Der Erzberg prägt Eisenerz: Er ist der größte Tagebau Mitteleuropas, die bedeutendste Erzlagerstätte der Alpen, ein Symbol der Industrialisierung und zentraler Bestandteil der Eisenstraße. Seine Bergbaugeschichte lässt sich aus unterschiedlichen Perspektiven kennenlernen: bei Fahrten durch den Tagebau, einer Tour unter Tage und an Orten, die vom Leben der Bergleute erzählen. Dazu kommen historische Bauwerke, Museen und der naturbelassene Leopoldsteiner See.
Erzberg: Tagebau und Bergbaugeschichte
Bei Hauly-Fahrten lernen Gäste den Erzberg in einem umgebauten Schwerlastkraftwagen mit 1217 PS kennen; die Fahrt führt mitten durch den Tagebau. Die Tour im Schaubergwerk erschließt dagegen das unterirdische Labyrinth des Erzbergs und die Arbeitswelt der Knappen in Vergangenheit und Gegenwart. Wenn Sie diese Angebote vergleichen, liegt der Unterschied im Schwerpunkt: Die Hauly-Fahrt führt durch den Tagebau, die Schaubergwerk-Tour unter Tage und zu den Geschichten der Bergleute.
Auch die Freiluftausstellung Oswaldirücken liegt direkt am Erzberg. Ihr Areal befindet sich auf 878 Metern Seehöhe und lädt zu einem Spaziergang ein. Der Kaiser Franz Josef Klettersteig führt durch die 860 Meter hohe Seemauer und endet an einer Seilbrücke.
Altstadt, Schichtturm und Kirchenburg
Typisch für die Altstadt sind die Häuser ehemaliger Radmeister mit Arkadenhöfen und Sgraffitoschmuck. Ein konkreter historischer Anker ist das Jahr 1581: Damals beschlossen die Radmeister den Bau des Wachturms; daraufhin entstand der aufwendige Schichtturm im Renaissancestil.
Die Geschichte der Kirchenburg St. Oswald reicht bis 1190 zurück. Mit der umschließenden Taboranlage ist sie die größte und bedeutendste Wehrkirchenanlage der Steiermark sowie eine der wenigen vollständig erhaltenen Wehrkirchenanlagen Österreichs. Ihre Ausstellung widmet sich dem Leben, der Arbeit und den Traditionen der Bergleute.
Museen zwischen Bergbau, Handwerk und Ortsgeschichte
Das mit dem österreichischen Museumsgütesiegel ausgezeichnete Stadtmuseum Eisenerz liegt im ursprünglichen Zentrum der Bergstadt. Es dokumentiert die wechselvolle Beziehung zwischen dem Erzberg und Eisenerz. Im Museum im Alten Rathaus stehen unter anderem kostbare Eisenblüten und Mineralien, die Eisenerzer Wunderstufe sowie Raritäten aus Montanwesen und heimischer Kulturgeschichte im Mittelpunkt; dazu gehört auch das Tendler-Puppentheater.
Das Österreichische Post- und Telegraphenmuseum ist in den historischen Räumen des Kammerhofes untergebracht, einem ehemaligen Jagdschloss Kaiser Franz Josefs I. Seine Ausstellung zeigt die Entwicklung des Post- und Telegrafenwesens von der Kaiserzeit bis heute. Im Museum Gerberei Salzer veranschaulichen originale, funktionstüchtige Gerbereimaschinen aus den 1930er-Jahren die Lederherstellung. Zum Museum gehört auch ein wieder in Betrieb genommenes Wasserrad: Früher diente es der Lederherstellung, heute wird es zur Stromerzeugung genutzt.
Das Krippenmuseum verbindet die Geschichte der Geburt Jesu mit der Bergmannstradition der Region. Die Panoramakrippe aus dem Jahr 1987 zeigt Szenen des öffentlichen Lebens und der Ortsgeschichte.
Leopoldsteiner See und Umgebung
Der Leopoldsteiner See ist ein unverbauter, naturbelassener steirischer Gebirgssee. In seiner smaragdgrünen Oberfläche spiegelt sich die Felswand des Hochschwabmassivs; gespeist wird der See vom Quellwasser der umliegenden Berge. Ein vier Kilometer langer Rundweg führt um den See und bietet einen Rundumblick auf die Umgebung.
Am Westufer gibt es einen öffentlichen Badebereich. Saisonale Bedingungen und Betriebsdetails können sich ändern; prüfen Sie diese daher vor Ihrem Besuch. See und Erzberg setzen unterschiedliche Akzente: Am Leopoldsteiner See stehen die Landschaft und der Rundweg im Vordergrund, am Erzberg Tagebau, Bergbau und die Geschichte der Bergleute.
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