Eine Schepenzaal aus dem Jahr 1545, eine rekonstruierte mittelalterliche Kogge und ein Glockenspiel mit 48 Glocken: Kampen bietet verschiedene Zugänge zu seiner Geschichte. In den Museen, Kirchen und Handwerksorten begegnen Ihnen dabei ganz unterschiedliche Themen – vom Leben an der IJssel bis zur Herstellung von Mehl und Milchprodukten.
Museen in historischen Gebäuden
Das Stedelijk Museum Kampen befindet sich im ehemaligen Rathaus. Seine Sammlung umfasst mehr als 8.300 Objekte und behandelt unter anderem das Leben an der IJssel. Zu den besonderen Stücken zählt die Schepenzaal von 1545. Damit verbindet das Museum einen großen Sammlungsbestand mit einem konkreten Einblick in die Geschichte der Stadt.
Im Ikonenmuseum Kampen wird die ständige Sammlung der Alexander Stichting ausgestellt. Das Museum befindet sich in einem historischen Kloster, das einst Teil des Konvents der Minderbrüder war. Vom Bahnhof Kampen aus sind es fünf Gehminuten. Ein anderer historischer Rahmen erwartet Sie im Biermuseum: Es liegt in einem restaurierten Gebäude aus dem Jahr 1440. Im Gartensaal können Besucher mittelalterliches Bier genießen.
Auch die Bovenkerk erschließt Geschichte auf mehreren Wegen. Sie ist für ihre schöne Akustik bekannt und beherbergt regelmäßig Konzerte. In der Lemkerkapelle und der Gruft befinden sich Familiengräber; außerdem ist der Maler Hendrick Avercamp hier begraben. Gruppenführungen durch die Kirche werden das ganze Jahr über angeboten. Klären Sie die Führung vor Ihrem Besuch ab.
Kogge, Turm und Handwerk
Die Kamper Kogge ist die Rekonstruktion eines mittelalterlichen Frachtschiffs und basiert auf einem Wrack aus der Zeit um 1334. Das Gelände der Koggewerf ist frei zugänglich. Eine Führung über das Gelände und zur Kogge lässt sich nach Vereinbarung organisieren. Auch eine Fahrt mit der Kamper Kogge entlang der IJssel bei Kampen kann nach vorheriger Kontaktaufnahme und Vereinbarung arrangiert werden; stimmen Sie die Möglichkeiten vorab ab.
De Nieuwe Toren ist ein geschütztes Denkmal und ein etwa dreieinhalb Jahrhunderte alter Glockenturm. Sein Glockenspiel hat 48 Glocken und erklingt regelmäßig. Wer den Turm besteigen möchte, kann dies nach Vereinbarung tun: 163 Stufen führen bis auf etwa 65 Meter Höhe. Vereinbaren Sie den Aufstieg vor Ihrem Besuch. Eine weitere Möglichkeit, den Ort zu Fuß zu entdecken, bieten geführte Stadtspaziergänge mit einem erfahrenen Guide.
Zwei Routen setzen unterschiedliche Akzente: Die Inspiratieroute Kampen führt ganzjährig an Ateliers, Galerien und weiteren kreativen Orten im historischen Stadtkern vorbei. Die Ambachtelijke Route macht mit lebendigen traditionellen Handwerken und historischen Denkmälern vertraut, die an die Handels- und Schifffahrtsgeschichte erinnern. So reicht der Blick vom kreativen Schaffen bis zu den Spuren des früheren Handwerks und Handels.
Auch D’Olde Zwarver verbindet Handwerk mit einem nachvollziehbaren Arbeitsprozess. Die Mühle ist die einzige funktionierende Getreidemühle in der Gemeinde Kampen. Besucher können dort den Weg vom Getreide zum Mehl verfolgen; freiwillige Müller zeigen, wie die Bestandteile der Mühle zusammenarbeiten. In der historischen Zigarrenfabrik De Olifant kann eine einstündige Führung gebucht werden. Sie behandelt den Einkaufs- und Produktionsprozess von De Olifant & De Eenhoorn. Prüfen Sie vor dem Besuch die Verfügbarkeit und Buchungsbedingungen.
Kampereiland und Reevediep
Das Kampereiland ist eine zusammenhängende Wiesenlandschaft aus Außenpoldern, deren Bedeutung Naturwerte, Kulturgeschichte und geologische Geschichte umfasst. Im Reevediep nutzen große Gruppen von Uferschnepfen und andere Watvögel das Gebiet zum Schlafen und zur Nahrungssuche. Der südliche Teil des Reevediep ist nur über einen Wander- und Radweg zugänglich. Im Reevediep gibt es zwischen dem Drontermeer und der IJssel außerdem eine Fahrrinne für die Freizeitschifffahrt. Diese Angaben zeigen unterschiedliche Perspektiven auf die Landschaft: den Weg zu Fuß oder mit dem Rad, die Vogelwelt und die Nutzung des Wassers.
Die Museumboerderij Erf 29 zeigt, wie vor 100 Jahren auf den Höfen des Kampereilandes gearbeitet wurde. Sie befindet sich in einem Bauernhaus des 19. Jahrhunderts vom sächsischen Hallentyp, das auf einer Warft steht. Einen anderen Einblick in die Hofgeschichte bietet Erf-1, der seit 1432 genutzt wird und als erster und ältester Hof auf dem Kampereiland gilt. Dort können Besucher den Stall besichtigen und sehen, wie die Produkte hergestellt werden. Die eigene Milch wird handwerklich zu Produkten wie Joghurt und Butter verarbeitet. Eine Führung über das ERF umfasst eine Käseverkostung sowie Kaffee oder Tee; stimmen Sie den Termin vorab ab.
Die Vielfalt der Themen reicht damit von Sammlungen und Baugeschichte bis zu lebendigem Handwerk und einer Landschaft, in der Natur und Nutzung nebeneinander sichtbar werden. Für einen Aufenthalt können Sie die Entdeckungen nach Ihren Interessen gewichten: etwa die Museen und die Kogge, die Routen durch kreative und historische Orte oder die Einblicke in die Höfe und das Reevediep.
Weitere Reiseziele entdecken: Kampen, Kamperveen, Zalk, Grafhorst, IJsselmuiden, Hellendoorn, Twenterand, Zwartewaterland.
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