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Sintras romantische Kulturlandschaft, die Feuchtgebiete am Tejo und die Atlantikküste zeigen, wie vielfältig sich das Reiseziel Lissabon entdecken lässt. Zwischen Baukunst, geschützten Landschaften und Orten der Naturbeobachtung liegen ganz unterschiedliche Themen für Ihre Reise.

Sintra: Romantik, Landschaft und Gegensätze

Die Kulturlandschaft von Sintra verbindet natürliche und kulturelle Stätten in einem eigenständigen räumlichen Rahmen. Sie gehört zum Naturpark Sintra-Cascais und steht seit 1994 unter dem Schutz nationaler Rechtsvorschriften. Auch die Bauwerke erzählen von wechselnden Stilen: Der Pena-Palast gilt als Werk der reinen Romantik und vereint ägyptische, maurische, gotische und Renaissance-Elemente.

Die Geschichte des Palasts reicht zu einem verfallenen Kloster zurück, das Ferdinand II. unter Verwendung gotischer, ägyptischer, maurischer und Renaissance-Elemente in ein Schloss umwandeln ließ. Aus dieser Umgestaltung ging ein romantischer Park hervor. Für den Besuch des Parque e Palácio Nacional da Pena gibt es verschiedene Formen: Sie können das Monument frei erkunden oder intimere Angebote wählen, die sich mit seinem früheren Leben beschäftigen. Von Lissabon aus ist der Pena-Palast über die Linha de Sintra erreichbar; vom Bahnhof Sintra aus führt Bus Nr. 434 dorthin.

Eine andere historische Perspektive bietet das Castelo dos Mouros, eine im 10. Jahrhundert während der muslimischen Besetzung der Iberischen Halbinsel gegründete Festung. Ihre Mauern ziehen sich zwischen Granitblöcken, Felsen und Klippen durch die Serra de Sintra. Vom Wehrgang reicht der Blick auf das Dorf Sintra, die Pena, die grüne Serra und den Atlantik. Hier treffen die steinerne Anlage und die Landschaft unmittelbar in einem Panorama zusammen.

Im Parque e Palácio de Monserrate verbinden sich romantische Gartenkunst und verschiedene Architekturbezüge. Der Park gilt als Meisterwerk der Romantik und ist mit Francis Cook sowie dem Architekten James Knowles Jr. verbunden. Seine Gärten enthalten exotische Arten aus aller Welt; der Palast kombiniert neugotische Architektur mit umfangreichen Elementen aus der Architektur Indiens. Einen deutlichen Gegenpol bildet das Convento dos Capuchos: Das für seine Einfachheit bekannte Franziskanerkloster verzichtet vollständig auf Luxus und Komfort. Der Wald rund um das Kloster wurde von den dort lebenden Brüdern bewahrt und gilt als eines der bemerkenswerten Beispiele des ursprünglichen Waldes von Sintra.

Tejo und Mafra: Natur beobachten und Wege wählen

Das Naturschutzgebiet Reserva Natural do Estuário do Tejo ist Portugals größtes Feuchtgebiet und zählt zu den zehn bedeutendsten Feuchtgebieten Europas für ziehende Wasservögel. Während der Zugzeiten kann die Flussmündung mehr als 120.000 Vögel beherbergen. Dazu gehören Säbelschnäbler; dort kommt mehr als ein Fünftel der westeuropäischen Population vor. Das Gebiet lässt sich zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Auto oder mit traditionellen Booten erkunden.

Für die Vogelbeobachtung bietet das EVOA – Espaço de Visitação e Observação de Aves tägliche geführte Besuche in ihrem natürlichen Lebensraum. Zum Areal gehören 70 Hektar Feuchtgebiet, drei Lagunen und fünf Kilometer Fußwege. Drei Beobachtungstürme und fotografische Beobachtungshütten ergänzen die Möglichkeiten, Vögel zu betrachten. In der Landschaft der Lezíria führt ein Weg durch Reisfelder und Weideland.

In der Tapada Nacional de Mafra stehen vier markierte und ausgeschilderte Fußwege zur selbstständigen Begehung bereit. Der Uferweg entlang des Safarujo erschließt die typische Tier- und Pflanzenwelt, darunter verschiedene Vogel-, Amphibien- und Reptilienarten. Wer eine andere Art der Bewegung sucht, findet in der Tapada zwei Mountainbike-Strecken mit Längen von 8 bis 14 Kilometern. Fußwege und Radstrecken bieten damit unterschiedliche Möglichkeiten, sich mit der Landschaft zu beschäftigen, ohne dass dafür ein gemeinsames Tempo vorgegeben ist.

Atlantikküste und königliche Orte

Am Farol Cabo da Roca treffen ein besonderer geografischer Punkt und ein weiter Blick über den Atlantik zusammen: Der Leuchtturm liegt am westlichsten Punkt des europäischen Festlands. Er wurde 1772 in Betrieb genommen und gilt als zweitältester Leuchtturm an Portugals Küste. Für Besucher gibt es einen grundlegenden Leuchtturmbesuch sowie ein Panoramaerlebnis mit Blick auf die Atlantikküste.

Cascais zeigt ein anderes Küstenbild. Dort verbinden sich ruhige Strände entlang der Linha mit einer Atlantikküste, Dünen und Kiefernwäldern. Am Guincho sind Laufen, Spazierengehen, Sonnenbaden, Windsurfen und Kitesurfen möglich. Die genannten Aktivitäten reichen vom Aufenthalt am Strand bis zu Bewegung auf dem Wasser und eröffnen unterschiedliche Zugänge zur Küste.

Auch die Paläste erzählen von verschiedenen Epochen. Der Palácio Nacional e Jardins de Queluz spiegelt barocke, Rokoko- und neoklassizistische Stile wider und ist eng mit dem Leben von drei Generationen der portugiesischen Königsfamilie verbunden. Die Gärten bewahren die Erinnerung an höfische Gondelfahrten, Theater, Jagden, musikalische und literarische Abende, Maskenbälle und Aufführungen unter freiem Himmel. Das Königliche Gebäude von Mafra wiederum zählt zu den bedeutendsten Bauwerken des italienischen Barocks außerhalb Italiens. Seine Bibliothek bewahrt eine bedeutende Sammlung von Werken aus dem 15. bis 19. Jahrhundert.

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