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In Vila Nova De Gaia treffen Portweingeschichte, Flusshandel und Baugeschichte aufeinander. Portwein wird ausschließlich aus Trauben der abgegrenzten Douro-Weinregion erzeugt; der weitaus größte Teil lagert in Kellern in Santa Marinha, Vila Nova de Gaia. Herkunft und Lagerung haben also unterschiedliche geografische Bezüge, die gemeinsam viel über die Rolle der Stadt im Portweinhandel erzählen.

Portwein, Fluss und Stadtgeschichte

Traditionelle Boote des Douro transportierten Portwein, Kork, Olivenöl und Früchte aus der Douro-Region nach Vila Nova de Gaia. Mit der Entwicklung des Tourismus wurde das Rabelo etwa in den 1980er Jahren zu einem Ausflugsboot für touristische Fahrten. So stehen die überlieferte Transportfunktion der Boote und der spätere Wandel des Rabelo in zwei unterschiedlichen Abschnitten der Flussgeschichte.

Auch die Geschichte des Lugar de Gaia reicht weit zurück: Er entstand zunächst als befestigter Siedlungshügel aus der späten Bronzezeit und wurde später zu einem Burgstandort. Von der Burg ist heute nichts mehr erhalten. Der Lugar de Gaia liegt auf dem höchsten Teil des Hügels von Gaia und nimmt eine herausgehobene Lage über dem Douro ein. An der Hanglage von Santa Marinha liegt die Uferbebauung zwischen der Ponte de Luís I und der Ponte da Arrábida.

Klöster, Kirchen und besondere Bauformen

Das Convento de Corpus Christi wurde 1345 als Dominikanerinnenkloster gegründet. In seiner Kirche ist der Hochchor vollständig barock gestaltet. Die Decke besteht aus 49 Kassetten, die mit Ölgemälden verziert sind. Dort befindet sich auch das Grabmal von Álvaro Anes de Cernache, der 1442 starb. Die Zahl der bemalten Kassetten und das Grabmal geben dem Ort eine konkrete historische und architektonische Prägung.

Eine weitere Baugeschichte erzählt die Igreja de Santa Marinha. Ihre Gründung reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück; 1745 wurde die Kirche nach einem Plan von Nicolau Nasoni im Barockstil wiederaufgebaut. Zu den Ausstattungsmerkmalen gehören vergoldete Schnitzaltäre im Stil des Joaninischen Barocks sowie ein dem gekreuzigten Herrn gewidmeter Altar. Dessen Entstehungsdatum ist unbekannt; ihm wird jedoch ein Wunder aus dem Jahr 1420 zugeschrieben.

Beim Mosteiro da Serra do Pilar fällt die kreisförmige Anlage ins Auge: Sowohl die Kirche als auch der Kreuzgang sind rund. Der Kreuzgang besitzt 36 ionische Säulen und gilt als einziges Beispiel dieser Art in Portugal. Das Mosteiro wird gemeinsam mit der Ponte de D. Luís I und dem historischen Zentrum von Porto als UNESCO-Welterbe anerkannt. Von seiner Terrasse überblickt man die Uferbereiche von Porto und Gaia bis zur Ponte da Arrábida. Ebenfalls im Mosteiro befindet sich das Espaço Património a Norte, das das monumentale Kulturerbe Nordportugals vorstellt.

Einen anderen architektonischen Akzent setzt Casa Barbot: Sie gilt als einziges Beispiel des Jugendstils in Vila Nova de Gaia. Zusammen mit den barocken Kirchen und dem kreisförmigen Mosteiro zeigt sie, wie verschieden die Bauformen sind, die sich in den beschriebenen Orten begegnen.

Weinkultur und praktische Orientierung

Bei Caves Ramos Pinto liegen Museumsbereich und Archiv im Zentrum eines weiteren Blicks auf die Weingeschichte. Der Museumsbereich zeigt nach vorheriger Anmeldung eine einzigartige Sammlung von Kunstgegenständen. Das historische Archiv enthält einen wertvollen Bestand zu Weinproduktion und Weinexport seit den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts; ein Besuch ist nach vorheriger Anmeldung möglich. Wenn Sie einen Besuch einplanen, klären Sie die Anmeldung vorab.

Für die Wegeplanung gibt es zwei unterschiedliche Orientierungspunkte. Im weiteren Umfeld führt eine 4,10 km lange Fußroute von Vila Nova de Gaia zum historischen Zentrum; die angegebene Gehzeit beträgt 56 Minuten. Im näheren Umfeld verbindet die Seilbahn Teleférico de Gaia die höher und tiefer gelegenen Bereiche der Stadt Gaia; die Fahrt dauert sechs Minuten. Die Fußroute ist durch Strecke und Gehzeit beschrieben, die Seilbahn durch ihre Verbindung und Fahrtdauer. Prüfen Sie die Route vor dem Aufbruch und die aktuellen Betriebsangaben der Seilbahn.

Eine weitere Tradition mit Wurzeln in Santa Marinha ist die jahrhundertealte Wallfahrt zu São Gonçalo. Sie bildet einen anderen Zugang zur lokalen Geschichte als die Bauwerke und der Weinhandel: Nicht nur einzelne Gebäude, sondern auch überlieferte Bräuche gehören zu den Themen, die Vila Nova de Gaia prägen.

Weitere Reiseziele entdecken: Avintes, Sandim, Valadares, Olival, Valbom, Canelas, Paredes, São Cosme.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Porto.

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