Das historische Zentrum von Oaxaca De Juárez ist Teil einer UNESCO-Welterbestätte. Sein kolonialer Grundriss, Museen in historischen Gebäuden, Kunsthandwerk und Märkte eröffnen verschiedene kulturelle Zugänge. Bei der Planung können Sie Schwerpunkte setzen: Architektur und Geschichte, Sammlungen und Textilien oder Essen und Festtermine.
Ein Zentrum mit klarer Struktur
Der koloniale Stadtgrundriss aus dem 16. Jahrhundert ist durch quadratische Häuserblocks und Portale an allen vier Seiten des Platzes geprägt. Das historische Zentrum umfasst 5,00 Quadratkilometer mit 247 Häuserblocks und 1.200 denkmalgeschützten Bauwerken ziviler und religiöser Architektur. Diese Dimensionen geben einen Eindruck davon, wie vielgestaltig das bauliche Erbe ist.
Der Templo de Santo Domingo de Guzmán setzt dazu einen eigenen architektonischen Akzent: Die Dominikaner errichteten den religiösen Barockkomplex zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert. Zu seinen prägenden Merkmalen gehören vergoldete Retabel und Fresken. Wer sich für die Baugeschichte interessiert, kann diesen Komplex neben dem kolonialen Stadtplan als weiteren Zugang zur Geschichte der Stadt betrachten.
Geschichte und Sammlungen
Das Museo de Sitio Casa Juárez widmet sich Benito Juárez: Zu sehen sind Dokumente und persönliche Gegenstände, außerdem behandelt das Museum den Reformkrieg, die französische Intervention und den Sieg der Republik. Das Haus stammt aus dem 18. Jahrhundert und wurde am 28. Dezember 1974 als kleines historisches Museum für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Das Museo de las Culturas de Oaxaca gehört zu einem Kulturzentrum im ehemaligen Kloster Santo Domingo de Guzmán, das der Dominikanerorden zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert errichtete. Zum Bestand des Museums zählen der Schatz aus Grab 7 von Monte Albán sowie Gold- und Silberschmuck. Die Sammlungen verteilen sich auf 14 Dauerausstellungsräume und neun thematische Räume mit archäologischen, historischen und ethnografischen Beständen.
Auch die Casa de la Ciudad befasst sich mit der Stadtgeschichte: Sie informiert über Ursprung, Entwicklung und Erhaltung des historischen Zentrums und ist öffentlich zugänglich. Prüfen Sie vor einem Besuch die aktuellen Zeiten. Im Herzen des historischen Zentrums liegt außerdem der Jardín Etnobotánico de Oaxaca, der zum Centro Cultural de Santo Domingo gehört. Öffentliche Führungen finden auf befestigten Wegen statt; informieren Sie sich vorab über die aktuellen Führungsdetails. Am selben Standort wie der Jardín befindet sich die Hemeroteca Pública de Oaxaca „Néstor Sánchez Hernández“. Dort können Bilder, Dokumente und Zeitungen konsultiert werden, die mehr als ein Jahrhundert alt sind.
Textilien, Grafik und wechselnde Ausstellungen
Das Museo Textil de Oaxaca vermittelt Designs, Techniken und kreative Herstellungsprozesse von Textilien aus Oaxaca, Mexiko und der ganzen Welt. Vorträge, Workshops und Ausstellungen gehören zu seinem Programm. Im Centro Fotográfico Manuel Álvarez Bravo wechseln Fotoausstellungen in sieben Räumen; eine auf Fotografie spezialisierte Bibliothek umfasst mehr als 4.000 Bände. Das Zentrum bietet außerdem Foto- und Leseworkshops, Buch- und Portfoliopräsentationen, Vorführungen und geführte Besichtigungen an.
Im Museo de los Pintores Oaxaqueños sind vier Räume für wechselnde Ausstellungen den Künstlern Rufino Tamayo, Rodolfo Morales, Rodolfo Nieto und Francisco Gutiérrez gewidmet. Selbstständige und geführte Besichtigungen, Vorträge, Buchpräsentationen, Unterrichtsangebote und Workshops gehören ebenfalls zum Angebot für alle Altersgruppen. Das Instituto de Artes Gráficas de Oaxaca ergänzt diese Auswahl regelmäßig mit Leseworkshops, künstlerischen und kulturellen Ausstellungen, Filmvorführungen und Musikveranstaltungen.
Handwerk und Essen auf den Märkten
Im Mercado de Artesanías, auch Mercado José Perfecto García genannt, werden Textilien, Holzschnitzereien, schwarzes und rotes Töpfergut, glasierte Keramik und handgefertigter Schmuck angeboten. Zu den Gemeinden, aus denen Händler kommen, zählen Tlacolula de Matamoros, Teotitlán del Valle, Mitla, San Bartolo Coyotepec, Arrazola und Ocotlán de Morelos. So stehen unterschiedliche handwerkliche Traditionen nebeneinander, ohne dass sich der Markt auf eine einzelne Produktart beschränkt.
Für einen kulinarischen Schwerpunkt bietet der Pasillo del Humo im Mercado 20 de Noviembre gegrilltes Tasajo, Cecina, Chorizo und Rippchen. Dazu werden handgemachte Tortillas, Salsa, Zwiebeln und Koriander gereicht. Eine andere wiederkehrende Gelegenheit zum Essen ist der traditionelle Sonntagsgrill im Mercado Miguel Hidalgo: Dort gibt es gegrillte Fleischstücke, frisch zubereitete Tortillas, hausgemachte Salsas und Beilagen.
Festtermine bewusst einplanen
Einige Erlebnisse sind an bestimmte Zeiten gebunden. Die Ruta de los Siete Templos findet im Zentrum überwiegend am Abend des Gründonnerstags statt und umfasst den Besuch von sieben Kirchen zum Gebet vor dem Allerheiligsten. Zu den Juli-Festlichkeiten Oaxacas gehören die Fiestas del Lunes del Cerro und die Guelaguetza. Jeden Juli organisieren außerdem Beschäftigte des Mercado Miguel Hidalgo auf dem Parkplatz eine Guelaguetza mit Musik und Tanz. Für Termine und Programm empfiehlt sich eine Prüfung vor der Reise.
Am 18. Dezember findet das Hauptfest der Basílica de Nuestra Señora de la Soledad mit Calendas, Prozessionen und Feuerwerk statt. Die Noche de Rábanos wird jedes Jahr am 23. Dezember begangen: Gärtner aus Oaxaca zeigen dabei Kunstwerke aus Radieschen, Strohblumen und Maisblättern.
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