Xochimilco verbindet eine außergewöhnliche Kulturlandschaft mit Wasserwegen und lebendigen Traditionen. Das Centro Histórico de Xochimilco ist Teil der Welterbestätte; zugleich ist Xochimilco auf nationaler Ebene als Naturgebiet geschützt. Für die Reiseplanung bieten die von Menschen geformte Chinampa-Landschaft und die kulturellen Themen des Ortes unterschiedliche Zugänge.
Chinampas, Kanäle und Natur
Die Chinampas sind von Menschen angelegte, intensiv bewirtschaftete Anbauflächen im See und werden weiterhin für landwirtschaftliche Erzeugnisse genutzt. Das Chinampa-System gilt als außergewöhnlich produktiv und nachhaltig: Es beruht auf dem Zusammenspiel von Umweltfaktoren und menschlicher Kreativität. Auch die Uferzone der Seen und Kanäle bleibt ein Anbaugebiet für Gemüse und Kräuter. Dazu gehören Kürbisblüten, Chilis, Quelites, Salat, Portulak und Mais.
Wasser und Landwirtschaft prägen zugleich den Lebensraum: Die touristisch genutzten Kanäle und verbliebenen Seen bieten dem gefährdeten Axolotl einen Lebensraum. Auf geschützten Kanalrouten können Besucher Zugvögel und endemische Vögel beobachten. Damit stehen in Xochimilco sowohl die Kulturlandschaft als auch ihre aquatische Natur im Mittelpunkt.
Fahrten und kulturelle Orte
An den Anlegestellen empfangen Besucher Fahrten mit Trajineras durch zahlreiche Kanäle und an den Chinampas vorbei. Die Isla de las Muñecas ist über eine Bootsfahrt durch die schiffbaren, ruhigen Kanäle erreichbar. Diese Angebote führen zu unterschiedlichen Erlebnissen: Eine Trajinera-Fahrt erschließt die Kanallandschaft, während die Fahrt zur Isla de las Muñecas ein konkretes Ziel hat.
Auch religiöse Traditionen prägen den Ort. Zu den bedeutendsten Zeremonien Xochimilcos gehört der Wechsel der Mayordomía des Niñopa im Pfarrtempel San Bernardino de Siena. Zu den Día-de-Muertos-Veranstaltungen zählen nächtliche Beleuchtungen, vorspanische Tänze, Wettbewerbe für Altäre und Totenköpfe, farbige Sägemehlteppiche sowie Aufführungen an verschiedenen Anlegestellen und Veranstaltungsorten. Das genaue Programm kann variieren.
An den Kunsthandwerksmärkten der Anlegestellen Nativitas und Cuemanco werden unter anderem Gegenstände aus Holz, Keramik, Pappmaché, Kupfer und Korbgeflecht sowie Repliken archäologischer Stücke angeboten. Eine Rotunde befindet sich am Ort des früheren Centro Ceremonial Xochimilco. Sie wurde zu Ehren von Fernando Celada, Quirino Mendoza, Juan Badiano, Francisco Goitia und José Farías Galindo errichtet.
Küche und lokale Erzeugnisse
Zu Xochimilcos Küche gehören Gerichte mit unterschiedlichen Zutaten und Zubereitungen. Mextlapique ist ein Tamal aus Süßwasserfisch: Er wird geröstet und in Maisblätter gewickelt. Mixmole, auch Michimolli genannt, ist ein Fischgericht in grüner Sauce. Chileatole ist ein gesalzener Maisbrei mit Chili; Elotamalli ein Mais-Tamal. Necuatole, eine Süßspeise auf Kürbisbasis, gehört in Xochimilco zu den Gaben für Kinder am Día de Muertos.
Auch Traditionen im Gemeindegebiet ergänzen den kulinarischen Blick auf die Region. In Santiago Tulyehualco wird weiterhin handwerklich Nieve hergestellt, mit Techniken, die denen der Kolonialzeit ähneln, und ausschließlich aus natürlichen Produkten. Dort findet auf der Plaza Quirino Mendoza seit 1971 jedes Jahr im Februar die Feria de la Alegría y el Olivo statt. Sie präsentiert Olivenprodukte und Alegría, eine traditionelle Süßigkeit aus Amaranth; die genauen Veranstaltungstermine können variieren.
Anreise planen
Von der Metrostation Taxqueña der Linie 2 können Sie in den Tren Ligero umsteigen, der bis zur Endstation Terminal Xochimilco fährt. Prüfen Sie vor der Abfahrt den aktuellen Betriebsstatus. So lässt sich die Anreise mit den Themen verbinden, die für Ihren Aufenthalt im Vordergrund stehen: Chinampas und Kanäle, Naturbeobachtung, kulturelle Traditionen oder die Küche Xochimilcos.
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