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Lange Sandstrände gehen in Nordanstig in große Wälder des Binnenlands über, in denen sich die Landschaft wild anfühlt. Dazwischen liegen Fischerdörfer, Kulturpfade und Spuren unterschiedlicher Epochen. Wer die Gegend erkundet, kann Küstenwege mit Besuchen historischer Orte und Naturreservate verbinden – ohne dass jede Entdeckung dasselbe Bild der Landschaft zeigt.

Wanderwege zwischen Küste und Binnenland

Der 62 Kilometer lange Kustleden beginnt bei Kalkungsviken nördlich von Oxsand, führt nach Nordanstig und reicht südwärts bis Sågtäkten südlich von Strömsbruk. Unterwegs wechseln sich Sandstrände, Klippen und Wälder mit Fischerdörfern, industriell geprägten Umgebungen und alten Denkmälern ab. Die Route verbindet damit verschiedene Seiten der Küstenlandschaft. Prüfen Sie vor dem Aufbruch den aktuellen Zustand des Weges.

Der Vallstigen erstreckt sich über etwa 63 Kilometer vom Freibad in Hassela bis zum Hafen von Norrfjärden. Er führt an elf Fäbodvallar vorbei und steigt vom Meeresspiegel bis auf 330 Meter am Västansjökullen an. Entlang der Strecke gibt es Schutzhütten, einfache Rastplätze sowie Möglichkeiten zum Baden und Zelten; Einrichtungen und Zugang können sich ändern, daher empfiehlt sich ein Blick auf die aktuellen Informationen zum Weg. Mit 62 beziehungsweise rund 63 Kilometern sind Kustleden und Vallstigen ähnlich lang, unterscheiden sich aber in ihren beschriebenen Landschaften und Wegmerkmalen.

Kulturspuren und Handwerk

Im Gränsfors Yxmuseum umfasst die Sammlung mehr als 2.000 Äxte. Dazu gehört eine etwa 3.500 Jahre alte Steinaxt; außerdem sind Modelle zu sehen, die in Gränsfors vor und nach der Gründung der Schmiede hergestellt wurden. So treffen ein sehr altes Werkzeug und Beispiele örtlicher Herstellungsgeschichte aufeinander. Einen anderen Zugang zur Vergangenheit bietet die etwa drei Kilometer lange Kulturstigen in Sörfjärden: 21 Informationsstationen behandeln die Industrie-, Fischerei-, Landwirtschafts- und Siedlungsgeschichte der Gegend.

Ersk-Matsgården in Hassela ist ein lebendiger Bauernhof in einer Umgebung des 19. Jahrhunderts. Zum Hof gehören 15 Gebäude mit jeweils eigener Funktion, darunter ein Wasserwerk mit Säge und Schindelhobel sowie eine Mühle mit Flachsbearbeitungswerk, die von einem großen Wasserrad angetrieben wird. Tierhaltung, Führungen und Thementage gehören ebenfalls zum Hof; das Besucherprogramm ist saisonal. Während der Sommersaison können Sie dort traditionelle Gerichte probieren, etwa eine Haferbreispeise, Pfannkuchen mit Schweinefleisch, Blutbrot mit weißer Soße und gebratenes Brot. Die angebotenen Speisen können je nach Saison variieren. Auch mehrere Kunsthallen und Galerien, darunter Räume in historisch interessanten Gebäuden, ergänzen die kulturellen Entdeckungen; einzelne Ausstellungen wechseln.

Küstenformen, Wälder und alte Gräber

Das Naturreservat Gnarpskaten verbindet eine ausgeprägte Küstenlandschaft mit archäologischen Spuren. Geröllfelder, Sturmstrandlinien, ein Sandstrand und Flugsanddünen prägen das Gebiet. Hier liegen außerdem Grabhügel und Gräberfelder aus der Stein- und Eisenzeit: Im zentralen Teil befindet sich ein größerer Grabhügel aus der Steinzeit, während es auf Tosskär mehrere Gräberfelder aus der Eisenzeit gibt. Zu ihnen gehört ein größeres Feld mit rund 30 Gräbern.

Andere Reservate zeigen wiederum eigene Landschaftsmerkmale. Vattingsmalarna ist von Küstengeröllfeldern, Strandterrassen, Sturmstrandlinien und Kiefernheide geprägt; an der Küste finden See- und Watvögel Lebensräume. Vitörarna besteht aus zwei größeren Inseln und einigen kleineren Schären mit Wald, Geröllfeldern, Strandwiesen, felsigen Ufern und Meer. Im Naturreservat Dammtjärn wechseln trockener Wald, Sumpfwald, bewaldete und offene Feuchtgebiete, Waldbäche und Tümpel. Dazu gehört ein alter, etwa 150 Jahre alter Fichten-Sumpfwald mit hängenden Flechten.

Spaziergänge und Erlebnisse am Wasser

Ein interaktiver Spaziergang in Trolska Skogen ist etwa 1,5 Kilometer lang. Als Theatererlebnis für die ganze Familie führt er in eigenem Tempo durch den Wald, wo Besucher verschiedenen Waldwesen begegnen. Das Angebot ist saisonal. Bei Sindra verläuft ein Naturpfad am Kraftwerkskanal entlang und umfasst Überreste der früheren Flößerei. Dort gibt es außerdem einen Kraftwerksdamm und eine Brücke zu einem naturnahen Gebiet am Ostufer des Storsjön, von dem sich der Blick über den gesamten See öffnet.

Auch die Freizeitmöglichkeiten reichen über eine einzelne Aktivität hinaus: In Nordanstig zählen Segeln, Wandern, Klettern, Radfahren, Abfahrtslauf, Golf, Angeln, Reiten und Baden zu den genannten Angeboten. Welche davon für Ihre Reise infrage kommen, hängt auch von der Jahreszeit ab.

Anreise und Reiseplanung

Nordanstig ist mit dem Auto, dem Boot, dem Zug oder dem Bus erreichbar. In Gnarp halten Regionalzüge aus Richtung Gävle/Hudiksvall und Sundsvall; zusätzlich bestehen zahlreiche lokale Busverbindungen. Prüfen Sie vor der Fahrt die aktuellen Fahrpläne. Für ankommende Boote gibt es zwei Gasthäfen, einen in Stocka und einen in Mellanfjärden. Bei einer Anreise auf dem Wasser lohnt es sich, die aktuellen Zugangsbedingungen zu prüfen.

Die genannten Wege, Orte und Reservate bieten dafür verschiedene Anknüpfungspunkte, ohne dass ein einzelner Ausflug alle Facetten Nordanstigs abdecken muss.

Weitere Reiseziele entdecken: Ilsbo, Gnarp, Bergsjö, Strömsbruk, Hassela, Jättendal, Harmånger und Sandviken.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Gävleborg.

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