Der Hortus Botanicus Haren entstand 1642 und erstreckt sich über mehr als 14 Hektar. Zu ihm gehört ein in Europa einzigartiger chinesischer Ming-Garten. Neben dem Hortus befindet sich das ehemalige Biologische Zentrum, heute ein Ort für Kreative. Botanische Geschichte und eine heutige kreative Nutzung stehen hier direkt nebeneinander.
Auch die Landschaft rund um Haren erzählt von Veränderungen über längere Zeiträume. Im Scharlakenbos lässt sich dieser Faden besonders konkret verfolgen: vom einstigen Moor- und Heidegebiet bis zur Entstehung des Waldgebiets.
Garten und Landschaft
Das Scharlakenbos ist ein etwa fünf Hektar großes Waldgebiet an der Südseite des Groningener Dorfs Haren. Um 1900 entstand es auf einer Fläche, die um 1850 noch aus armer Moor- und Heidefläche bestand und damals Pieperspoelen hieß. Die kleine Pingo-Ruine im Wald ergänzt diese Landschaftsgeschichte um eine weitere Besonderheit. So treffen auf überschaubarem Raum eine konkrete Ortsgeschichte und ein benanntes Relikt der Landschaft aufeinander.
Im Scharlakenbos gibt es eine naturkundliche Bildungsroute für Kinder und Erwachsene; ihre Details können sich ändern. Außerdem kann man dort an den Überresten früherer Freibäder entlanggehen. In der Umgebung von Haren grenzt das Naturschutzgebiet De Oosterpolder an De Mikkelhorst. Dort prägt eine abwechslungsreiche Bachniederungslandschaft das Gebiet und lädt zum Wandern ein. Waldgebiet und Bachniederung bieten damit unterschiedliche landschaftliche Schwerpunkte.
Archäologische Spuren und Baugeschichte
Am Rand von Haren vermittelt der archäologische Wanderpark De Vork Wissen über örtliche Funde und frühere Lebensweisen. Dort steht eine Rekonstruktion eines eisenzeitlichen Bauernhofs. Bohlenwege führen durch das Grün; am Wasser lassen sich verschiedene Vögel beobachten. Die Verbindung aus archäologischer Rekonstruktion und Naturbeobachtung gibt dem Park einen anderen Schwerpunkt als den Garten und die Landschaftsgeschichte im Scharlakenbos.
Auch die historischen Kirchen unterscheiden sich in Bauzeit und Architektur. Die ehemalige Sint Lambertuskerk in Haren ist eine dreischiffige neugotische Pseudobasilika mit Westturm. Ihr geschnitzter neugotischer Altar stammt aus der Bauzeit. Die Hervormde kerk Haren, auch Nicolaaskerk genannt, wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut und vereint romanische sowie romanisch-gotische Architektur. Auf dem Gelände des ehemaligen Klosters Yesse bei Haren befindet sich außerdem ein Besucherzentrum.
Alltag, Produkte und Radwege
De Mikkelhorst ist ein ökologischer Bauernhof am Rand des grünen Dorfs Haren. Der gemeinsame Spielplatz ist dafür gedacht, dass Kinder mit und ohne körperliche Behinderung zusammen spielen können. In der Landwinkel gibt es regionale Produkte, darunter Honig von den eigenen Bienen und Gemüse aus dem eigenen Garten. Im Zentrum von Haren findet auf dem Raadhuisplein jeden Freitag ein Wochenmarkt statt. Bauernhof, Landwinkel und Markt setzen jeweils einen eigenen Akzent auf regionale Produkte.
Für Radtouren bieten sich unterschiedliche räumliche Schwerpunkte. Die historische Fahrradroute Groene Parels ist 42 Kilometer lang und führt durch die Stadt Groningen sowie das umliegende Haren. Die Fahrradroute Genieten van het Gorecht führt von den Wohnvierteln Oosterhaars über die Onnerpolder am Naturgebiet Harener Wildernis vorbei; dieses besteht aus Sumpfwald und Grasland. So unterscheiden sich die Routen sowohl in ihrem beschriebenen Verlauf als auch in den Landschaften, die sie einbeziehen.
Für die Ankunft im Zentrum ist der NS-Bahnhof Haren eine praktische Orientierung: Von dort sind es wenige Gehminuten bis ins Zentrum. Die Qbuzz-Buslinie 50 hält am Raadhuisplein im Zentrum von Haren. Wer Markt, Zentrum und die beschriebenen Natur- oder Kulturthemen in die eigene Planung einordnen möchte, kann diese Angaben als unterschiedliche Anhaltspunkte für den Aufenthalt nutzen.
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