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Wer Oudeschans verstehen möchte, trifft auf zwei eng verbundene Themen: Wasserbau und Verteidigung. Eine Schleuse an der Westerwoldsche Aa, die Festungswälle, Bastionen mit unterschiedlichen Nutzungen und eine Kirche für stationierte Militärangehörige erzählen verschiedene Teile der Ortsgeschichte. Eine markierte Wanderroute folgt der Aa; Route 31 eröffnet Ausblicke auf das befestigte Dorf und die umliegenden Ländereien.

Schleuse und Festungsgeschichte

Mitte des 16. Jahrhunderts wurde in der Westerwoldsche Aa an der strategischen Stelle von Oudeschans eine Schleuse gebaut. Das Schleusensystem konnte ein großes Gebiet überfluten, um es für feindliche Heere unzugänglich zu machen. Wasserlauf und Verteidigung gehören damit zur selben Ortsgeschichte: Die Schleuse erfüllte eine militärische Funktion.

Die Festung von Oudeschans wurde 1814 aufgehoben. Geführte Rundgänge durch Oudeschans und über die Festungswälle können reserviert werden. So lässt sich die Geschichte des befestigten Ortes auch im Rahmen eines geführten Rundgangs kennenlernen.

Bastionen und Spuren am Wasser

Das Dodenbastion war früher ein Verteidigungswerk und wird seit dem 17. Jahrhundert als Friedhof genutzt. Das Kruydenbastion hat heute eine andere Funktion: Es wird als Obstgarten mit alten Obstsorten genutzt. Zusammen zeigen die beiden Bastionen unterschiedliche Nutzungen – hier Friedhof, dort Obstgarten.

Zwei Kolken in Oudeschans stammen aus der Zeit der Deichbrüche im 17. Jahrhundert. Der ehemalige Hafen ist ein Überrest der alten Westerwoldsche Aa. Diese Orte ergänzen die Geschichte der Festung um weitere Spuren, die mit Wasser und Deichen verbunden sind.

Kirche und Zugbrücke

Die Garnizoenskerk wurde 1626 für die in Oudeschans stationierten Militärangehörigen gegründet. Ihr hölzernes Gewölbe ruht auf bemalten Konsolen; an der Ostseite ist ein Pfarrhaus angebaut. Gründung und Architektur geben dabei unterschiedliche Einblicke: Das Datum verweist auf den Zweck für die Garnison, die Bauteile prägen das Erscheinungsbild der Kirche.

Eine andere Jahreszahl gehört zur Zugbrücke: Sie wurde 1976 über einem toten Arm der Westerwoldsche Aa errichtet und ist eine Kopie der ursprünglichen Brücke. Die Daten markieren unterschiedliche Etappen: 1626 steht für die Kirchengründung, 1814 für die Aufhebung der Festung und 1976 für die Errichtung der Brückenkopie.

Wanderroute und Aussicht

Eine markierte Wanderroute verläuft entlang der alten Westerwoldsche Aa. Route 31 bietet von der Contrescarpe, der zweiten Verteidigungslinie, Ausblicke auf das befestigte Dorf Oudeschans und die umliegenden Ländereien. Sie endet am Parkplatz Koudehoek nördlich von Oudeschans, 9696 Oudeschans.

Die beiden Routenbezüge setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Die markierte Route folgt dem Verlauf der Aa, während Route 31 Ausblicke von der Contrescarpe bietet. Damit können Sie für Ihren Aufenthalt zwischen einem Blick auf den Wasserlauf und einer Perspektive auf das befestigte Dorf samt umliegenden Ländereien unterscheiden.

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Zur übergeordneten Reiseübersicht: Bellingwedde.

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