Der Archipel von Söderhamn reicht von kahlen Felsen über üppige Ufer und stille Buchten bis zur offenen See. Einen ganz anderen Schwerpunkt setzt die Hälsingegården Erik-Anders: Sie ist eines von sieben Bauernhäusern, die unter dem Namen „Decorated Farmhouses of Hälsingland“ in die UNESCO-Welterbeliste eingetragen wurden. Söderhamn verbindet damit Themen, die Kultur- und Naturinteressierte auf unterschiedliche Weise ansprechen.
Bauernhäuser, Kirchen und Stadtgeschichte
Die Hälsingegården Erik-Anders wurde etwa 1825 erbaut. Erhalten sind originale Malereien von ungewöhnlich hoher Qualität – im großen Saal im Obergeschoss ebenso wie in den beiden Vorhäusern. Der Hof macht so die Verbindung von bäuerlicher Architektur und aufwendig gestalteter Innenausstattung anschaulich. Wer sich für Kirchenbau interessiert, findet mit Trönö gamla kyrka eine gut erhaltene spätmittelalterliche Anlage. Ihre ältesten Teile stammen aus dem späten 12. Jahrhundert; zu den prägenden Merkmalen zählen unverputzte Steinfassaden, eine überdachte Friedhofsmauer und ein Glockenturm.
Auch Söderhamns Industrie- und Luftfahrtgeschichte ist an konkreten Orten präsent. Das Stadsmuseum befindet sich im ehemaligen Bohrhaus der Gewehrfabrik von 1748; seit 1915 findet dort Museumsbetrieb statt. Das Flygmuseum widmet sich Flugzeugen, Militärflugzeugen und Schulflugzeugen, die seit 1945 auf der F15 stationiert waren. Es zeigt außerdem Szenen aus dem täglichen Betrieb des Geschwaders und im Außenbereich eine J35 Draken. Zum Museum gehört ein Viggen-Flugsimulator; wenn Sie ihn nutzen möchten, klären Sie die aktuellen Buchungs- und Zugangsbedingungen vorab.
Für einen Rundgang durch die Geschichte der Stadt stehen zwei unterschiedliche Formate im Blick: Kulturvandra ist selbstgeführt und führt zu historischen Orten Söderhamns. Der geführte Stadtrundgang dauert etwa eine Stunde, verläuft durch das Stadtzentrum und beginnt am Söderhamns Stadsmuseum. Er kann saisonal terminiert sein; prüfen Sie daher, ob ein Termin in Ihre Reisezeit fällt. Oscarsborg auf dem Östra Berget ergänzt den historischen Blick mit einem Panoramablick über Söderhamn. Eingeweiht wurde der Ort 1895; erreichbar ist er über Treppen von der Södra Hamngatan oder über die Baggargatan.
Schärenküste und Vogelgebiete
Die Küste und der Archipel von Söderhamn liegen an der Jungfrukusten und umfassen bis zu 1.200 Inseln, Holme und Schären. Die Vielfalt reicht von offener See bis zu geschützten Buchten. Im Archipel können Sie zwischen Inseln paddeln, an der Küste wandern oder Rad fahren, vom Ufer oder vom Boot aus angeln und Küsten-Naturschutzgebiete besuchen. Für die Anreise mit dem Boot gibt es Gasthäfen, Naturhäfen und Gästestegen; einzelne Einrichtungen können sich ändern.
Auch die Vogelwelt prägt die Landschaft. Ålsjön ist ein flacher See und ein bedeutendes Vogelgewässer: Mehr als 200 Vogelarten wurden dort festgestellt, mehr als 60 Arten brüten regelmäßig. Ein Holzsteg führt durch große Teile des Gebiets, außerdem gibt es einen barrierefrei zugänglichen Vogelturm. Prüfen Sie vor der Anreise die Bedingungen auf den Wegen. Stenöorn ist ein wichtiger Rastplatz für Watvögel; dort wurden nahezu alle in Schweden regelmäßig vorkommenden Watvogelarten beobachtet. Besucher können Vögel von einem Turm aus beobachten und auf einem Weg am Meer entlangwandern. Für das Naturreservat gelten saisonale Zugangsbeschränkungen.
Weitere Küstenorte setzen jeweils eigene Akzente. Skatön ist ein über das Festland erreichbares Küsten-Naturschutzgebiet mit Bademöglichkeiten und abwechslungsreicher Natur, das bis in den äußeren Meeresgürtel reicht. Stenö Havsbad liegt auf einer Halbinsel im Archipel; an deren Südseite befindet sich ein kinderfreundlicher Sandstrand. Vom 32 Meter über dem Meeresspiegel aufragenden Skatberget reicht der Blick über den Archipel von Söderhamn und den äußeren Meeresgürtel.
Unterwegs zu Land und zu Wasser
Die 13 Kilometer lange Route Sågverkstrampet verbindet Söderhamn und Sandarne. Sie ist für Wanderungen und Radtouren beschrieben und führt durch Wald- und Kulturlandschaften, die von der Sägewerksepoche geprägt wurden. So begegnen sich unterwegs Natur und Industriegeschichte, ohne dass der Weg auf ein einziges Thema reduziert ist.
In der Stadt bietet das Angeln einen anderen Zugang zum Wasser: Im Fluss von der Smäckbron bis zum Meer im zentralen Söderhamn ist das Angeln auf Hecht, Barsch, Weißfisch und Forelle kostenlos. Dort gibt es Angelstege, Rampen und Windschutzhütten; die örtlichen Bedingungen können variieren. Im Gebiet der Ljusneälven bestehen unterhalb des Kraftwerks in Ljusne Möglichkeiten zum Lachs- und Forellenangeln, weiter flussaufwärts zum Angeln auf große Hechte, Barsche und Forellen.
Im Winter rücken die Loipen und Übungshänge in den Vordergrund. Auf Hällåsen und Hällmyra können Sie in abwechslungsreichen Landschaften und auf anspruchsvollen Trainingsloipen Ski nordisch laufen. Die längste Langlaufloipe auf Hällåsen/Hällmyra ist zehn Kilometer lang und heißt Södergrenslingan. In Hällmyra gibt es außerdem einen Ski-Spielplatz und einen Technikhang zum Üben der Abfahrt oder zum Schlittenfahren. Bei Alirs Öga gehören im Sommer Aussicht und Natur, im Winter das Schlittenfahren zu den beschriebenen Möglichkeiten; die Landschaftsskulptur gilt als größte Schwedens.
Auch die lokale Fischereitradition ist Teil des Ortsbilds: Skärså ist ein altes Fischerdorf mit Fischerhäusern und Bootsschuppen an der Küste nordöstlich von Söderhamn. Dort gibt es das Fischrestaurant Albertina und eine Fischräucherei; informieren Sie sich vor einem geplanten Besuch über den aktuellen Betrieb. Im Sommer bietet M/S Moa abendliche Schärenkreuzfahrten mit Garnelen- oder Taco-Thema und Buffetservice an. Die planmäßigen Fahrten finden mittwochs und freitags statt; prüfen Sie vor der Reise den aktuellen Fahrplan.
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