In der Philippsbergkirche in Schlatt befindet sich die einzige mechanische Fastenkrippe im mitteleuropäischen Raum. Ihre bewegte Darstellung und die historische Mechanik machen sie zu einem besonderen kulturellen Schwerpunkt für Reisende, die sich für Kirchen- und Technikgeschichte interessieren.
Fastenkrippe und Philippsbergkirche
Auf einer zweistöckigen Drehbühne ziehen bemalte Figuren aus Holz oder Blech an den Betrachtenden vorbei. Angetrieben wird die Bühne von einem Uhrwerk aus dem Jahr 1712. Bühne, Figurenmaterial und Antrieb sind damit konkrete Bestandteile desselben Werks: Die Fastenkrippe lässt sich sowohl als Darstellung als auch über ihre Mechanik betrachten.
Für die Besichtigung sind Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag jeweils von 10 bis 18 Uhr vorgesehen. Prüfen Sie vor Ihrer Anreise den Zeitplan für die jeweilige Karwoche.
Die Philippsbergkirche wurde 1721 zur Kalvarienbergkirche umgestaltet. Die Denkmalliste vom 23. Juni 2026 führt die Kalvarienbergkirche St. Philippi und Jakobi, Philippsberg 4, 4690 Schlatt, als per Verordnung geschützt. Die Jahreszahl ordnet die Umgestaltung zeitlich ein; der Denkmalschutz benennt einen weiteren Aspekt der Geschichte des Bauwerks. Das Uhrwerk von 1712 liegt zeitlich vor dem Umbau von 1721.
Von Schwanenstadt führt ein Kreuzweg zur Philippsbergkirche in Schlatt. Damit gibt es neben der Fastenkrippe einen weiteren religiösen Bezugspunkt. Die beiden Themen setzen unterschiedliche Akzente: Bei der Krippe stehen Figuren und Uhrwerk im Mittelpunkt, beim Kreuzweg der Weg zur Kirche.
Breitenschützing: Bahn- und Kulturgeschichte
Auch das Aufnahmsgebäude Breitenschützing gehört zu den geschützten Bauwerken im Gemeindegebiet. Es steht an der Adresse Breitenschützing 22, 4691 Schlatt, und ist aufgrund eines positiven Feststellungsbescheids gemäß § 2 unter Denkmalschutz. Die Denkmalliste vom 23. Juni 2026 führt diesen Schutzstatus auf.
Die historische Kohlebahn transportierte von 1854 bis 1965 abgebaute Kohle vom Abbaugebiet Kohlgrube zum Bahnhof Breitenschützing. Dieser war damals ein Bahnknotenpunkt. So gehören zum lokalen Geschichtsthema sowohl der Transport des Rohstoffs als auch die Rolle des Bahnhofs im damaligen Schienenverkehr.
Bei Breitenschützing befinden sich ausgegrabene römerzeitliche Baureste aus dem 3. Jahrhundert. Für Breitenschützing-Schlatt ist außerdem ein frühmittelalterliches Gräberfeld benannt; ausgegrabenes Material wurde zwischen 1954 und 1978 dokumentiert. Die beiden Zeugnisse eröffnen unterschiedliche zeitliche Perspektiven auf die Geschichte des Ortes.
Den Aufenthalt nach dem Reisethema planen
Wenn Sie eine Ferienwohnung in Schlatt suchen, kann der Anlass Ihrer Reise ein hilfreicher erster Filter sein. Für die Fastenkrippe sollten Sie die saisonalen Besichtigungszeiten und den Termin der jeweiligen Karwoche berücksichtigen. Kirchen-, Bahn- und Archäologiegeschichte bieten daneben unterschiedliche Themen für die Planung Ihres Aufenthalts.
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