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Coevorden entstand an einem strategischen Übergang: Reisende und Händler konnten hier einen flachen Bach queren, um die Sümpfe zu durchqueren. Diese frühe Rolle als Wegpunkt erschließt sich auch im Stedelijk Museum Coevorden. Die Dauerausstellung „Verhalen van Coevorden“ erzählt die Geschichte der ältesten Stadt Drenthes und verbindet dabei Stadtentwicklung mit den Konflikten, die Coevorden geprägt haben.

Stadtgeschichte und Architektur entdecken

Zu den Ausstellungsthemen zählen die Schlacht bei Ane, Kasteel Coevorden, der Bau der Festung, Coevorden als Garnisonsstadt und die Rückeroberung der Stadt. Die Themen können sich im Lauf der Zeit verändern; prüfen Sie vor Ihrem Besuch die aktuellen Ausstellungsschwerpunkte. Auch Kasteel Coevorden gehört zur langen Geschichte des Ortes: Seine ursprüngliche Form wurde bereits vor 1200 erbaut.

Wer den Blick auf die Gebäude richten möchte, kann der Historische Gebouwenwandeling folgen, die auch Bouwstijlenwandeling heißt. Sie führt an 36 markanten Gebäuden vorbei und stellt unter anderem Jugendstil, Art déco, die Amsterdamer Schule und die Nieuwe Haagse School vor. Eine historische Stadtwanderung mit Stadtführer behandelt außerdem die Burg und die Befestigungsanlagen im Zusammenhang mit den häufigen Kämpfen um Coevorden. Sie wird mittwochs und freitags nachmittags angeboten; prüfen Sie die aktuellen Termine vorab.

Museen mit unterschiedlichen Perspektiven

Die ehemalige Synagoge ist seit 2017 als Museum eingerichtet und erzählt von der Geschichte des jüdischen Lebens in Drenthe und Umgebung. Zum ehemaligen Synagogenkomplex gehören eine Mikwe, ein Ritualbad, und eine Lehrerwohnung, die 1879 zusammen mit der neuen Synagoge errichtet wurden. Das Synagoge-Museum verbindet ein Gotteshaus mit einer angrenzenden Wohnung; diese Kombination gilt in Drenthe als einzigartig. Seit Sommer 2023 verfügt das Museum über einen Treppenlift zum Obergeschoss. Da sich Besuchsinformationen ändern können, empfiehlt sich vorab ein Blick auf die aktuellen Angaben.

Einen anderen Zugang bietet das Museum Thijnhof mit realistischer und surrealistischer Kunst. Wechselnde Ausstellungen bringen immer wieder neue Werke in den Blick; Workshops ergänzen das Programm. Im Freilichtmuseum Ellert en Brammert wird im historischen Schulgebäude die Sage von Ellert und Brammert von ehrenamtlich Tätigen vorgelesen. Zum Museum gehören außerdem ein großer Spielplatz und ein kleiner Streichelzoo. Es ist vollständig für Rollstuhlfahrer zugänglich, stellt an der Kasse Rollstühle bereit und bietet angepasste Einrichtungen. Prüfen Sie diese Besuchsinformationen vor Ihrer Reise.

Mühlen, Befestigungen und Landschaftsspuren

In Dalen stehen zwei Mühlen mit sehr unterschiedlichen Baujahren. Molen De Bente stammt aus dem Jahr 1814 und zählt zu den ältesten Mühlen Drenthes; Ehrenamtliche ermöglichen, dass sie regelmäßig in Betrieb genommen werden kann. Molen Jan Pol wurde 1876 als Galerieholländermühle errichtet und wird als höchste Mühle Drenthes beschrieben. Beide Bauwerke bieten einen konkreten Anlass, bei einem Kulturspaziergang auch auf die regionale Mühlengeschichte zu achten.

Die Katshaarschans zeigt eine andere Seite der Geschichte: Sie wurde angelegt, um eine wichtige Route nach Coevorden zu verteidigen. Ein quadratischer Erdwall, umgeben von einem breiten Graben, macht die Anlage als Befestigung verständlich. Archäologische Spuren führen noch weiter zurück. Die Papeloze Kerk entstand in der Jungsteinzeit, etwa zwischen 3450 und 3250 v. Chr., in der Zeit des Trichterbechervolks. In der Nähe wurden zwei Felder mit insgesamt 47 Grabhügeln gefunden; einige liegen in Celtic Fields, auch Raatäcker genannt.

Wanderwege vom kurzen Abstecher bis zur Mehrtagestour

Für den Besuch der Denkmäler rund um die Papeloze Kerk führt eine 2,3 Kilometer lange grüne Wanderroute von Staatsbosbeheer durch das Sleenerzand. Seit 2006 findet bei der Papeloze Kerk wieder einmal jährlich eine Hagepredigt statt; informieren Sie sich über das Programm des jeweiligen Jahres. Eine weitere Wanderung von der Papeloze Kerk nach ’t Haantje verläuft teils durch Wald und teils durch Weideland am Oranjekanaal entlang.

Der Maßstab ist beim Cultuurpad Coevorden ein anderer: Der Rundwanderweg ist mehr als 200 Kilometer lang und führt durch die gesamte Gemeinde. Einwohner haben ihn zusammengestellt, um Orte mit Geschichte, Landschaft, Denkmälern, Kunst, Natur, Gebäuden und Geschichten zu verbinden. Er beginnt in Zwinderen, kann aber auch an einem anderen Ort gestartet werden. Prüfen Sie vor dem Aufbruch die aktuellen Routeninformationen.

Auch „Langs de Grenzen van Drenthe“ beginnt und endet bei Kasteel Coevorden. Die etwa 350 Kilometer lange Radroute wurde im April 2026 offiziell eröffnet und ist in sechs Tagesetappen gegliedert. Sie ist vor Ort ausgeschildert und digital über Drenthe.nl sowie die Drenthe Routes-App abrufbar; die App bietet unterwegs zusätzliche Video- und Audioinformationen von Fachleuten. Da sich Routeninformationen und digitale Angebote ändern können, prüfen Sie diese vor der Abfahrt.

Eine weitere Wanderung verbindet Meppen und Gees: Sie führt über das Pumpwerk Bollema in das Naturgebiet Geeserstroom und am Klinkenberg vorbei, wo im 13. Jahrhundert eine Burg stand. Meppen liegt zwischen Wald, Heide, Sandverwehungen und Wacholdersträuchern. So unterscheiden sich die Wege nicht nur in ihrer Länge, sondern auch in ihrem Schwerpunkt: von archäologischen Denkmälern über die Geschichte einer Stadt bis zu Landschaft und Natur.

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