Eine Kirche am Standort mit Wurzeln bis ins 5. Jahrhundert und eine eisenzeitliche Siedlung am Hang der Ruine Hörtenberg zeigen, wie weit die Geschichte Pfaffenhofens zurückreicht. Daneben stehen Radwege am Inn und eine Alm in den Nördlichen Sellrainer Bergen für ganz andere Perspektiven auf den Ort.
Vom Inntal bis zum Hocheder
Pfaffenhofen erstreckt sich vom Dorfkern südlich des Inns bis zum 2.797 Meter hohen Hocheder, seiner höchsten Erhebung. Diese Spannweite ist ein hilfreicher geografischer Rahmen für die Ortswahl: Der Dorfkern und die höchste Erhebung gehören zu sehr unterschiedlichen Landschaftsbezügen. Talwege und die Alm lassen sich davon getrennt betrachten.
Hörtenberg: Siedlung, Gericht und Burg
Am Abhang der heutigen Ruine Hörtenberg erstreckte sich Nordtirols größte eisenzeitliche Siedlung. Der Siedlungsplatz mit Kultstätte bei der Ruine bestand bereits seit 800 v. Chr. Damit reicht die Geschichte dieses Bereichs weit vor die mittelalterliche Nutzung der Ruine zurück: In Hörtenberg wurde im Mittelalter Gericht gehalten, bevor die Gerichtsbarkeit später nach Telfs verlegt wurde.
Eine weitere historische Zäsur fällt ins Jahr 1706. Ein Blitzeinschlag entzündete einen auf der Burg gelagerten Vorrat von 1.500 Zentnern Pulver; die gewaltige Explosion zerstörte das Schloss. Für einen Besuch gilt eine klare Einschränkung: Die Ruine Hörtenberg kann nur von außen besichtigt werden.
Kirche und geschützte Bauwerke
Am Standort der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt stand bereits im 5. Jahrhundert eine Kirche. Archäologische Grabungen von 1961 und 1997 weisen dies nach. Die Pfarrkirche ist Mariä Himmelfahrt geweiht; die erste erhaltene Weiheurkunde stammt aus dem Jahr 1310. Möglicherweise diente sie während der Völkerwanderungszeit vorübergehend als Sitz eines Wanderbischofs. Diese Deutung bleibt eine Möglichkeit, während die Grabungen und die Weiheurkunde konkrete historische Bezugspunkte bilden.
Auch weitere Bauwerke gehören zum geschützten Denkmalbestand. In Pfaffenhofen ist das Kloster der Armen Schulschwestern, ehemals Zechschlössl, als Denkmal geschützt. Ebenfalls geschützt ist die Hofkapelle Hörtenberg bei Pfaffenhofen. Westlich von Pfaffenhofen steht die Aue-Kapelle, auch Kranewitter-Kapelle genannt; auch sie ist als Denkmal geschützt. Die unterschiedlichen Namen helfen dabei, diese drei Bauwerke auseinanderzuhalten.
Radwege am Inn
Der etwa 25 Kilometer lange Mieminger Radweg zweigt am Nordufer des Inns nahe Pfaffenhofen vom Innradweg ab und führt nach Westen. Der Innradweg verläuft am Talboden bei Pfaffenhofen durch Auenbereiche, die sich dort auch zum Inlineskaten eignen. Die beiden Routen bieten unterschiedliche Orientierungspunkte: Beim Mieminger Radweg sind ungefähre Länge und Richtung greifbar, beim Innradweg die Auenlandschaft und eine weitere Nutzungsart.
Widdersberger Alm und Wanderung
Die Widdersberger Alm, auch Pfaffenhofer Alm genannt, liegt auf fast 1.700 Metern am Beginn einer kleinen Talmulde im Herzen der Nördlichen Sellrainer Berge. Wiesen und Wald säumen die Mulde. Höhe und Landform unterscheiden diesen Almraum deutlich vom Talboden, an dem der Innradweg bei Pfaffenhofen verläuft.
Eine Wanderung zur Widdersberger Alm ist mit Pfaffenhofen, dem Weg zum Schlosshof/Schennach und der Abzweigung des Forstwegs zur Alm verbunden. Prüfen Sie die örtlichen Bedingungen vor dem Aufbruch. So lassen sich die Talwege und die Wanderung zur Alm als unterschiedliche Themen für die Reiseplanung einordnen.
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