Neun Räume im Museum Hulst, 3,5 Kilometer Stadtwälle und ein geführter Aufstieg auf den Basilikaturm zeigen unterschiedliche Maßstäbe, in denen sich die Geschichte der Festungsstadt erschließt. Zwischen Bauwerken, Museum und Wegen können Sie Hulst nach Ihrem Schwerpunkt entdecken: mit Blick auf Architektur, Reynaert-Erzählungen oder die Umgebung.
Museum, Basilika und Bauwerke
Das Museum Hulst und das Touristische Informationszentrum befinden sich seit Juni 2022 im ’s-Landshuis. Das Gebäude wurde wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts als Verwaltungssitz der Magistratur des Hulsterambacht erbaut; seine heutige Form stammt aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Im Gebäude ist das Triptychon „Mozes en de Wetstafelen“ zu besichtigen. Die Dauerausstellung des Museums führt durch neun Räume mit Geschichten über Oost-Zeeuws-Vlaanderen. Eine Audiotour gibt es auf Niederländisch, Englisch und Deutsch; auch die Audiotour für Kinder ist in diesen drei Sprachen verfügbar.
Die H. Willibrordusbasiliek steht im Herzen der Festungsstadt und ist im brabantisch-gotischen Stil erbaut. Mit ihrem Bau wurde im 13. Jahrhundert begonnen, in den folgenden Jahrhunderten wurde sie umfangreich erweitert. Wer Hulst aus der Höhe betrachten möchte, kann den Turm im Rahmen einer Führung besteigen: Der Ausblick reicht aus 60 Metern Höhe über die Umgebung. An der Ecke von Basilika und Grote Markt steht außerdem die Skulpturengruppe „Als de vos de passie preekt“.
Auch an den Toren und der Mühle wird Baugeschichte konkret. Die Dubbele Poort besitzt drei gewölbte, gemauerte Ziegeldurchgänge, die tunnelartig in den Erdwall der Befestigung eingebaut sind. Auf ihrer landseitigen Brustwehr nennt ein Datierungsstein für den westlichen Teil das Baujahr 1771. Die Stadsmolen auf dem Molenbolwerk ist eine runde steinerne Galerie-Windmühle mit drehbarer Haube. Sie wurde 1792 erbaut und ist als Rijksmonument eingetragen.
Stadtwälle und Rundgänge
Die Stadtwälle von Hulst sind 3,5 Kilometer lang. Sie wurden während des Achtzigjährigen Krieges angelegt und vollständig restauriert. Zusammen mit dem Stadtgraben prägen sie den Charakter der historischen Festungsstadt; von den Wällen bieten sich Ausblicke. Eine vollständige Umrundung auf verschiedenen Ebenen ist in etwa einer Stunde möglich. Die Wege auf den Stadtwällen sind breit, befestigt und für Rollstuhlfahrer gut zugänglich.
Die 3 Kilometer lange Route „Wandelen door vestingstad Hulst“ führt über die Befestigungsanlagen und an Denkmälern, Kunstwerken und alten Toren vorbei. Die Routenangabe beschreibt damit eine konkrete Strecke, während die Zeitangabe die vollständige Umrundung der Wälle auf verschiedenen Ebenen betrifft. So können Sie bei der Planung sowohl die Länge der ausgewiesenen Route als auch den ungefähren Zeitbedarf für die Wallrunde berücksichtigen.
Reynaert-Geschichten und besondere Besuche
Reynaert begegnet Ihnen in Hulst an mehreren Orten. Ein Reynaert-Denkmal steht seit 1938 in der Stadt: Zunächst war es auf dem Markt aufgestellt, 1945 wurde es an einen Ort direkt außerhalb der Gentsepoort versetzt. Die Pagadders, Figuren spanischer Soldaten, sind über die Innenstadt verteilt und informieren über eine spannende Epoche der Geschichte der Festungsstadt. Für Kinder gibt es in der Festung eine Reynaert-Schnitzeljagd mit Aufgaben entlang des Weges.
Wer sich für Begräbniskultur interessiert, kann eine Führung über den Friedhof an der Zoutestraat anfragen. Die Arbeitsgruppe für funeräres Kulturerbe bietet diese Führungen auf Anfrage an. Der älteste Teil des Friedhofs besitzt einen hohen kulturhistorischen Wert. Das Angebot unterscheidet sich damit von einem Rundgang an den Toren oder auf den Stadtwällen: Hier steht die Geschichte des Friedhofs im Mittelpunkt, und die Führung erfolgt auf Anfrage.
Routen und Landschaft im weiteren Umfeld
Für eine längere Fahrt beginnt in Hulst die etwa 100 Kilometer lange Reynaertroute. Sie ist eine Autoroute und führt durch Oost-Zeeuws-Vlaanderen sowie den Norden des Waaslands. Für Freizeitradler gibt es in Hulst längere und kürzere Routen durch Wälder, Polder und Tulpenfelder. Diese Angebote setzen unterschiedliche Akzente: Die Reynaertroute ist eine Fahrt mit dem Auto, während die Radwege für kürzere oder längere Touren vorgesehen sind.
Im weiteren Umfeld von Hulst verbinden sich kleine Dörfer und ausgedehnte Felder mit einem langen Seedeich an der Westerschelde, Brackwassernatur im Verdronken Land van Saeftinghe und Wäldern nahe der belgischen Grenze. Diese Landschaftsangaben beziehen sich auf das weitere Gebiet rund um Hulst und ergänzen den Blick auf die Bauwerke und Wege in der Stadt. So lässt sich bei der Wahl der Aktivitäten zwischen Festungsgeschichte im Ort und unterschiedlichen Landschaften im Umfeld abwägen.
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