In Mauthausen treffen verschiedene Zugänge zur Ortsgeschichte aufeinander: historische Handelswege, markante Bauwerke und Radrouten an der Donau. Für die Planung lohnt es sich, die Schwerpunkte Ihres Aufenthalts zu setzen – etwa auf Schloss Pragstein, die Pfarrkirche St. Nikolaus, die KZ-Gedenkstätte oder Strecken entlang des Flusses.
Handelswege, Schloss und Kirchengeschichte
Historisch kreuzten sich in Mauthausen zwei Handelswege. Die Donauschiffsroute verlief von Westen nach Osten entlang der alten römischen Reichsgrenze. Von Süden führte die Salz- und Eisenstraße über die Donaufurt nach Norden in Richtung Böhmen und Mähren. So stehen Wasserweg und Nord-Süd-Verbindung als unterschiedliche Linien der Ortsgeschichte nebeneinander. Im Laufe der Zeit lösten die Granitsteinbrüche in Mauthausen den Salzhandel ab. Viele Steinpflaster, Brücken und Fundamente in Linz, Wien und Budapest erinnern noch heute an die Bedeutung der Mauthausener Granitsteinbrüche.
Schloss Pragstein ließ Lassla von Prag, einst Pfandherr von Mauthausen, 1492 auf einer vorgelagerten Felseninsel in der Donau errichten. Der fünfeckige Grundriss macht das Bauwerk besonders anschaulich: Seine fünfte Ecke ist wie ein Schiffsbug nach Westen gegen die Strömung ausgerichtet. Für Gruppen ab zehn Personen sind Führungen durch die Schlossmuseen Mauthausen nach Voranmeldung ganzjährig und auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich. Bestätigen Sie die Absprachen vor der Reise.
Auch die Pfarrkirche St. Nikolaus erzählt von einem Wandel der Baugeschichte. Ihr erster romanischer Bau stammte aus der Zeit um 1200 und wurde 1424 während der Hussitenkriege zerstört. Mitte des 15. Jahrhunderts entstand die Kirche im spätgotischen Stil neu. Zusammen mit Schloss Pragstein zeigt sie zwei unterschiedliche historische Kapitel: eine Befestigungsanlage an der Donau und einen Kirchenbau, der nach seiner Zerstörung wieder aufgebaut wurde.
Besuch der KZ-Gedenkstätte
Der Zugang zum Areal der KZ-Gedenkstätte Mauthausen ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich. Eine kostenlose Audioguide-App ist für Android und iOS in zwölf Sprachen verfügbar. Da diese Angaben die aktuelle Besucherinformation betreffen, empfiehlt sich vor dem Besuch ein Blick auf die aktuellen Hinweise der Gedenkstätte. Für die Anreise ist auch die Entfernung zum Bahnhof eine hilfreiche Orientierung: Der Bahnhof Mauthausen/Oberösterreich liegt etwa vier Kilometer von der KZ-Gedenkstätte entfernt.
Donau, Radrouten und Ausblicke
Mauthausen liegt direkt am Donauradweg. Für einen kurzen Rad- oder Fotostopp eignet sich der Heindlkai am Donauufer; von dort bietet sich ein Blick auf Schloss Pragstein. Zwei Radrundwege geben zusätzliche Orientierung bei der Wahl einer Strecke: Der Mauthausener Radrundweg 972 ist etwa 17 Kilometer lang, der Radrundweg „Schloss-Pragstein-Mauthausen“ 17,5 Kilometer. Letzterer beginnt beim Schloss Pragstein im Zentrum des Donaumarktes Mauthausen. Die Längenangaben liegen nahe beieinander; beim 17,5-Kilometer-Rundweg ist zudem der Startpunkt ausdrücklich benannt.
Auch die Etappenangaben des Donausteigs machen Mauthausen zu einem Ziel für unterschiedliche Streckenplanungen: Etappe 3 führt von Steyregg nach Mauthausen, Etappe 4 von Mauthausen nach Perg. Damit ist der Ort in den beiden Angaben einmal als Etappenziel und einmal als Ausgangspunkt genannt. Wer eine dieser Etappen einplant, kann sich daran orientieren, ob die Strecke in Mauthausen endet oder von dort in Richtung Perg verläuft. Für einen Blick über die Landschaft bietet der Kalvarienberg ein Panorama über das Donautal.
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