Christiansteds dänisches koloniales Erbe ist an der Architektur und den Straßennamen erkennbar. Die Stadt wurde 1734 gegründet, als Gouverneur Frederick Moth eine Gruppe von Siedlern zum Standort eines ehemaligen französischen Lagers führte. Ein Ort, an dem mehrere Kapitel der Geschichte zusammenkommen, ist das Christiansted National Historic Site. Seine sieben Acres liegen im Bereich der Uferzone und des Kais. Zum Gelände gehören Fort Christiansvaern, das Danish West India & Guinea Company Warehouse, das Steeple Building, das Danish Customs House und das Scale House.
Bauwerke und ihre Geschichte
Fort Christiansvaern ist eine der am besten erhaltenen Kolonialfestungen der Karibik und das größte Bauwerk der historischen Stätte. Seine Geschichte umfasst die dänische Herrschaft und das Wachstum der Zuckerwirtschaft ebenso wie Emanzipation und Arbeitsreformen. Sie reicht bis zur Übertragung der Virgin Islands an die Vereinigten Staaten im Jahr 1917. An einem Bauwerk lassen sich so politische Veränderungen und wirtschaftliche Entwicklungen der Insel miteinander in Beziehung setzen.
Der Komplex des Danish West India and Guinea Company Warehouse wurde 1749 fertiggestellt und von versklavten Afrikanern errichtet, die der Company gehörten. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden dort alle nach Christiansted gebrachten Waren geprüft und besteuert. Baugeschichte, Zwangsarbeit und Handel begegnen hier also am selben Ort.
Das Danish Customs House wurde zwischen 1840 und 1842 am Standort eines früheren Komplexes für Sklaven- und Zuckerhandel fertiggestellt. Von 1926 bis 1972 diente das Gebäude als erste öffentliche Bibliothek der U.S. Virgin Islands. Seine Geschichte verbindet damit einen früheren Handelsplatz mit einer späteren öffentlichen Nutzung.
Das Steeple Building wurde zwischen 1751 und 1755 erbaut und ursprünglich als Lutheran Church of Lord God of Sabaoth geweiht. Ab 1753 beherbergte es Christiansteds erste Glaubensgemeinschaft. Nach der Entwidmung als Kirche im Jahr 1831 wurde das Gebäude in den folgenden Jahren unter anderem als Krankenhaus, Schule, Gerichtsgebäude, Feuerwache, Rathaus und für Regierungsbüros genutzt. Die zeitliche Abfolge reicht damit von seiner religiösen Nutzung bis zu verschiedenen öffentlichen Funktionen.
Rundgänge und Zeit im Freien
Für selbstgeführte Rundgänge stehen Fort Christiansvaern, das Steeple Building und das Scale House im Mittelpunkt. Broschüren für diese Art von Rundgang sind für das Steeple Building und das Scale House verfügbar. Rangergeführte Touren werden ebenfalls angeboten. Die Formate unterscheiden sich darin, ob Sie sich selbstständig orientieren oder einer Führung folgen möchten. Wenn eine Rangerführung für Ihre Planung wichtig ist, prüfen Sie vor dem Besuch die aktuelle Verfügbarkeit.
Auch ohne Rundgang können Sie auf dem Gelände picknicken, spazieren gehen oder auf einer Bank sitzen. So umfasst der Besuch neben den historischen Gebäuden auch Zeit im Freien.
Jump Up und weitere historische Bezüge
Jump Up ist ein karnevalsähnliches Kulturfest, das viermal im Jahr in den Straßen und entlang der Uferpromenade von Christiansted stattfindet. Bei der Veranstaltung spielen Steel-Drum-Bands und Live-Musiker; Mocko Jumbies, also Stelzenläufer, tanzen auf den Straßen. Straßenhändler bieten Speisen und Getränke, Kunsthandwerk und handgefertigten Schmuck an. Sie können lokale Küche probieren und dabei karibische Musik hören. Da Jump Up an bestimmten Terminen stattfindet, prüfen Sie vor Ihrer Reise die aktuellen Veranstaltungsdaten.
Auch Hamilton House und Apothecary Hall stehen für eigene historische Bezüge. Im Hamilton House verbrachte Alexander Hamilton einen Teil seiner Kindheit. Apothecary Hall ist eine historische dänische Apotheke, die in ein Museum umgewandelt wurde. Diese Orte ergänzen die Geschichte der Festung und der öffentlichen Gebäude um weitere Facetten des Lebens in Christiansted.
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