Im Winter kann das Polje Mira-Minde Wasser aufnehmen und einen großen See bilden. Dann kommen dort unter anderem Stockenten, Teichhühner und Blässhühner vor. Das Polje ist das größte der Region und bis zu 4.000 Meter lang sowie höchstens 1.800 Meter breit. Dieser Wechsel zwischen weitläufiger Karstlandschaft und saisonalem Wasser gibt einen ersten Eindruck davon, wie vielfältig die Natur rund um Porto de Mós ist.
Kalksteinlandschaften und Höhlen entdecken
Die Fórnea ist ein ausgeprägter, amphitheaterförmiger Einschnitt in einem Kalksteinplateau. Bei stärkerem Niederschlag treten Wasserfälle aus der Cova da Velha hervor. In der Freguesia Arrimal sammeln sich Regenwasser und Wasser aus flachen Vertiefungen in drei Lagunen. Beide Landschaftsformen machen unterschiedliche Erscheinungen des Wassers im Kalksteingebiet sichtbar: einmal als Wasserfall nach kräftigerem Niederschlag, einmal in den Vertiefungen bei Arrimal.
Auch der Miradouro Jurássico verbindet Landschaft und Deutung der Erdgeschichte. Er liegt im Parque Natural das Serras de Aire e Candeeiros auf etwa 500 Metern Höhe und bietet Ausblicke auf die nördlichen und westlichen Gebiete dieses Gebirgssystems. Die 15 Kalksteinblöcke am Aussichtspunkt stellen die wichtigsten Epochen des Jura dar. Ein weiterer Blick auf den Karst eröffnet sich in den Grutas de Alvados, deren Galerien reich gegliedert sind und natürliche Seen enthalten.
Die Grutas de Mira de Aire sind die größten touristisch erschlossenen Höhlen Portugals. In einer Galerie 80 Meter unter der Erde werden Weinproben angeboten. Wer sich für die unterirdische Landschaft interessiert, begegnet hier also nicht nur einer Höhle, sondern auch einem besonderen Ort für eine Weinverkostung. Zusammen mit den Galerien und Seen von Alvados zeigt sich, wie unterschiedlich die Höhlen dieser Gegend beschrieben werden.
Zu Fuß, mit dem Rad oder auf dem Pilgerweg
Im Concelho Porto de Mós gibt es ein Netz aus elf ausgeschilderten und georeferenzierten Hauptrouten für kurze Wanderungen sowie einigen Varianten. Die Wanderplattform bietet GPX-Downloads und eine Möglichkeit, Vorkommnisse auf den Wegen zu melden. So können Sie für Ihre eigene Planung sowohl die Routeninformationen als auch die angebotenen digitalen Funktionen berücksichtigen. Die konkreten Bedingungen auf den Wegen können variieren.
Eine andere Perspektive bietet die Bezerra Ecopista, der ehemalige Caminho de Ferro da Bezerra: Sie kann zu Fuß oder mit dem Fahrrad genutzt werden. Teile der Strecke verlaufen zwischen Steinwänden, die für den Bahnbau aus dem Gestein herausgearbeitet wurden; von der Ecopista aus gibt es außerdem Ausblicke auf die Serra de Candeeiros. Für Mountainbikes unterstützt das Centro Cyclin’ Portugal de Porto de Mós 15 Routen unterschiedlicher Länge und Schwierigkeitsgrade mit einer Gesamtlänge von ungefähr 575 Kilometern. Der Caminho da Nazaré führt durch Porto de Mós und verbindet die Marienheiligtümer von Fátima und Nossa Senhora da Nazaré. Bei der Planung einer konkreten Wanderung oder Pilgeretappe lohnt sich ein Blick auf die jeweiligen Wegbedingungen.
Kultur zwischen Burg, Kirche und Handwerk
Das Castelo de Porto de Mós wurde 1910 als Nationaldenkmal eingestuft. Für den selbstständigen Besuchsweg „Histórias e Lendas de um Castelo Singular“ gibt es eine Smartphone-Webapp. Sie ist auf Portugiesisch, Englisch und Französisch sowie in portugiesischer Gebärdensprache und mit portugiesischer Audiodeskription verfügbar. Damit verbindet sich der Besuch der Burg mit einer mehrsprachigen und in mehreren Formaten angebotenen Vermittlung.
In der Central das Artes ist ein ehemaliges thermisches Kraftwerk zu einem Ort mit mehreren unterschiedlichen Ausstellungsbereichen umgebaut worden. Ein anderes Kapitel der lokalen Geschichte begegnet Ihnen im Museu Industrial e Artesanal do Têxtil: Es befindet sich in einer ehemaligen Teppichfabrik Dom Fuas, die 1924 errichtet wurde, und widmet sich der Erinnerung an die Generationen, die Mira de Aire und Minde im 20. Jahrhundert zu bedeutenden Zentren der portugiesischen Textilindustrie machten.
Im Dorf Juncal gab es mindestens seit dem 14. Jahrhundert eine dem heiligen Michael geweihte Kapelle, aus der die Igreja de São Miguel do Juncal hervorging. Bei der Renovierung der Kirche im 18. Jahrhundert wurden Fliesenbilder eingebaut, die in der Fábrica do Juncal hergestellt worden waren. Die Estrada Romana de Alqueidão da Serra wiederum ist auf 400 Metern gut erhalten. Und während der Karwoche bildet die Via Sacra den Höhepunkt der Feierlichkeiten in Porto de Mós; dort wird sie seit mehr als zehn Jahren begangen. Diese Orte und Traditionen eröffnen unterschiedliche Zugänge zur Geschichte der Region, von Baukunst und Handwerk bis zu gelebtem Brauchtum.
Für die Straßenanreise ist Porto de Mós über den IC9 mit der Ausfahrt Alcobaça, die A1 mit den Ausfahrten Leiria oder Torres Novas sowie die A8 mit den Ausfahrten Leiria oder Pataias erreichbar. Weitere Reiseziele entdecken: Porto De Mós, Mendiga, Mira De Aire, Juncal, Pedreiras, Arrimal, Alqueidão da Serra und Nazaré.
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