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Wer Lekkerkerk auswählt, entscheidet sich für ein langgestrecktes Deichdorf, dessen Gestalt vom Fluss geprägt ist. Große Flächen werden überwiegend landwirtschaftlich genutzt; zugleich erzählen Kirche, Deichschutz und die Arbeit auf dem Wasser von der Ortsgeschichte. So lassen sich die gebaute Geschichte im Ort und die Landschaft an der Bakkerswaal als unterschiedliche Seiten desselben wassergeprägten Umfelds kennenlernen.

Deichlandschaft und Bakkerswaal

Die Bakkerswaal entstand während der großen Elisabethflut von 1421 als Kolk eines Deichbruchs. Die Eendenkooi Bakkerswaal umfasst 22 Hektar und ist die größte noch genutzte Entenkoje der Niederlande. Vor dem Besuch empfiehlt es sich, die Betriebsdetails zu prüfen. Am Fuß des Lekdijk gibt es bei der Eendenkooi eine Vogelbeobachtungsstelle mit weitem Blick über die Kooiplas. Nördlich der Bakkerswaal verläuft ein frei zugänglicher Wanderweg. So stehen an diesem Landschaftspunkt sowohl die Entstehung des Gewässers als auch eine fortgesetzte Nutzung im Mittelpunkt.

Kirche, Mauer und Ortsgeschichte

Die Dorpskerk am Kerkplein im historischen Teil von Lekkerkerk geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Sie ist ein Rijksmonument und besitzt großen historischen Wert. 1575 brannten die Spanier die Kirche und das gesamte Dorf nieder; erst 40 Jahre später stand wieder ein nutzbares Kirchengebäude. Damit erzählt die Kirche nicht nur von mittelalterlichen Ursprüngen, sondern auch von einer langen Wiederaufbauphase.

Ein weiteres Kapitel der Ortsgeschichte ist die Muur van Lekkerkerk. Nach Deichbrüchen im Januar und Februar 1760 wurde die historische Mauer durch eine Mauer aus IJsselklinkern ersetzt. Ihre Treppen wurden genutzt, um Wasser aus der Lek zum Waschen zu holen und im Fluss zu fischen. Über die Öffnungen entlud man Schiffe, die örtliche Geschäfte und Betriebe belieferten. Treppen und Öffnungen hatten verschiedene Aufgaben: Die einen verbanden den Alltag mit dem Fluss, die anderen den Schiffsverkehr mit der örtlichen Versorgung.

Entlang des Lekdijk stehen ansehnliche Bauernhöfe aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert, besonders in Opperduit. Sie ergänzen die Sakral- und Wasserbaugeschichte um bäuerliche Architektur. Zur lokalen Handwerksgeschichte gehört die Seilerei der Familie Roest, eine der bekanntesten Seilereien in der Krimpenerwaard. Über Jahrhunderte prägten Landwirtschaft, Lachsfischerei auf der Lek, Schifffahrt und Schiffbau die Erwerbszweige in Lekkerkerk. Die Höfe und Berufe eröffnen damit zwei unterschiedliche Seiten der Ortsgeschichte: das Leben auf dem Land und die Arbeit am Fluss.

Anreise mit dem Bus

Die Buslinie 292 verbindet Capelsebrug in Rotterdam mit Lekkerkerk und hält im Ortszentrum. Wenn Sie mit dem Bus anreisen, ist dieser Halt ein Orientierungspunkt für den Ort. Prüfen Sie vor der Fahrt den Fahrplan.

Weitere Reiseziele entdecken: Krimpen aan de Lek.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Nederlek.

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