Ein Hochmoor, handgeschöpftes Büttenpapier und Wege mit sehr unterschiedlichem Charakter geben Bad Großpertholz verschiedene Seiten. Natur, Handwerk und historische Zeugnisse setzen jeweils eigene Schwerpunkte. Für die Planung lohnt es sich, diese Unterschiede mitzudenken: Eine Rundtour lässt sich anhand ihrer Länge und Dauer einordnen, während der Papiermühlenweg über seine Stationen und den teils steilen Rückweg beschrieben ist.
Moorlandschaft und Ausblicke
Das Pertholzer Moor liegt in der Marktgemeinde Bad Großpertholz und umfasst rund 2,8 Hektar. Das Hochmoor besteht überwiegend aus standorttypischem Rotföhrenmoorwald; kleinere offene Übergangsmoorbereiche ergänzen die Vegetation. Wer sich für unterschiedliche Moorformen interessiert, findet hier eine konkrete Einordnung der Landschaft und ihrer Pflanzenwelt.
Der Naturpark Nordwald liegt am Westrand des Waldviertler Hochlandes zwischen Bad Großpertholz und Karlstift und weist einen nordisch-skandinavischen Charakter auf. Zu seinen Ausflugszielen zählt das Hochmoor „Große Haide“. Als Sehenswürdigkeiten im Naturpark werden außerdem der „Schauraum zum Leben der Holzarbeiter“ und der rekonstruierte Triftkanal genannt. Der Aussichtsturm Schwarzenberg bei Bad Großpertholz bietet einen Weitblick über die Landschaft des Naturparks Nordwald.
Auch das Großpertholzer Heilmoor gehört zu den besonderen Merkmalen des Ortes: Es ist das erste Heilpeloid, das nach den Bestimmungen des Bundesgesetzes von 1958 im Sinne des NÖ-Heilvorkommen- und Kurortegesetzes anerkannt wurde.
Wege mit unterschiedlichen Schwerpunkten
Der Steinbachweg ist eine mittelschwere Rundtour über 3,93 Kilometer. Die Dauer beträgt 1 Stunde 15 Minuten; beim Auf- und Abstieg sind jeweils 93 Höhenmeter zu bewältigen. Start und Ziel liegen am Kurhotel Bad Großpertholz. Damit sind Strecke, Zeitrahmen und Höhenmeter für diese Tour konkret beschrieben.
Eine andere Wegfolge bietet der Papiermühlenweg: Bei der Dreifaltigkeitssäule in Bad Großpertholz beginnt die Route zum Bildstock „Bruder Konrad“. Durch den Wald geht es bergab zur Papiermühle, danach teilweise steil bergauf durch den Wald zurück nach Bad Großpertholz. Wer die Papiermühle in eine Wanderung einbeziehen möchte, sollte diesen Anstieg auf dem Rückweg bei der Wahl des Weges berücksichtigen.
Der Sehweg setzt statt auf Moor oder Handwerk auf Übungen für den Sehsinn und die Augenkoordination. Dieser Augenspaziergang geht vom Kurhotel Moorbad Bad Großpertholz aus und bietet die Übungen an verschiedenen Stationen. Da sich Routendetails ändern können, prüfen Sie die Angaben zum Sehweg vor Ihrem Besuch.
Papierhandwerk und besondere Führungen
In der Waldviertler Papiermühle Mörzinger wird in der letzten „Hadern“-Papiermühle Europas bestes Büttenpapier von Hand hergestellt. Besucher können dort auch selbst einen Bogen Papier schöpfen. Führungen lassen sich von März bis Oktober gegen Voranmeldung buchen. Die saisonale Zeitspanne und die nötige Voranmeldung sind bei der Planung zu beachten.
Ein weiteres eigenes Erlebnis bietet die Edermühle, die über 400 Jahre alt ist. Sie bietet eine exklusive Führung an, bei der Besucher die am Hof lebenden Tiere und die Fischteiche kennenlernen. Informieren Sie sich vorab, wie sich die Führung vereinbaren lässt. Am Sonnseitnhof werden Trekking-Touren mit Alpakas gegen Voranmeldung angeboten.
Museum, Denkmal und Bahn
Im Heimatmuseum Bad Großpertholz ist eine lokale Sammlung zu sehen. Dazu gehören bäuerliche Arbeits- und Haushaltsgeräte, Rechtsaltertümer, Dokumente zur Lokalgeschichte, religiöse Volkskunst sowie Geologie, Flora und Fauna der Region. Eine Besonderheit ist die große Flechtensammlung, die als die größte Österreichs gilt. Die Dreifaltigkeitssäule, auch „Pestsäule“ genannt, wurde 1715 in Bad Großpertholz errichtet. Die Sandsteinsäule ist ein schönes Beispiel des bodenständigen Barockstils.
Auch die Waldviertler Schmalspurbahn eröffnet eine eigene Perspektive auf die Gegend: Dampf- und Diesellokomotiven verkehren zwischen Gmünd, Groß Gerungs und Litschau durch Wälder und Fluren, vorbei an Teichen und markanten Granitblöcken. Der Bahnhof Steinbach-Bad Großpertholz liegt am Südast der Bahn; dort verkehren Nostalgiezüge nach Gmünd und Groß Gerungs. Prüfen Sie vor der Reise den Fahrplan für Ihr Reisedatum, da sich die Betriebstage ändern können.
Weitere Reiseziele entdecken: Sankt Martin, Neunagelberg, Heidenreichstein, Waldenstein, Weitra, Hoheneich, Hirschenwies, Eggern.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Gmünd.