Mdina verbindet eine über lange Zeit erhaltene Stadtstruktur mit unterschiedlichen historischen und kulturellen Themen. Für die Wahl des Reiseziels lohnt es sich, zwischen der Anlage und ihren Toren, der Kathedrale und den Sammlungen zu unterscheiden. So können Sie einschätzen, ob Ihr Schwerpunkt eher auf Stadtgeschichte, Kunst, Naturgeschichte oder historischen Darstellungen liegt.
Stadtanlage und Lage
Mdina wurde vor Tausenden von Jahren auf einem Hügel östlich und nördlich der Bingemma-Klippen gegründet. Auf einer Seite wird die Stadt von den tiefen Tälern Wied l-Imdina tal-Hemsija und Saqqajja umgeben, auf der anderen von einer römischen Mauer und Wied Ghar Exrem. Zur historischen Anlage gehört auch die Straßenstruktur: Der Straßenplan ist praktisch derselbe wie vor tausend Jahren. Die Geschichte Mdinas zeigt sich damit nicht nur an einzelnen Bauwerken, sondern auch im Verlauf des Stadtplans.
In der arabischen Zeit trennten die Araber L-Imdina zu Verteidigungszwecken durch einen tiefen Graben von Ir-Rabat und umgaben die Stadt mit neuen Mauern. Auch die Tore stehen für unterschiedliche Bauphasen. Greeks' Gate ist vermutlich der einzige erhaltene mittelalterliche Zugang auf Malta. Das Mdina Gate, auch Vilhena Gate genannt, wurde dagegen 1724 im Barockstil wiederaufgebaut.
Kathedrale und historische Bauwerke
Die St.-Paul-Kathedrale steht auf dem Hauptplatz im Zentrum von Mdina. Sie wurde zwischen 1697 und 1702 unter der Leitung des maltesischen Architekten Lorenzo Gafà wiederaufgebaut. Im Inneren befinden sich ein Gemälde von Mattia Preti sowie Werke verschiedener italienischer Künstler aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Baugeschichte und Kunstwerke geben Ihnen zwei unterschiedliche Anknüpfungspunkte, wenn Sie die Kathedrale in den historischen Rundgang einordnen möchten.
Auch Palazzo Falson verbindet Baugeschichte mit einer späteren Nutzung als Hausmuseum. Der Palazzo wurde im frühen 13. Jahrhundert an der Stelle von „La Rocca“ errichtet und gilt als das zweitälteste noch stehende Bauwerk in Mdina; Teile stammen aus dem 13. Jahrhundert. Das historische Hausmuseum wurde im Mai 2007 für die Öffentlichkeit eröffnet. Im Palazzo wird außerdem das Augmented-Reality-Spiel „Secrets of Palazzo Falson“ angeboten. Da sich dessen Verfügbarkeit ändern kann, prüfen Sie diese vor Ihrem Besuch.
Museen und historische Darstellungen
Das National Museum of Natural History befindet sich im Palazzo Vilhena, einem markanten Bauwerk in Mdinas Silent City. Inhaltlich reicht die Ausstellung von lokaler Biodiversität und Ökologie über Geologie, Paläontologie und Mineralogie bis zur menschlichen Evolution. Auch Meeresfauna, Skelettstrukturen, Insekten, Muscheln und Vögel gehören zu den Themen. Das Museum konzentriert sich auf die endemische und indigene Flora und Fauna des maltesischen Archipels. Damit setzt es einen anderen Akzent als die Stadtmauern und historischen Bauwerke: Im Mittelpunkt stehen Natur und Entwicklung der Inselgruppe.
Die Attraktionen mit historischen Erzählungen unterscheiden sich wiederum nach ihrem Gegenstand und ihrer Form. The Mdina Experience präsentiert eine 30-minütige Show über Mdinas Reise durch die Zeit; Programmdetails können sich ändern, daher empfiehlt sich eine Prüfung vor der Planung. The Knights of Malta stellt in Tableaus die Geschichte der Knights Hospitallers of St. John of Jerusalem dar. Die Attraktion liegt innerhalb der Befestigungsanlagen von Mdina, in Casa Magazzini.
Das Mdina Dungeons Museum befindet sich unter dem Magisterial Vilhena Palace nahe dem Haupttor. Als historische Attraktion umfasst es authentische Foltergeräte und nachgebildete Gefängniszellen. Seine unterirdischen Gänge stellen Ereignisse von der Römerzeit über die Zeit der Ritter bis in die Epoche Napoleons dar. Eine weitere Sammlung findet sich im Dürer Hall: Die Dürer-Sammlung enthält originale Drucke von Albrecht Dürer.
Für die Anreise nach Mdina kommen Fahrrad, Taxi, Bus, ein Hop-on-Hop-off-Service oder Besichtigungstouren infrage. Da sich die verfügbaren Transportoptionen ändern können, prüfen Sie vor der Reise, welche davon aktuell angeboten werden. Inhaltlich reicht die Auswahl vor Ort von Architektur und Kunst über Naturgeschichte bis zu inszenierten historischen Darstellungen. Diese Unterschiede helfen Ihnen, die Stationen nach dem eigenen Interesse auszuwählen, ohne die verschiedenen Angebote miteinander gleichzusetzen.
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