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Die Ortsgeschichte Hieflau eröffnet unterschiedliche Perspektiven: sakrale Baugeschichte, die Holzkohlegewinnung und die Erinnerung an die letzten Kriegstage des Jahres 1945. An der Kirche lassen sich Weihe, heutiger Bau und übernommener Hochaltar zeitlich unterscheiden. Das Historama dokumentiert die fast 400-jährige Holzkohlegewinnung; der Soldatenfriedhof im angrenzenden Wald steht für ein eigenes Kapitel der Kriegszeit. Diese Themen geben Ihnen einen konkreten Ausgangspunkt, um Hieflau nach den eigenen Reiseinteressen einzuordnen.

Kirche und Kapelle: sakrale Geschichte

Die Kirche „Hl. Johannes der Täufer“ hat eine Geschichte, die sich nicht auf das Alter des heutigen Gebäudes reduzieren lässt. Sie wurde 1616 geweiht; der heutige Bau entstand 1747. Der Hochaltar entstand um 1720 und wurde aus der älteren Kirche übernommen. Die drei Daten bezeichnen unterschiedliche Vorgänge: Weihe, Entstehung des Altars und Errichtung des gegenwärtigen Kirchengebäudes. Gerade der Hochaltar zeigt, dass die Ausstattung eine ältere Geschichte mitbringt als der heutige Bau.

Eine weitere sakrale Perspektive bietet die Wandaukapelle „Maria unter den sieben Linden“. Ihre Entstehung wird wahrscheinlich ins 17. Jahrhundert datiert. Sie ist von sieben prächtigen Linden umgeben, die auch in ihrem Namen anklingen. Die Kapelle gilt als Ort der Stille, des Gebets und der Begegnung. So stehen bei den sakralen Themen sowohl die datierbare Bau- und Ausstattungsgeschichte der Kirche als auch die Linden und die religiöse Bedeutung der Kapelle im Mittelpunkt.

Holzkohle und Eisenindustrie

Auch die Holzkohlegewinnung gehört zur Geschichte Hieflau. Triftholz aus dem oberen Ennstal wurde hier aufgefangen und zu Holzkohle verarbeitet. Im Zusammenhang mit der damaligen Holzkohleproduktion entwickelte sich Hieflau zu einem Standort der Eisenindustrie. Diese Verbindung eröffnet einen anderen Blick auf den Ort: Im Mittelpunkt stehen nicht Bauphasen, sondern ein über lange Zeit betriebener Produktionszusammenhang.

Das Historama Hieflau dokumentiert die fast 400-jährige Holzkohlegewinnung auf der Hieflauer-Lend. Die Ausstellung zeigt 16 Aufnahmen zur örtlichen Geschichte und spannt ihren Bogen von der Erdgeschichte bis zur Gegenwart. Damit stehen eine lange Industriegeschichte und ein weiter gefasster Überblick über die Geschichte des Ortes nebeneinander. Für Reisende mit Interesse an industriellem Erbe bietet die Holzkohleproduktion einen konkreten Zugang zu Hieflau, während die Ausstellung weitere zeitliche Zusammenhänge aufgreift.

Erinnerung an 1945

Der Soldatenfriedhof im angrenzenden Wald von Hieflau setzt einen anderen Akzent als Kirchen- und Industriegeschichte. In den letzten Kriegstagen 1945 wurden dort zahlreiche Soldaten der Deutschen Wehrmacht hingerichtet und bestattet. Diese konkrete historische Erinnerung unterscheidet sich von den langen Zeiträumen der Bau- und Wirtschaftsgeschichte und lenkt den Blick auf die Gewalt am Ende des Krieges.

Unterschiedliche historische Maßstäbe

Auch die zeitlichen Maßstäbe geben eine Orientierung: Bei der Kirche markieren einzelne Jahreszahlen Weihe, Altar und heutigen Bau; die Holzkohlegewinnung erstreckt sich über fast 400 Jahre. Die Geschichte des Soldatenfriedhofs ist dagegen an die letzten Kriegstage 1945 gebunden. An diesen Unterschieden können Sie Ihre Interessen ausrichten: Geht es Ihnen eher um Baugeschichte, langfristige Wirtschaftsprozesse oder die Erinnerung an ein konkretes Kriegsereignis?

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