Die ehemalige Rottenburg oberhalb von Rotholz und die Bergbauspuren am Ringenwechsel zeigen zwei unterschiedliche Seiten von Buch in Tirol: die Geschichte der Herren von Rottenburg und die frühere Arbeit im Bergbau. Ergänzt wird das Bild durch die Notburgakapelle, die Notburga-Fichte, den Bucher Wasserfall und den Tiroler Silberpfad. Wer einen Aufenthalt plant, kann sich deshalb zuerst fragen, ob Kulturgeschichte, sichtbare Landschaftsspuren oder Naturwege den eigenen Schwerpunkt bilden sollen.
Rottenburg und die Notburga-Überlieferung
Die ehemalige Rottenburg liegt oberhalb von Rotholz und war Sitz der mächtigen Herren von Rottenburg, die zugleich Inhaber des Landgerichts Rottenburg waren. An der Burgstelle verbinden sich damit Familiengeschichte und Gerichtsfunktion. Diese doppelte Rolle hilft, Rottenburg als historischen Macht- und Verwaltungssitz einzuordnen.
Die Notburgakapelle wurde 1956/57 bei der Ruine erbaut. Sie erinnert an die Legende der heiligen Notburga: Sie diente auf der Rottenburg als Magd und starb dort 1313. Der Bezug zwischen Kapelle und Burgstelle bringt Baugeschichte und lokale Überlieferung zusammen.
Die verschiedenen Zeitebenen lassen sich klar auseinanderhalten: Notburgas Tod gehört zur Legende mit dem Jahr 1313, der Bergbau am Ringenwechsel ins 15. Jahrhundert und der Bau der Kapelle in die Jahre 1956/57. So begegnen an den Ortsgeschichten eine Überlieferung, eine Wirtschaftsphase und ein deutlich späterer Erinnerungsort.
Bergbaugeschichte am Ringenwechsel
Am Ringenwechsel wurde im 15. Jahrhundert Silber- und Kupferbergbau betrieben. Oberhalb von Troi erinnern noch heute Halden und zahlreiche Stollen an diese Zeit. Damals siedelten sich dort zahlreiche Bergknappen an; die Geländespuren verweisen damit nicht nur auf den Abbau von Silber und Kupfer, sondern auch auf eine mit dem Bergbau verbundene Besiedlung. Für die Ortsgeschichte ist das ein anderer Blick als bei der Rottenburg: Statt Herrschaft und Gerichtsfunktion stehen Arbeit, Rohstoffe und die Ansiedlung der Bergleute im Mittelpunkt.
Wege und Naturerlebnisse
Der Tiroler Silberpfad passiert den Sailberg und führt anschließend in Buch in Tirol, die letzte der zwölf Gemeinden. So lässt sich der Ort auch im Zusammenhang dieses längeren Weges betrachten.
Die Notburga-Fichte ist ein Naturdenkmal und kommt in vielen Erzählungen der Region vor. Sie eröffnet einen anderen Zugang zu Buch in Tirol als Burgruine und Bergbauspuren: Naturdenkmal und regionale Erzähltradition stehen hier im Mittelpunkt.
Am Bach des Bucher Wasserfalls gibt es flache, ruhige Stellen zum Planschen und Spielen.
Für die Zeitplanung sind zwei Hinweise ähnlich: Vom Gasthaus Esterhammer aus dauert die Fußwanderung zur ehemaligen Rottenburg etwa 20 Minuten; auch der am Bucher Wasserfall beschriebene Fußmarsch auf einem gesicherten Steig liegt bei ungefähr 20 Minuten und führt an vielseitiger Flora vorbei. Prüfen Sie vor dem Aufbruch die Wegbedingungen; beide Zeitangaben bleiben Näherungswerte.
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