Axams erschließt sich über konkrete Zeugnisse seiner Ortsgeschichte: eine Rokokokirche, mehrere Kapellen und die frühere Bedeutung des Leinenhandels. Für Wanderungen und Wintersport bietet die Axamer Lizum einen eigenen Schwerpunkt. Zwischen diesen Themen können Sie nach dem ausrichten, was Sie auf Ihrer Reise stärker interessiert: historische Baugeschichte oder unterschiedliche Wege in den Bergen.
Kirchen, Kapellen und Tiroler Leinen
Die Pfarrkirche zum Heiligen Johannes dem Täufer in Axams ist eine Rokokokirche und wurde von 1732 bis 1734 erbaut. Ihre Deckenfresken malte Franz Xaver Kirchebner im späten 18. Jahrhundert. Bauzeit und Ausmalung gehören damit zu unterschiedlichen Abschnitten der Kirchengeschichte. An die Sakristei ist die St.-Michaels-Kapelle angebaut; sie weist romanische Bausubstanz auf. Ihre alten Fresken wurden 1633 übermalt.
Unter der St.-Michaels-Kapelle liegt die St.-Wilgefortis-Kapelle, die 1666 geweiht wurde und in früherer Zeit viele Wallfahrer anzog. Eine weitere Station der Axamer Ortsgeschichte ist die achteckige Lindenkapelle zum Heiligen Sebastian nordwestlich des Dorfes. Sie wurde 1635 als Dank für die Verschonung vor der Pest errichtet. Die Kapellen unterscheiden sich somit nicht nur in ihrer Bauform, sondern auch durch die jeweils überlieferten historischen Bezüge.
Auch das Wampelerreiten gehört zur Kulturgeschichte Axams: 2016 wurde der Brauch in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Tirol aufgenommen. Eine wirtschaftliche Facette ergänzt die Bau- und Brauchgeschichte. Bis ins 19. Jahrhundert war Axams neben dem Ötztal ein Hauptlieferant von Tiroler Leinen; der Flachs aus Axams galt als der beste Tirols. Damit reichen die örtlichen Themen von sakraler Baukunst über einen überlieferten Brauch bis zur früheren Leinenproduktion.
Wandern und Bergsport in der Axamer Lizum
Die Wanderwege der Axamer Lizum führen durch die Bergwelt der Kalkkögel. Der Hochtennbodensteig verbindet das Hoadl-Haus mit dem Birgitzköpflhaus und verläuft entlang der Kulisse dieser Berge. Bei der Wanderung zum Herzlteich liegt der Ausgangspunkt an der Mittelstation der Hoadlbahn; die gemütliche Familientour führt von dort zum Herzlteich. Beide Wege haben damit unterschiedliche Orientierungspunkte: einmal zwei Häuser entlang einer Route, einmal einen Teich als Ziel.
Die Rundwanderung Birgitzköpfl–Götzner Alm ist aussichtsreich und für Familien geeignet. Unterwegs eröffnen sich Blicke auf die Kalkkögel, das Inntal und die Nordkette. Eine alpine Rundtour ab dem Birgitzköpflhaus setzt einen anderen Schwerpunkt: Sie führt über die Nockspitze auf 2.403 Meter und weiter zum Spitzmandl-Gipfelkreuz. Der Rückweg verläuft über die Pfriemeswand und die Zwölferspitze zum Birgitzköpflhaus. Für eine weitere Tourenperspektive bietet die Bergtour Nockspitze über Halsl einen 360-Grad-Rundumblick auf Innsbruck und weit ins Inntal.
Die Kalkkögel bei Axams werden wegen ihrer schroffen Zinnen auch „Dolomiten des Nordens“ genannt. In der Axamer Lizum liegen zudem mehrere markante Bezugspunkte für Wander- und Wintersport: Die 1963 erbaute Bergkapelle befindet sich an der Strecke des Rundwanderwegs Axamer Lizum. Bei den Olympischen Winterspielen 1964 und 1976 fanden im Skigebiet Axamer Lizum Skirennen statt. Die Hoadl-Gondelbahn bringt Wintersportler bis zum Hoadl-Hochplateau auf 2.340 Meter Seehöhe.
Praktische Hinweise für die Planung
Ein kostenloser Skibus fährt täglich in kurzen Intervallen von Innsbruck und den umliegenden Orten direkt in die Axamer Lizum. Prüfen Sie die Fahrplanangaben vor der Reise, damit Sie die Anfahrt passend planen können. In Axams ist die Ortsdurchfahrt fast durchgängig von Gehsteigen begleitet; auch in den Seitenstraßen gibt es zahlreiche Gehsteige.
Das Freizeitzentrum Axams ist seit dem 30. September 2024 geschlossen. Berücksichtigen Sie das bei Ihrer Planung und prüfen Sie vor einem Besuch den aktuellen Stand.
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