Eine Urkunde des Klosters Kremsmünster erwähnt Schloss Eggendorf erstmals 1224. Das heutige Schloss wurde 1580 von Florian Ostermayer errichtet. Die Daten führen zu zwei unterschiedlichen Momenten seiner Geschichte: zur ersten Erwähnung und zum Bau des heutigen Schlosses. So lässt sich das Bauwerk zeitlich einordnen, ohne seine frühe Erwähnung mit der Entstehung des heutigen Gebäudes gleichzusetzen.
Schlosskapelle und Kirche Eggendorf
Die an Schloss Eggendorf angebaute Schlosskapelle diente von 1784 bis 1912 als Pfarrkirche. Die Kirche Eggendorf wurde von 1911 bis 1913 erbaut und am 15. Juni 1913 durch Bischof Rudigier geweiht. Der Beginn des Kirchenbaus überschneidet sich damit mit den letzten Jahren der Pfarrkirchenzeit der Kapelle. Beide Bauwerke lassen sich über ihre unterschiedlichen Funktionen und die zeitliche Abfolge einordnen.
Der Kirchturm der Kirche Eggendorf ist 38 Meter hoch. Das Hochaltarbild stellt Mariä Himmelfahrt dar, stammt von Martin Johann Schmidt und ist mit der Jahreszahl 1799 bezeichnet. Neben Bauzeit und Weihe bietet die Kirche damit auch einen konkreten Kunstbezug. Turmhöhe und Baujahre beschreiben das Bauwerk, während Motiv und Künstlername Details des Hochaltars benennen.
Schloss Weitersdorf und Wasserschloss Hueb
Schloss Weitersdorf war ein ehemaliges Wasserschloss in Eggendorf im Traunkreis. Es wurde erstmals 1458 beziehungsweise 1460 als Lehen von Sigmund Wolkauf erwähnt. Im Vergleich zu Schloss Eggendorf liegt diese Ersterwähnung später; zusätzlich gehört die Lehensbeziehung zur historischen Einordnung von Weitersdorf.
Beim Wasserschloss Hueb stehen Bauform und frühere Geschichte im Vordergrund: Es ist ein einfacher, zweigeschossiger, hakenförmiger Bau und ein Überrest eines Edelsitzes. Dieser stand noch Ende des 17. Jahrhunderts auf der Insel eines teilweise noch vorhandenen Teiches. Das alte Volkerstorfer Lehen, das mit dem Wasserschloss Hueb verbunden ist, befand sich bereits seit der Mitte des 14. Jahrhunderts im Besitz der Mühlwanger. Das Gut des Wasserschlosses wurde von 1961 bis 1991 als Gasthaus geführt. Bei Hueb treffen so verschiedene Zeitschichten aufeinander: die Besitzgeschichte des Lehens, die historische Lage des Edelsitzes und die spätere Gasthausnutzung.
Landschaft, Rundwege und Besuchsplanung
Eggendorf im Traunkreis ist in die Landschaft des Sipbachtals eingebettet. Der Eggendorfer Mühlenweg besteht aus zwei Rundwegen. Damit ergänzen die Rundwege die Bau- und Ortsgeschichte um einen eigenständigen thematischen Ansatz. Bei der Planung können Sie unterscheiden, ob Sie den Aufenthalt eher an den historischen Bauwerken und ihrer Geschichte oder am Mühlenweg ausrichten möchten.
Für das Kleine Heimatmuseum z'Hueb sind Führungen ab fünf Personen gegen telefonische Voranmeldung möglich. Planen Sie den Museumsbesuch daher als vorab telefonisch zu vereinbarende Führung ein. Die Gruppengröße und die Voranmeldung gehören zu diesem Besuchsangebot; berücksichtigen Sie beides, wenn Sie einen festen Kulturprogrammpunkt für Ihre Reise planen.
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