Etwa die Hälfte der Gemeinde Härryda ist von Wald und Wildnis bedeckt; mehr als 100 Seen prägen die Landschaft zusätzlich. Zwischen Schutzgebieten, Wegen und historischen Orten gibt es viel zu entdecken – nicht nur in Gebäuden, sondern auch in Spuren früherer Nutzung, die bis heute im Gelände sichtbar sind.
Seen, Schutzgebiete und besondere Lebensräume
Das Naturschutzgebiet Rådasjön umfasst den See und umliegende Landbereiche mit Edellaubwäldern, Uferwäldern und offenen Weideflächen. Der See ist unter anderem als Überwinterungsplatz für Enten und Singschwäne bedeutsam. Baden, Freizeit- und Sportfischen, Rudern und Segeln sind dort möglich. Wer eine längere Runde zu Fuß plant: Rådasjön runt ist eine markierte, zwölf Kilometer lange Wanderschleife rund um den See, die bei Råda Säteri beginnt.
Im Naturschutzgebiet Härskogen können Sie wandern, baden, zelten, Schlittschuh laufen und Ski fahren. Am zentralen Parkplatz beginnen mehrere Wanderwege und zwei beleuchtete Strecken; außerdem gibt es Schutzhütten, Feuerstellen und eine Toilette am Parkplatz. Im Bråtaskogen lässt sich zwischen zwei markierten Wegen unterscheiden: Der blaue Weg ist etwa zwei Kilometer lang und führt an einem Grillplatz vorbei, der rote Weg misst vier Kilometer und führt zu einem Rastplatz im Wald östlich der Wiese. Wege im Gebiet passieren außerdem kleine Wasserfälle und Überreste alter Mühlen entlang des Bråtabäcken und des Hålsjöbäcken.
Im Schutzgebiet Hårssjön-Rambo mosse wechseln sich Edellaubwald, Ufer- und Sumpfwälder sowie Moore ab. Der Hårssjön ist für zahlreiche brütende und rastende Vogelarten wichtig; Vogelbeobachtung gehört neben Wandern, Orientierungslauf, Reiten und Radfahren zu den möglichen Aktivitäten. Der Bohusleden führt in den nordwestlichen Teil des Gebiets. Lokale Wege verbinden es im Südosten mit Lahall und einem Weg rund um den Finnsjön. Auch das Tal der Storån ist für Naturschutz und Kulturumweltpflege von nationalem Interesse. Die Storån bietet Lebensraum für Lygnern-Forellen, Flussperlmuscheln, Aale und Bachneunaugen; Lesesteinhaufen, Steinmauern und Viehwege erinnern dort zugleich an eine alte Kulturlandschaft.
Wege und Aktivitäten mit unterschiedlichen Schwerpunkten
Der Vildmarksleden ist ein 42 Kilometer langer Wanderweg zwischen dem Bahnhof Hindås und dem Skatås motionscentral in Göteborg; unterwegs passiert er mehrere Seen. Im Ort Härryda überquert er die Härsjödammsvägen vor dem Stora Härsjön. Vom Landvetter Resecentrum fährt der Bus 611 bis zur Haltestelle Härryda kyrka; von dort führt ein drei Kilometer langer Fußweg zum Weg. Prüfen Sie vor der Anreise den Fahrplan.
Auch für Radtouren gibt es Abschnitte mit unterschiedlichen Längen und Ortsbezügen: Der etwa 19 Kilometer lange Abschnitt des Västgötaleden durch Härryda führt durch Rävlanda und Hindås. Der etwa zwölf Kilometer lange Abschnitt des Turiststråket verläuft über Råda in Richtung Naturschutzgebiet Delsjön. Wer sich für Mountainbike-Angebote interessiert, findet im Vargkullen-Mountainbikepark eine Pumptrack, einen Sprung- und einen Drop-Bereich, mehrere Stigschleifen sowie einen Balance- und Technikbereich.
Ein anderes Format bietet der Naturlehrpfad in Wendelsberg: Seine zwei Rundwege sind 500 und 300 Meter lang. Wegweiser, Informationstafeln, Zeichnungen von Kindern und zwei Holzskulpturen geben den kurzen Runden eigene Akzente. Das etwa 60 Hektar große Natur-, Kultur- und Erholungsgebiet Wendelsberg bietet außerdem Möglichkeiten zum Spazierengehen, Trainieren, Discgolfspielen und Grillen.
Kulturgeschichte im Gelände und in den Orten
Råda Säteri verbindet ein markantes Baudenkmal mit dem Naturraum am Rådasjön. Das heutige Hauptgebäude wurde 1772 errichtet; 1969 wurde Råda Säteri zum Baudenkmal erklärt und unterliegt besonderen Schutzbestimmungen. Sie können durch den Garten spazieren und das umliegende Naturschutzgebiet erkunden, baden oder ein Picknick machen. Råda Säteri ist mit Bus, Fahrrad oder zu Fuß erreichbar und verfügt über zahlreiche Parkplätze. Für Rådasjön runt führt die Busverbindung X4 von Göteborg in Richtung Mölnlycke bis zur Haltestelle Råda portar; anschließend ist ein Kilometer Fußweg bis zur Anlage angegeben. Prüfen Sie die aktuellen Verbindungen vor der Fahrt.
Bei der Danseredsbron in Härryda wird Geschichte Teil des Weges: Die Steinbogenbrücke führt zur Danseredsliden, einem alten Straßenabschnitt, an dem Verlauf und Bauweise von Wegen aus der Zeit vor dem Automobil anschaulich werden. In Hindås gehören die seit Beginn des 20. Jahrhunderts bestehenden Schanzen zur Sportgeschichte von Härryda und Göteborg; wegen ihres hohen kulturhistorischen Wertes sind sie als Baudenkmal eingestuft. In Mölnlycke erzählt Mölnlycke fabriker von einer anderen Entwicklung: Die Textilfabrik wurde 1849 von der Familie Hennig-Wendel an einem Wasserfall gegründet und trug zur Entstehung einer blühenden Industriesiedlung bei.
Auch die Kirchen bewahren unterschiedliche Zeitschichten. Die Landvetters kyrka besitzt Mauern des Langhauses, die weitgehend aus dem 14. Jahrhundert stammen, eine Kanzel mit ursprünglichen Teilen von 1685 und ein Taufbecken aus Speckstein aus dem späten 13. Jahrhundert. Die Råda kyrka in Mölnlycke ist eine 1712 errichtete Holzkirche des 18. Jahrhunderts mit bewahrten Deckenmalereien.
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