōtango, Yawata, Soraku District, Kasagi.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Präfektur Kioto.

Unterkünfte suchenAnzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.