Putna verbindet Klostergeschichte mit einem lokalen Handwerksbrauch und dem Startpunkt der Via Transilvanica. Zu den kulturellen Perspektiven des Ortes gehören Sakralbauten aus unterschiedlichen Jahrhunderten, ein mittelalterliches Museum und eine in den Fels gehauene Grotte. Auch das Verzieren von Eiern ist hier als alter Brauch bekannt.
Klostergeschichte und Sammlungen
Mănăstirea Putna wurde von Ștefan cel Mare zwischen 1466 und 1469 errichtet. Das orthodoxe Kloster zählt zu den wichtigsten kulturellen, religiösen und künstlerischen Zentren Rumäniens. Sein mittelalterliches Museum bewahrt Manuskripte und Stickereien aus den Werkstätten des Klosters ebenso wie Kirchen- und Lehrbücher, kirchliche Kostbarkeiten und Keramikobjekte. Das Spektrum reicht damit von Schrift und Textilien bis zu religiösen und keramischen Gegenständen.
Eine weitere historische Zeitlage vertritt die Holzkirche „Intrarea Maicii Domnului în Biserică“, die auch als Holzkirche „Dragoș Vodă“ oder Schitul Putna bekannt ist. Der Überlieferung nach wird sie in die Mitte des 14. Jahrhunderts datiert; heute dient sie als Kapelle und Museum. Die Biserica „Nașterea Maicii Domnului“ entstand später: Rumänisch-orthodoxe Gläubige aus dem Ort errichteten sie zwischen 1900 und 1908 mit Unterstützung des Kirchlichen Fonds der Bukowina. Zusammen zeigen diese Kirchen unterschiedliche Kapitel der religiösen Baugeschichte Putnas.
Ein zweiter Klosterkomplex
Mănăstirea Sihăstria Putnei umfasst vier Gotteshäuser: zwei kleine Kapellen mit den Patrozinien „Sfântul Ioan Evanghelistul“ und „Acoperământul Maicii Domnului“, die Biserica „Buna Vestire“ sowie die große Kirche „Izvorul Tămăduirii“. Die ursprüngliche Biserica „Bunavestire“ wurde zwischen 1754 und 1758 errichtet. Bei Restaurierungsarbeiten wurde sie von 1990 bis 1996 von Grund auf wiederaufgebaut und am 29. September 1996 geweiht. In der Biserica „Bunavestire“ befindet sich ein Reliquienschrein mit den Reliquien der ehrwürdigen Äbte Sila, Natan und Paisie. Pilger besuchen das Kloster wegen der dort gefeierten Gottesdienste.
Für die Orientierung am Komplex ist auch der Name Biserica de la izvor hilfreich: So wird die Biserica „Acoperământul Maicii Domnului“ ebenfalls genannt. Sie liegt links, 200 Meter vor dem Eingang zur Mănăstirea Sihăstria Putnei. Direkt neben der Kirche befindet sich der Izvorul Starețului Sila, den viele Gläubige aufsuchen, um gesegnetes Wasser zu holen.
Zu Fuß und auf der Via Transilvanica
Die Via Transilvanica beginnt in der Bukowina bei Mănăstirea Putna. Der Bukowina-Abschnitt ist 144 Kilometer lang und führt vom Kloster in Richtung der Senke von Sucevița. Das ist ein anderer Maßstab als die Strecke zwischen den beiden Klöstern: Die 3,7 Kilometer zwischen Mănăstirea Putna und Mănăstirea Sihăstria Putnei können zu Fuß zurückgelegt werden. So lässt sich eine kurze Verbindung zwischen Klosterstandorten von der Planung des längeren Fernwegs unterscheiden.
Eine weitere Orientierung bietet die Chilia lui Daniil Sihastrul: Die in einen Felsen gehauene Grotte liegt im Tal des Baches Vițău, etwa einen Kilometer von Mănăstirea Putna entfernt. In der Grotte sind noch Pronaos, Naos und Altar einer in den Felsen gehauenen Kapelle sichtbar; darunter befindet sich eine ebenfalls in den Stein gehauene Zelle. Auch der Bahnhof Putna lässt sich räumlich einordnen: Mănăstirea Putna liegt etwa 1,5 Kilometer davon entfernt. Wenn Sie eine Bahnanreise planen, prüfen Sie vorab den aktuellen Bahnbetrieb.
Ein lokaler Handwerksbrauch
Das Verzieren von Eiern ist in Putna ein seit ältester Zeit bekannter Brauch. Die Kunsthandwerkerinnen verwenden dabei ein einfaches Werkzeug, das jede Meisterin selbst anfertigt und das im Volksmund „chișiță“ heißt. Der Brauch ist so nicht nur durch die verzierten Eier, sondern auch durch das handgefertigte Werkzeug gekennzeichnet. Zusammen mit den Klöstern, der Museumssammlung und den Orten in der Landschaft eröffnet diese Tradition einen weiteren Blick auf Putnas kulturelles Leben.
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