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Schrattenthal verbindet eine frühe Stadtgeschichte mit markanten Bauwerken und Wanderwegen durch unterschiedliche Landschaften. Die historischen Daten reichen von der Stadterhebung 1472 bis zur ersten Buchdruckerei in Niederösterreich im Jahr 1501. Bei den Wegen unterscheiden sich Rundweg, Etappenweg und mittelschwere Tour deutlich – eine hilfreiche Orientierung bei der Wahl des eigenen Schwerpunkts.

Stadtgeschichte und Schloss Schrattenthal

Am 18. September 1472 erhob Kaiser Friedrich III. Schrattenthal zur Stadt; zugleich erhielt der Ort ein Stadtwappen. 1501 entstand hier die erste Buchdruckerei in Niederösterreich. Die beiden Daten stehen für unterschiedliche Kapitel der Ortsgeschichte: die Erhebung zur Stadt und die frühe Geschichte des Buchdrucks im Land.

Schloss Schrattenthal umfasst eine spätgotische Schlosskirche, einen barocken Schüttkasten und einen mittelalterlichen Hungerturm mit Verlies. Der Hungerturm ist ein freistehender Rundturm mit einem Durchmesser von 18,55 Metern und einer Mauerstärke von 5,35 Metern. Die beiden Maße geben einen konkreten Eindruck von seiner massiven Bauweise. Die spätgotische Schlosskapelle St. Martin wurde 1436/38 erbaut und wird wegen ihrer wehrtechnischen Besonderheiten zu den Wehrkirchen gezählt.

Auch der Schlosspark weist ein besonderes Merkmal auf: Dort befindet sich ein 3,5 Hektar großes Lavendelfeld mit mehr als 60.000 Pflanzen. Im Ort steht außerdem die sechs Meter hohe Mariensäule. Putz Freiherr von Adlersthurm ließ sie 1680 an der Kreuzung Hauptstraße-Kirchengasse zum Dank für das Erlöschen der Pest errichten. Der Pranger wurde 1542 im Renaissancestil als Symbol der alten Rechtsprechung errichtet und steht seit 1960 in Schrattenthal. Beim Schloss stammt der sogenannte Schafstall aus dem späten 15. Jahrhundert. Vom alten Retzer Tor sind Teile mit einem runden Torturm erhalten.

Wanderwege mit unterschiedlichen Profilen

Der Urbanusweg ist ein familienfreundlicher Rundweg, der Sehenswürdigkeiten der Stadtgemeinde Schrattenthal verbindet. Er führt durch Obermarkersdorf, Waitzendorf und die Stadt Schrattenthal. Unterwegs verläuft die Route an Wiesen und Feldern vorbei sowie durch Wald und Weingärten. Damit bietet ihre Beschreibung sowohl eine Orientierung zu den durchquerten Orten als auch zu den Landschaftsformen entlang des Weges.

Der Marterlweg Waitzendorf ist 14,2 Kilometer lang und in drei Etappen unterteilt. Er führt auf asphaltierten Wegen und Waldwegen zu zahlreichen historischen Marterln und Gedenkstätten. Am Kirchenplatz und am Johannesbrunnen können Wandernde ihre Wasservorräte auffüllen. Wer diesen Weg plant, kann so sowohl die angegebene Etappeneinteilung als auch die beiden genannten Wasserstellen berücksichtigen.

Der Europawarteweg ist eine mittelschwere Wandertour von Obermarkersdorf nach Waitzendorf. Mit 2,81 Kilometern ist er deutlich kürzer als der Marterlweg; für ihn sind 139 Höhenmeter im Aufstieg und 112 Höhenmeter im Abstieg angegeben.

Europawarte und Landschaftsblick

Die Europawarte St. Benedikt steht auf dem Schafberg bei Waitzendorf auf 471 Metern Seehöhe und markiert die Grenze zum Waldviertel. Der Aussichtsturm wurde 1980 zum Gedenken an das 1500-jährige Jubiläum des heiligen Benedikt errichtet. Von dort bietet sich ein Blick auf die umliegende Landschaft. Die Europawarte ist damit ein eigener Orientierungspunkt für alle, die sich für die Landschaft rund um Waitzendorf interessieren; sie sollte nicht mit dem Streckenverlauf des Europawartewegs gleichgesetzt werden.

Für die Routenwahl liefern die Angaben verschiedene Entscheidungshilfen: Der Urbanusweg ist als Rundweg beschrieben, der Marterlweg als längere Strecke mit drei Etappen und der Europawarteweg als kurze, mittelschwere Tour mit ausgewiesenen Höhenmetern. Prüfen Sie vor dem Aufbruch die aktuellen Routendetails und Bedingungen. So können Sie die Wanderplanung an den konkreten Streckenmerkmalen ausrichten und zugleich die Bau- und Stadtgeschichte Schrattenthals als eigenen Schwerpunkt einbeziehen.

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Zur übergeordneten Reiseübersicht: Hollabrunn.

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