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Wohlens Strohgeschichte reicht weit über den Ort hinaus: Im 19. Jahrhundert entwickelte sich das Dorf zu einem weltweit exportierenden Zentrum der schweizerischen Strohindustrie. Der Beiname «Chly-Paris» verweist auf die Verbindungen der Wohler Geflechthändler zum Pariser Modezentrum. Historische Bauten, ein geologisches Schutzobjekt und Velorouten ergänzen diese kulturelle Spur. Der Freiämter Veloweg ist signalisiert.

Strohgeschichte und historische Gebäude

Die Villa Isler und ihr Park wurden in den 1860er Jahren vom Strohfabrikanten August Isler erbaut beziehungsweise angelegt. Seit 1974 steht die Villa unter kantonalem Denkmalschutz; sie ist als Denkmal von regionaler Bedeutung eingestuft und integral geschützt. Das Museum in der Villa wurde im Mai 2013 wiedereröffnet und 2023 in SCHWEIZER STROHMUSEUM umbenannt. So treffen Bau- und Industriegeschichte an einem Ort aufeinander.

Die Dauerausstellung nutzt zahlreiche Multimedia-Stationen, Kommentare von Zeitzeugen, einen interaktiven Globus und ein digitalisiertes Musterbuch. Ein eigener Kinderrundgang führt durch die Ausstellung. Jeweils am ersten Sonntag im Monat gibt es eine kostenlose Führung durch die Dauerausstellung; prüfen Sie den Termin vor Ihrer Reise.

Auch die sakralen Bauten erzählen unterschiedliche Kapitel. Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Leonhard ist ein integral geschütztes Denkmal von nationaler Bedeutung und gilt als Hauptwerk der klassizistischen Sakralarchitektur im Aargau. Für den Bau der heutigen Kirche fiel 1803 der Beschluss; der alte Kirchturm blieb erhalten. Die St.-Anna-Kapelle an der Jurastrasse entstand 1513/14 an der alten Landstrasse nach Baden. In ihr befindet sich ein gotischer Flügelaltar aus dem 16. Jahrhundert, ursprünglich aus der Wallfahrtskirche Hergiswald. Beachten Sie für einen Besuch: Ausserhalb der Gottesdienste ist die Kapelle geschlossen und wird nur auf Anfrage geöffnet.

Das Emanuel-Isler-Haus ist ein 1819 erbautes herrschaftliches Bürgerhaus mit spätklassizistischem Gartenhaus. Es ist als Denkmal von regionaler Bedeutung eingestuft und integral geschützt.

Geologie, Wege und Velorouten

Der Erdmannlistein besteht aus drei gneishaltigen Granitblöcken, die während der Würmeiszeit vom Reuss-Gletscher ins Mittelland transportiert wurden. Das Objekt ist als geologisches Schutzobjekt von kantonaler Bedeutung ausgewiesen. Seine Anordnung wird als prähistorische Kultstätte gedeutet. Einen anderen Schwerpunkt setzt der Meditationsweg im Gebiet Chollmoos/Torfmoos: Sieben thematisch gestaltete Stationen laden zum Nachdenken und Verweilen ein. Zitate, Sprichwörter, Aphorismen und begleitende Fragen geben dem Weg seinen Reflexionscharakter.

Für Velotouren beschreibt die Freizeitkarte von 2025 zwei Rundrouten mit unterschiedlichen Distanzen. Der signalisierte Freiämter Veloweg ist 68 Kilometer lang und führt von Sins über Muri, Othmarsingen, Bremgarten und Merenschwand zurück nach Sins; er verläuft auch über Wohlen. Eine weitere, 34 Kilometer lange Runde startet in Wohlen und führt über Dottikon, Lenzburg, Seengen, Meisterschwanden und Villmergen zurück. Die Streckenlänge und die genannten Orte bieten einen konkreten Vergleich bei der Tourenwahl. Prüfen Sie vor der Fahrt den aktuellen Routenverlauf.

Der Schüwo Park wird ganzjährig genutzt und umfasst eine Eishalle, ein Freibad, Minigolf und Beachsport; einzelne Aktivitäten können saisonabhängig sein. Das Freibad gilt als Standort der längsten Wasserrutsche im Freiamt. Prüfen Sie vor einem Besuch deren saisonale Verfügbarkeit.

Wohlen im Bünztal

Wohlen ist ein grosses Dorf im Bünztal im Südosten des Kantons Aargau und gehört zur Region Freiamt. Die Bünz fliesst durch den Ort; östlich des Bünztals liegt der langgestreckte Hügelzug Wagenrain. Damit stehen neben der Industrie- und Baugeschichte auch konkrete Landschaftsbezüge im Blick, während die Velorouten den Ort in längere Rundstrecken durch die Region einordnen.

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