Zum Inhalt

Općina Pićan verbindet eine ländliche Umgebung mit einem markanten historischen Mittelpunkt. Die Gemeinde liegt im zentralen Istrien, im Gebiet Labinština, umfasst 51 Quadratkilometer und ist von Feldern und Weinbergen umgeben. Ihr Sitz ist die historische Stadt Pićan auf einem Kalksteinhügel westlich des Čepićko polje. So treffen in der Gemeinde Landschaft und gebaute Geschichte aufeinander, ohne dass eines das andere ersetzt.

Pićans Geschichte aus Stein

Schon vor dem Eingang nach Pićan steht im Park eine Statue des heiligen Johannes Nepomuk, errichtet im Jahr 1714. Das monumentale Stadttor stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde 1613 für Bischof Antonio Zara restauriert. Ein weiterer Blickfang ist der 48 Meter hohe Glockenturm aus weißem Kalkstein, erbaut 1872. An seinem Fuß befindet sich noch ein historisches Steinmaß, mit dem einst die Abgaben der Untertanen gemessen wurden. Die Details erzählen nicht nur von Baukunst: Das Steinmaß verweist auch auf den Alltag und die Verwaltung vergangener Zeiten.

Auch die Kirchen veranschaulichen unterschiedliche Momente der Ortsgeschichte. Die Kirche des heiligen Rochus wurde während einer großen Pestepidemie gegründet; Bischof Gašpar Bobek legte den Grundstein. Die Pfarrkirche Mariä Verkündigung erhielt ihre heutige äußere Form durch den Umbau von 1753. Ihr Inneres wurde unter Bischof Piccardia barockisiert. Zusammen zeigen die Baugeschichten, dass Pićans historisches Bild aus mehreren Epochen besteht und sich nicht auf ein einzelnes Datum reduzieren lässt.

Gegenüber der Pfarrkirche steht das Geburtshaus von Matko Brajša Rašan. Er komponierte 1912 die heutige offizielle istrische Hymne „Krasna zemljo“ auf einen Text von Ivan Cukon. Eine weitere Perspektive auf das kulturelle Erbe bietet CENKI, das Zentrum für die immaterielle Kultur Istriens des Ethnografischen Museums Istriens. Es wurde 2011 in Pićan gegründet und widmet sich der Erforschung, Dokumentation, Pflege und Vermittlung immaterieller Kultur. Dazu gehört auch die Untersuchung, wie Wissen und kulturelle Praktiken in ländlichen und städtischen Umgebungen fortbestehen.

Aussichtspunkte und historische Orte

Der Aussichtspunkt Franz Ferdinand eröffnet den Blick auf die hügelige Landschaft des zentralen Istriens. Am anderen Ende der historischen Siedlung liegt der Aussichtspunkt St. Helena. Sein Name erinnert an eine Kirche, die einst dort stand. Die beiden Orte geben der Orientierung in Pićan unterschiedliche Anhaltspunkte: hier der Blick in die Landschaft, dort die Erinnerung an ein früheres Bauwerk.

Nördlich des Zentrums steht auf einem benachbarten Hügel die einschiffige romanische Kirche des heiligen Michael aus dem 13. Jahrhundert. Bei der Kirche befindet sich ein natürlicher Aussichtspunkt, ergänzt durch die Steinskulptur „Die Familie“ von Nane Zavagno aus dem Jahr 1999. Kirche, Aussicht und Kunstwerk verbinden an diesem Ort verschiedene Formen des kulturellen Erbes, ohne dass die Skulptur ihre eigene Geschichte verliert.

Auch die Stadtmauer gehört zum Bild des historischen Pićan. Durch einen kleinen Durchgang gelangen Sie in die Gärten; von dort ist der am besten erhaltene Teil der Stadtmauer zu sehen. Der kurze Blick auf das Mauerwerk ergänzt die großen Bauwerke um ein weiteres Detail des Ortsbilds.

Landschaft, Wasserfälle und der Weg des heiligen Rochus

Zwischen Gračišće und Pićan erstreckt sich eine geschützte Landschaft von 570 Hektar mit ungewöhnlichen geologischen Merkmalen. Wer sich für die Natur rund um den historischen Ort interessiert, findet hier einen anderen thematischen Zugang als bei Glockenturm, Kirchen und Stadtmauer: Im Mittelpunkt stehen die geschützte Landschaft und ihre geologische Gestalt.

Der Weg des heiligen Rochus 702 beginnt in Pićan und führt durch den Wald zur Quelle des heiligen Nicephorus. Außerdem führt er zum Sopot-Wasserfall. Der Wasserfall ist 24,5 Meter hoch; an seinem Fuß liegt ein türkisfarbener See. Die Bedingungen am Wasserfall verändern sich saisonal, daher lohnt es sich, sie vor der Tour zu prüfen. Damit verbindet der Weg Wald, Quelle und Wasserfall, während die historischen Bauwerke im Ort eine ganz andere Art der Entdeckung bieten.

Ein weiterer Wasserfall liegt in der Umgebung von Pićan, genauer bei Most Pićan: der Benkovski-Wasserfall. Er ist etwa 40 Meter hoch und führt vor allem im Herbst, Winter und Frühjahr Wasser; im Sommer trocknet er aus. Bei der Reiseplanung ist dieser saisonale Unterschied ein hilfreicher Orientierungspunkt. Beim Benkovski-Wasserfall bestimmt die Jahreszeit, ob Wasser zu sehen ist; beim Sopot-Wasserfall sind die saisonal wechselnden Bedingungen ebenfalls zu berücksichtigen.

PetiVina in Pićan

PetiVina findet am ersten Juniwochenende in Pićan statt. Das Fest bringt Winzer und Weinliebhaber zusammen und stellt außerdem lokale Produkte sowie hausgemachtes Kunsthandwerk vor. Damit ergänzt es die historischen und landschaftlichen Entdeckungen um einen Anlass, bei dem lokale Erzeugnisse und Handwerk im Mittelpunkt stehen. Da sich Termine und Programm ändern können, prüfen Sie vor Ihrer Reise die aktuellen Angaben für das jeweilige Jahr.

Weitere Reiseziele entdecken: Pican, Sveta Katarina, Zajci, Krbune, Grobnik, Općina Kršan, Općina Raša, Općina Vižinada.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Gespanschaft Istrien.

Unterkünfte suchenAnzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.