Die befestigte Kirche im Ortszentrum, die Fußgängerbrücke über den Cibin und die alten Hirtenwege zeigen unterschiedliche Seiten von Grossau: Wehrgeschichte, Flusslandschaft und Wegebezüge zu den Bergen. Dorfmuseum, weitere Kirchen und die Viehmärkte ergänzen das Bild. So begegnen Ihnen im Ort sowohl datierte Baugeschichte als auch konkrete Möglichkeiten, sich mit seiner Landschaft und seinem kulturellen Erbe zu beschäftigen.
Wehrkirche und Blick über den Ort
Die befestigte Kirche steht im Zentrum von Grossau. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde um sie eine Bauernfestung mit zwei Befestigungsringen und Türmen errichtet. Die Anlage verbindet damit den zentralen Kirchenstandort mit einer klar benennbaren Wehrgeschichte: Zwei Ringe und Türme gehören zu ihren wesentlichen Merkmalen. Wer sich für historische Bauwerke interessiert, findet hier einen Ort, an dem Kirche und Befestigung eng zusammengehören.
Auch der Glockenturm eröffnet eine Perspektive auf den Ort. Seine Besteigung ermöglicht den Blick auf Grossau aus etwa 63 Metern Höhe. Die ungefähre Höhenangabe macht den Aussichtspunkt zu einem eigenen Bestandteil des Besuchs; Angaben zu einer Besuchsdauer oder einem festen Zeitplan sind damit nicht verbunden.
Dorfmuseum und Kirchen aus verschiedenen Zeiten
Das Dorfmuseum ist ein historisches Denkmal mit fränkischer Architektur. Seine möblierten Räume geben die Lebensweise und Tätigkeiten der örtlichen Bevölkerung wieder. Das Museum wurde am 10. Juli 1969 eröffnet. Die Räume bieten damit einen Einblick in den Alltag und die Arbeit der Menschen vor Ort, während das Gebäude selbst auch als architektonisches Denkmal Beachtung findet.
Weitere Baumerkmale setzen andere zeitliche Akzente. An der Casa Drotleff treffen mittelalterliche Elemente auf Interpretationen des österreichischen Barock und moderne Erweiterungen. Die orthodoxe Kirche Buna Vestire stammt aus dem Jahr 1790. Zusammen mit der befestigten Kirche zeigt sich so eine Ortsgeschichte, die sich nicht auf eine einzige Epoche beschränkt. Die Architekturinteressierten können unterschiedliche Formen und Zeitbezüge nebeneinander betrachten, ohne sie auf einen gemeinsamen Baustil zu reduzieren.
Cibin, Berge und alte Hirtenwege
Grossau liegt in einer Senke am Fuß der Berge. Außerdem wird der Ort als „Storchhauptstadt Rumäniens“ bezeichnet. Diese Bezeichnung gehört zu seiner touristischen Identität; sie ist ein eigener Aspekt des Ortsprofils neben den Kirchen und dem Dorfmuseum.
Am Cibin führt die Fußgängerbrücke Puntea lui Sepp über den Fluss. Von ihrer Lage aus bietet sich der Blick auf die Mäander des Cibin. Das Flussmotiv ergänzt die historischen Bauwerke um eine landschaftliche Perspektive, die sich unmittelbar an der Brücke beobachten lässt. Für die Orientierung im Ort sind damit sowohl ein konkreter Flussübergang als auch der Verlauf des Wassers ein Thema.
Auch die alten Hirtenwege geben einen Bezug zur Umgebung. Ein Abschnitt dieser Wege ist touristisch markiert. Das Tal Mărăjdia begleitet den alten Weg der Bewohner von Grossau in den Cindrel-Bergen. Wer sich mit den Wegen beschäftigt, kann diese Hinweise auf die traditionelle Verbindung zwischen den Bewohnern und den Bergen in die eigene Reiseplanung aufnehmen. Eine konkrete Gehzeit oder Streckenlänge ist für diesen Weg nicht angegeben.
Viehmärkte und Besuchsplanung
In Grossau finden jährlich zwei Viehmärkte statt: einer am ersten Sonntag im Mai, der andere am letzten Sonntag im September. Dabei treffen sich Viehzüchter aus der Gemeinde und aus Mărginimea Sibiului, um Tiere und Erzeugnisse aus den Haushalten zu verkaufen. Die beiden Termine unterscheiden sich durch ihre Lage im Kalender; wenn Sie einen Marktbesuch planen, prüfen Sie die aktuellen Daten für das jeweilige Jahr. So bleibt der Markt ein eigener Reiseanlass neben den Bau- und Landschaftsthemen des Ortes.
Weitere Reiseziele entdecken: Șura Mare, Miercurea Sibiului, Städterdorf, Avrig, Şelimbăr, Ocna Sibiului, Gunzendorf, Heltau.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Hermannstadt.