Mittersill liegt direkt an der Salzach zwischen Pass Thurn und Felbertauern. Naturgeschichte und Baukunst liefern unterschiedliche Anknüpfungspunkte für Ihre Besuchsplanung: Der Hintersee entstand nach einem Bergsturz, während Felberturm und Kirchen historische Bau- und Nutzungsgeschichten bewahren. Die Nationalparkwelten Hohe Tauern in Mittersill setzen einen eigenen Akzent mit einer immersiven Reise durch sonst verschlossene Orte, Epochen und Bereiche.
Geschichte in Turm, Museum und Kirchen
Der Felberturm wurde in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts als Wohn- und Wehrturm der edelfreien Herren von Velm errichtet. Das neu gestaltete Felberturm Museum wurde am 7. Juli 2021 wieder für Besucherinnen und Besucher geöffnet; im Erdgeschoss befindet sich eine Ausstellung zum historischen Saumhandel. Turm und Ausstellung vermitteln unterschiedliche Aspekte: hier die frühere Wohn- und Wehrfunktion, dort der historische Warentransport. Da sich Besuchsregelungen ändern können, prüfen Sie diese vor einem Museumsbesuch.
Die Pfarrkirche Mittersill wurde nach dem großen Marktbrand von 1746 von Johann Kleber in den Jahren 1747 bis 1749 erbaut. Die Annakirche entstand 1751 durch Kassian Singer im Tiroler Rokokostil an der Stelle der früheren Pfarrkirche, die beim Brand schwer beschädigt worden war. Ihre Deckenmalereien schildern das Leben der heiligen Anna; Christoph Anton Mayr schuf sie 1753. Die Kanzel der Pfarrkirche stammt von 1765 und wurde vom einheimischen Bildhauer Peter Schmid geschaffen. Die Felberkirche ergänzt den Blick auf die Sakralbauten: Sie ist Mittersills älteste Kirche und wurde ursprünglich als Schlosskapelle der Herren von Felben neben deren Wohnturm erbaut. So können Sie zwischen Baugeschichte, Malerei, Kanzelkunst und der frühen Funktion als Schlosskapelle unterscheiden.
Naturgeschichte und geschützte Landschaften
Der Hintersee entstand, als ein durch das Erdbeben in den Hohen Tauern von 1495 ausgelöster Bergsturz das Tal abriegelte und den See aufstaute. 1933 erklärte die Salzburger Landesregierung den Hintersee und sein Umfeld zum Naturdenkmal und stellte beide unter rechtlichen Schutz. Auch die Schösswendklamm ist ein Naturdenkmal: Sie wurde 1983 wegen ihrer Eigenart und Schönheit erklärt und gesetzlich geschützt. Beim Vergleich stehen unterschiedliche Aspekte im Vordergrund: Beim Hintersee die geologische Entstehung, bei der Klamm die Begründung ihrer Unterschutzstellung.
Die Heidnische Kirche ist ein etwa 10 m hoher Zentralgneisblock, der aus einem Bergsturz-Trümmerfeld herausragt. Im Wasenmoos gibt es einen 2 km langen Themenwanderweg und einen Aussichtspavillon mit Informationsmaterial; beide wurden 2006 nach Abschluss der ersten Renaturierungsphase eröffnet. Dort kommen außerdem alle drei in Österreich heimischen fleischfressenden Pflanzen vor: Sonnentau, Fettkraut und Wasserschlauch. Diese konkreten Angaben geben Naturinteressierten mehrere unterschiedliche Themen an die Hand, von der Geologie bis zu den Pflanzen.
Besuch der Nationalparkwelten planen
Die Nationalparkwelten Hohe Tauern in Mittersill ermöglichen Besucherinnen und Besuchern, mit allen Sinnen an Orte, in Epochen und in Bereiche zu reisen, die Menschen sonst verschlossen bleiben. Das ist ein anderer Zugang als der Blick auf ein Naturdenkmal oder ein Weg im Freien: Im Mittelpunkt steht eine immersive Vermittlung. Die Ausstellungsinhalte können sich weiterentwickeln; prüfen Sie vor Ihrem Besuch die aktuellen Themen.
Für 2026 gelten tägliche Öffnungszeiten: von Mai bis Oktober von 9:00 bis 17:00 Uhr, von November bis April von 10:00 bis 17:00 Uhr. Letzter Einlass ist um 16:30 Uhr. Die Nationalparkwelten sind mit Bus und Bahn erreichbar. Vom Bahnhof beträgt die Gehzeit etwa 10 Minuten, von der Bushaltestelle „Mittersill Stadtplatz“ etwa 5 Minuten. Prüfen Sie vor der Anreise die aktuellen Öffnungszeiten und Verkehrsverbindungen.
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