Der Rundweg Ommetje Ooij ist eine konkrete Möglichkeit, Ooij zu Fuß kennenzulernen: Er führt durch die Ooijpolder und verbindet Flusslandschaft mit Ortsgeschichte.
Wandern durch die Ooijpolder
Der Rundweg ist 7,5 km lang und teilweise unbefestigt; gewundene Deiche und Bauernlandwege prägen seinen Verlauf. Er vermittelt die Kulturgeschichte Ooijs als ehemaligem Arbeiterdorf, das bis weit in die 1970er-Jahre mit der Ziegelproduktion verbunden war. Auch die Entstehungsgeschichte der Flusslandschaft wird unterwegs thematisiert. Länge und Oberfläche helfen bei der eigenen Tagesplanung. Da sich die Wegbeschaffenheit ändern kann, prüfen Sie die örtlichen Bedingungen vor dem Aufbruch.
Flusslandschaft und Natur
Die Ooijpolder ist eine ausgedehnte Polderlandschaft in den Überschwemmungsgebieten der Waal und ein wichtiger Bestandteil der Nationallandschaft De Gelderse Poort. In der Ooijpolder sind Wildpferde, Biber und große Gänse anzutreffen; außerdem grasen dort Galloway-Rinder. Das Vorkommen der Tiere kann saisonal variieren. Als weiteres Landschaftselement gibt es ein großes Gebiet zum freien Erkunden mit einem Aussichtsturm. Prüfen Sie die örtlichen Zugangsbedingungen vor Ihrem Besuch. Ein Aussichtsturm ist ein klar benannter Landschaftspunkt, während Tierbeobachtungen wegen der saisonal variierenden Präsenz flexibel bleiben.
Ziegelgeschichte in Ooij
Zur Baugeschichte gehört auch die Sint Hubertuskerk in Ooij. Die neugotische Kirche wurde 1904–05 nach einem Entwurf von Caspar Franssen (1860–1932) erbaut. Neugotik bezeichnet die Wiederaufnahme gotischer Formen in einer späteren Bauzeit; damit eröffnet die Kirche einen architektonischen Blick neben den Industriezeugnissen.
Das Denkmal De Ballenmaker steht im Zentrum von Ooij an der Kreuzung von Bleistraat und Kon. Julianalaan. Es erinnert an die Ziegelproduktion in der Umgebung und stellt damit einen eigenen Bezug zur Ortsgeschichte her.
Die Tiengeboden sind Arbeiterhäuser, die von den Ziegeleien entlang des Deichs errichtet wurden. Ihr Name leitet sich von zwei Reihen mit jeweils fünf rückseitig aneinandergebauten Häusern ab, die für Arbeiter der Steenfabriek De Vlietberg gebaut wurden. Die ehemalige Steenfabriek De Vlietberg wurde 1873 erbaut und 1975 geschlossen. Erhalten sind heute nur der gekappte Schornstein, das Direktorenhaus und das Kutschenhaus.
Auch eine Radtour greift das Thema auf: Die Steenfabriek De Ooij ist eine Station der Tour „Steengoed – Fietsen door de Ooijpolder en Lingewaard“. Damit stehen eine Wanderroute durch die Polderlandschaft und eine Radtour mit einem benannten Ziegelei-Stopp als unterschiedliche Perspektiven nebeneinander. Die Stichting Van Steen en Natuur setzt sich für den Erhalt der kulturhistorischen ziegelindustriellen Landschaft in der Ooijpolder ein. Sie möchte Besuchern die für die Niederlande einzigartige Kulturlandschaft näherbringen. Auf der Ooijroute lassen sich alte Flussläufe, Überschwemmungsgebiete, Lehmgruben, Sumpfgebiete und Flussdünen entdecken.
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