Wallern im Burgenland erschließt sich besonders über seine Ortsgeschichte: Der Glockenturm am Hauptplatz stammt aus dem Jahr 1784; Mariensäule, Kunstwerke und der Name „Altes Dorf“ verweisen auf weitere historische Schichten. Daneben steht mit der Fahrradbrücke über den Einserkanal ein eigener Bezug zum Radverkehr. Für die Reiseplanung ergibt sich so ein Kontrast zwischen Baugeschichte und einer grenzüberschreitend gedachten Radverbindung.
Glockenturm, Denkmäler und Kunst
Der alleinstehende Glockenturm wurde 1784 auf dem Hauptplatz erbaut. Seine Grundfläche beträgt 4 × 4 Meter, seine Höhe etwa 12 Meter. Anhand dieser Maße lässt sich die Form gut fassen: Bei quadratischer Grundfläche ist der Turm ungefähr dreimal so hoch wie eine Grundflächenseite. Aufgrund seiner Lage im Ort wird er den Ortswehrtürmen aus der Türkenzeit zugerechnet; von diesen sollen im Nordburgenland nur noch fünf erhalten sein.
Die Mariensäule an der Hauptstraße wurde 1875 unter Pfarrer Johann Vayan errichtet und steht seit 2000 unter Denkmalschutz. Im selben Jahr fertigte Erich Unger am Hauptplatz das Mosaikbild des Gemeindewappens an. So lassen sich unterschiedliche Zeitbezüge unterscheiden: 2000 bezeichnet bei der Säule den Schutzstatus, beim Mosaik dagegen das Entstehungsjahr.
Vor dem Gemeindeamt wurde 2019 anlässlich der 750-Jahr-Feier Wallerns eine Statue mit Glasmalereien eingeweiht. Die Glasmalereien zeigen Wallern sowie die Partnergemeinden Wallern an der Trattnach, Volary und Kapuvár. Anders als das Gemeindewappenmosaik bildet die Statue damit mehrere Gemeinden ab; beide Werke setzen jedoch unterschiedliche Motive der lokalen Identität ins Bild.
Das Alte Dorf und die Kirchengeschichte
Das historische „Alte Dorf“ bestand aus etwa 40 Häusern und einem kleinen Kirchlein. Es lag ungefähr eine halbe Stunde südlich der heutigen Ortschaft Wallern; das Gebiet der früheren Siedlung trägt bis heute den Namen „Altes Dorf“. Der Name bewahrt damit den Bezug zur früheren Siedlung, während die ungefähre Zahl der Häuser eine Vorstellung von ihrer Größe gibt.
Die Pfarrkirche zum heiligen Matthäus wurde 1931/32 erbaut und 1932 konsekriert. Bauzeit und Weihe markieren dabei unterschiedliche Stationen: Der Kirchenbau erstreckt sich über 1931 und 1932, die Konsekration erfolgte 1932. So ergänzt ein datierter Kirchenbau des 20. Jahrhunderts die älteren Spuren der Ortsgeschichte.
Radbrücke und weitere Ortsbezüge
Die Baron Gustáv Berg Brücke über den Einserkanal wurde am 25. Mai 2013 eröffnet. Als Fahrradbrücke liegt sie südlich des Ortsgebiets von Wallern und hat eine Spannweite von 30 Metern. Sie soll Radfahrern als grenzüberschreitende Erweiterung des Radnetzes dienen. Beim Glockenturm stehen Baujahr und historische Zuordnung im Mittelpunkt, bei der Brücke Eröffnung, Maße und ihre vorgesehene Rolle im Radnetz. So zeigen die beiden Bauwerke unterschiedliche Seiten des Ortes: das historische Erbe und den Bezug zum Radverkehr.
Wallern wird als „Südliches Tor“ zum Nationalpark bezeichnet. Einen lokalen Produktbezug gibt es ebenfalls: Alles Gurke bietet frische Gurken direkt aus Wallern an.
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