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Schlossgeschichte und historische Handwerkskultur prägen Weinburg am Saßbach. Die Route Wanderstab / St. Stefan-Mureck ergänzt diesen kulturellen Schwerpunkt um einen Wanderaspekt.

Schloss und Kapelle

Die bis heute bestehende Anlage von Schloss Weinburg ist unregelmäßig fünfeckig angelegt und umfasst einen Innenhof sowie Ecktürme. Andrea Bertoletto aus Como in Italien schuf diese Form zwischen 1578 und 1590. Die Bezeichnung beschreibt die Grundform; Innenhof und Ecktürme benennen weitere Elemente der Anlage. Eine spätere Station der Schlossgeschichte ist der Erwerb im Jahr 1837 durch Marie Caroline, Herzogin von Berry, und ihren zweiten Gemahl Ettore Graf Lucchesi Palli. Baugestaltung und Erwerb markieren verschiedene historische Ebenen des Schlosses.

Auch die Schlosskirche (Kapelle) Weinburg am Saßbach hat einen genau datierten Bezugspunkt: Am 25. November 1508, dem Tag der Heiligen Katharina, weihte Bischof Martinus von Seckau den heutigen Nebenaltar der Mutter Gottes. Heilige Messen in der Schlosskirche richten sich nach der Gottesdienstordnung des Pfarramts St. Veit am Vogau. Wenn Sie einen Gottesdienstbesuch einplanen, orientieren Sie sich an dieser Ordnung. Ein weiterer historischer Bezugspunkt in Weinburg am Saßbach ist die Kapelle Siebing, die 2007 renoviert wurde.

Handwerkerdörfl und Brückenwaage

Das Handwerkerdörfl ist ein kleines Dorf, das aus abgetragenen historischen Gebäuden wiedererrichtet wurde. Zu sehen sind eine Greißlerei, eine Schmiede, eine Wagnerei, die Werkstatt eines Schusters und ein Tennenstadl mit alten bäuerlichen Geräten. Hinzu kommen eine Baumpresse, ein Bienenhaus, ein Bauernhaus mit Rauchküche, ein Keuschlerhaus und eine Weberei. Die Zusammenstellung führt von einzelnen Werkstätten und Gewerben zu bäuerlichen Wohn- und Arbeitsräumen. Schmiede, Wagnerei, Schusterwerkstatt und Weberei stehen für unterschiedliche Handwerkstätigkeiten; Tennenstadl und bäuerliche Geräte bringen landwirtschaftliche Arbeit als weiteres Thema hinzu.

Eine weitere Spur lokaler Technikgeschichte ist die Brückenwaage: Sie wurde 1924 von einer Brückenwaagegemeinschaft initiiert und errichtet. Das Waaghäusl der Brückenwaage Weinburg am Saßbach stammt ebenfalls aus dem Jahr 1924 und steht seit 2003 im benachbarten Pichla bei St. Veit im Handwerksdörfl. So lassen sich die Brückenwaage und das spätere Standortkapitel des Waaghäusls voneinander unterscheiden.

Saßbach und Wanderroute

Auch die historische Landschaft hat einen Bezug zum Saßbach. Mit einiger Sicherheit bezeichnete „Sebach“ den Saßbach, der im Mittelalter zwischen Weinburg und Brunnsee einen See bildete. Diese Überlieferung betrifft eine frühere Landschaftsform und unterscheidet sich damit von den Geschichten über einzelne Bauwerke.

Die Route Wanderstab / St. Stefan-Mureck führt über einen Höhenweg mit Aussichtspunkten nach Weinburg. Ihr konkreter Bezug sind der Höhenweg und die Aussichtspunkte; Schloss und Kapellen setzen dagegen einen Schwerpunkt auf Bau- und Religionsgeschichte, das Handwerkerdörfl auf historische Gewerbe und bäuerliche Gebäude. Bei der Zielwahl können Sie sich daran orientieren, ob Sie Architektur, Handwerk oder Wandern in den Vordergrund stellen möchten.

Weitere Reiseziele entdecken: Waasen am Berg, Stang Bei Hatzendorf, Sankt Peter Am Ottersbach, Mühldorf Bei Feldbach, Burgfeld, Neusetz, Tieschen, Lugitsch

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Südoststeiermark.

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