Der Franz Schubert-Radweg verläuft durch Hasendorf. Neben der benannten Route treten mehrere kulturgeschichtliche Bezüge hervor: die Ortskapelle hl. Margarethe, der hölzerne Pranger, Hinweise zu Kreuzen und eine Weinbautradition. Das sind verschiedene Themen, keine einheitliche Geschichte. Einige Angaben betreffen frühere Funktionen, andere einen Denkmalschutzstatus, eine Standortveränderung oder einen Familienbetrieb. Für die Reiseplanung ergeben sich dadurch unterschiedliche Interessen: die Radroute auf der einen, Kulturgeschichte und Weinbau auf der anderen Seite. Wenn Sie den Radweg für einen konkreten Fahrtag einplanen, prüfen Sie die aktuelle Streckeninformation vorab.
Kapelle und frühere Gerichtsbarkeit
Die Ortskapelle hl. Margarethe steht gemäß Verordnung unter Denkmalschutz; das Denkmalregister des Bundesdenkmalamts trägt das Datum 23. Juni 2026. Am Dorfplatz steht der hölzerne Pranger, der auf die frühere Gerichtsbarkeit verweist. Die beiden Hinweise beantworten unterschiedliche Fragen: Bei der Kapelle geht es um den Schutz eines konkreten Bauwerks, beim Pranger um frühere Gerichtsbarkeit. Auch zeitlich sind sie verschieden einzuordnen. Der Eintrag benennt einen Schutzstatus, während die Gerichtsbarkeit ausdrücklich der Vergangenheit angehört. So stehen ein denkmalgeschütztes Bauwerk und ein Zeugnis früherer Rechtsprechung nebeneinander, ohne dass sie dieselbe historische Aussage treffen.
Zwei unterschiedliche Kreuzgeschichten
Das Pirikreuz diente früher als Konduktkreuz für Begräbniszüge. Ein Kondukt ist ein Begräbniszug; der Begriff macht den historischen Gebrauch des Kreuzes verständlicher. Beim Dammkreuz steht dagegen die Veränderung seines Standorts im Mittelpunkt. Nach Kommassierungen und einer Straßenerweiterung erhielt es seinen heutigen Standort an der Straße von Hasendorf nach Eggendorf. Eine Kommassierung bezeichnet die Neuordnung landwirtschaftlicher Flächen; die Verlegung des Dammkreuzes folgte auf solche Neuordnungen und den Straßenausbau. Die beiden Hinweise unterscheiden sich damit klar: Beim Pirikreuz geht es um eine frühere Funktion, beim Dammkreuz um einen neuen Standort und die dafür genannten Gründe.
Weinbau mit historischem Zeitanker
Bei Familie Häusler in Hasendorf reicht die Weinbautradition weit zurück. Bereits in den 1930er-Jahren schenkten die Großeltern der heutigen Besitzer dort ihren selbst gekelterten Wein im Rahmen eines Buschenschanks aus. Die Zeitangabe macht die Familientradition konkret: Im Mittelpunkt stehen der Weinbau, der selbst gekelterte Wein und die damalige Ausschankform. Damit ergänzt die Heurigen-Tradition die Bau- und Ortsgeschichte um ein Thema aus der lokalen Weinkultur. Wenn Sie einen Besuch beim Heurigen einplanen, prüfen Sie die aktuellen Öffnungszeiten vorab.
Ein Bezug zur Pfarrkirche Reidling
Auch die Pfarrkirche Reidling ist mit Schloss Hasendorf verbunden. Ein Großteil des Materials für die zwischen 1803 und 1806 errichtete Kirche stammte aus dem Schloss. Der Bezug verbindet die Bauzeit der Kirche mit der Herkunft eines großen Teils ihres Baumaterials. Für kulturgeschichtlich Interessierte ist das ein anderer Blickwinkel als bei den Kreuzen: Hier geht es weder um eine frühere Nutzung noch um eine Standortverlegung, sondern um Material, Bauzeit und die Verbindung des Schlosses mit einem Kirchenbau.
Weitere Reiseziele entdecken: Feuersbrunn, Grafenwörth, Mitterstockstall, Hütteldorf, Unterkirchbach, Neudegg, Königsbrunn Am Wagram, Altenwörth.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Tulln.