Im Lessebo Handpappersbruk wird jedes Blatt Papier von Hand geformt. Holländer, Bütten und Schöpfrahmen gehören zur traditionellen Herstellung – und ein mehr als 300 Jahre altes Werk ist weiterhin kommerziell in Betrieb. So begegnet Ihnen Lessebos Industriegeschichte nicht nur in historischen Gebäuden, sondern auch in einem Handwerk, das vor Ort ausgeübt wird.
Papierhandwerk mit langer Geschichte
Das Lessebo Handpappersbruk erhielt 1719 die Rechte zur Papierherstellung. Heute befindet es sich in einem Steinbau aus dem Jahr 1897. Bei geführten Besichtigungen können Sie das Werk kennenlernen; außerdem gibt es dort einen Laden mit handgeschöpftem Papier. Prüfen Sie vor Ihrem Besuch die aktuellen Besucherinformationen des Werks.
Auch die Lessebo kyrka verbindet lokale Geschichte mit dem Papierhandwerk. Ihr Bau begann 1958, eingeweiht wurde die Kirche 1960. Im Inneren befindet sich ein Kunstwerk von Susanna Arwin aus handgeschöpftem Leinenpapier, das im Lessebo Handpappersbruk hergestellt wurde. An der Nordwand ist außerdem ein Kirchenfenster zu sehen, das Erik Höglund aus Boda gestaltet hat.
Industriegeschichte in Gebäuden und Wohnvierteln
Lessebo besitzt eine weitgehend erhaltene Industriekultur, die Industrie- und Wohngebiete umfasst. Zu den wertvollsten historischen Industriemilieus in Kronobergs län zählt der Ort ebenfalls. Damit reicht die Geschichte über die Produktion hinaus: Auch die Wohnformen erzählen davon, wie Arbeit und Alltag miteinander verbunden waren.
In Smedraden stehen planmäßig angelegte Wohnhäuser aus dem frühen 19. Jahrhundert, die für die Schmiede des Eisenwerks errichtet wurden. Djurhult wiederum ist eines der wenigen unveränderten Eigenheimgebiete aus dem frühen 20. Jahrhundert. Die beiden Beispiele verweisen auf unterschiedliche Zeiten und Wohnformen; zusammen geben sie einen Einblick in die Entwicklung des Ortes.
Zu Fuß am Läen unterwegs
Der Lessebo Kulturstig liegt nahe dem Zentrum und führt am See Läen entlang. Der Weg ist etwas mehr als sechs Kilometer lang; für die Wanderung sind etwa zwei Stunden angegeben. Entlang der Strecke informieren 25 Tafeln über Geschehnisse aus vergangenen Zeiten. Weiße Ringe an den Bäumen markieren den Weg. So lassen sich Wegorientierung und lokale Geschichte während derselben Wanderung verbinden.
Die historischen Themen reichen weit zurück: Am Läen wurde Eisenerz zur Herstellung von Werkzeugen gewonnen, und der Kulturstigen zeugt von diesen Aktivitäten. Außerdem führt der Lessebo Kulturstig durch Gebiete, in denen sich Menschen bereits in der Jungsteinzeit niederließen. Für den Zugang gibt es Parkmöglichkeiten am Kraftwerk, bei Ekebacken oder nahe Nyäng in Richtung Toragöl.
Wenn Sie Zeit am Wasser einplanen möchten, liegt die Badestelle Hägnaviken am See Läen direkt neben Ekebacken in Lessebo. Dort gibt es einen Grillplatz und einen Windschutz; vom Zentrum Lessebos aus ist die Badestelle in Fahrraddistanz. Die Gemeinde Lessebo ist Teil des Glasriket. Eine weitere Perspektive auf dessen Landschaft bietet KulTuren: Die Rundfahrt ist 14 schwedische Meilen lang und vermittelt Geschichten und Geschichte zu den Orten entlang der Strecke.
Anreise und Orientierung
Der Bahnhof Lessebo wird von der Kust-till-kust-Bahn zwischen Göteborg und Kalmar angefahren. Für die Planung Ihrer Zugfahrt können Sie den Halt in Lessebo berücksichtigen und die aktuellen Fahrzeiten im Fahrplan prüfen. Das Lessebo Handpappersbruk liegt außerdem an der Straße 25 zwischen Växjö und Kalmar.
Die Touristeninformation von Lessebo befindet sich im Kontaktzentrum im Gemeindehaus. Für Besichtigungsziele in Lessebo Kommun bietet Naturkartan Karten, Wegbeschreibungen und historische Informationen. Damit können Sie vorab entscheiden, ob Ihr Schwerpunkt auf dem Handwerk, der Industriegeschichte oder einer Wanderung am Läen liegen soll.
Weitere Reiseziele entdecken: Hovmantorp, Lessebo, Skruv, Kosta, Växjö, Älmhult, Uppvidinge und Markaryd.
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