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Herisau verbindet kulturhistorische Themen mit konkreten Orten und Wegen: Die Dauerausstellung des Museums Herisau reicht von Alltag, Politik und Kultur bis zu Robert Walser und der Wohn- und Musikkultur in Appenzell Ausserrhoden. Draußen führen ein Rundweg zu Erinnerungsorten, Spaziergänge zu Aussichtspunkten und Wanderwege zu den Brücken der Gemeinde. Wenn Sie Herisau als Reiseziel prüfen, können Sie den Schwerpunkt auf Ortsgeschichte, Literatur oder Bewegung legen – oder diese unterschiedlichen Seiten miteinander verbinden.

Museum und Robert-Walser-Orte

Das Museum Herisau, das kulturhistorische Museum für den Kanton Appenzell Ausserrhoden, befindet sich im Alten Rathaus am Platz, direkt gegenüber der reformierten Kirche. Eine Aussenstelle liegt im Weiler Schwänberg. In der Dauerausstellung geht es unter anderem um Ritter und Burgen, Mobilität und Verkehr, Mühlen im Appenzellerland, Medizin und Kurwesen sowie Schulgeschichte. Hinzu kommen Leben und Werk des Schriftstellers Robert Walser (1878–1956) und die Ausserrhoder Wohn- und Musikkultur. Die Themen geben verschiedene Zugänge zur Geschichte und Kultur des Kantons.

Robert Walser verbindet die Ausstellungsthemen mit einem eigenen Erinnerungsweg in Herisau. Der ganzjährig begehbare Robert-Walser-Pfad führt zu mehreren Lebensstationen und Erinnerungsorten des Schriftstellers. Dazu zählen der Walser-Brunnen, das Klinikareal am Krombach, sein Todesort am Rosenberg und seine Grabstätte. So lässt sich die literarische Spur nicht nur als Thema, sondern auch über mehrere Orte im Gemeindegebiet betrachten.

Eine weitere kulturelle Adresse ist das Figurentheater-Museum Herisau, das in einem historischen Gebäude im Zentrum untergebracht ist. Auch das Ortsbild selbst bietet Anknüpfungspunkte: In ganz Herisau finden sich Nussbaumtüren, barocke Fassaden, romantische Lauben und abgeschiedene Gärten als Zeugnisse der Vergangenheit. Für einen Besuch im Alten Rathaus Schwänberg gibt es ein festes Zeitfenster: Das Gebäude und seine Ausstellung können jeden ersten Sonntag im Monat von 14:00 bis 16:00 Uhr kostenlos besichtigt werden. Prüfen Sie den Termin vorab, wenn Sie den Besuch einplanen.

Ortsbild, Bahn und Brücken

Auch die Entwicklung des Orts lässt sich an konkreten Daten nachvollziehen. Nach 1835 veränderte intensive Bautätigkeit das Ortsbild stark. Bis 1910 entstanden die vom Zentrum wegführenden Poststrasse, Kasernenstrasse und Bahnhofstrasse; an Sägebach, Glatt und im Bereich Nordhalde entwickelten sich Industrieansiedlungen. Zur Eisenbahngeschichte gehören der 1875 im Zentrum eröffnete Bahnhof und das markante Viadukt über das Glatttal. Es wurde zwischen 1907 und 1910 für den heutigen Durchgangsbahnhof errichtet.

Am Rand der Gemeinde liegen gedeckte Holzbrücken im Kubel, im Hundwilertobel und im Wissenbachtobel. Ihre Firstbalken sind mit Sprüchen verziert. Die drei Standorte machen die Brücken zu unterschiedlichen Anlaufpunkten, statt zu einem einzigen Bauwerk im Ortskern. Wer sich für diese Art von Bauwerk interessiert, findet damit neben Museen und Ortsgeschichte ein weiteres Thema, das den Blick auf Herisau und seine Umgebung lenkt.

Spaziergänge und Wanderwege

Der Kulturpfad Herisau entstand 2005 unter Führung der Gemeinde als Rundgang für Einheimische und Touristen. Eine weitere Möglichkeit, Wege und Bauwerke zu verbinden, ist die Wanderung „Brücken im Appenzellerland“: Sie beginnt am Bahnhof Herisau, führt hinauf zur evangelischen Kirche und folgt von dort den Wegweisern der Route 22 „Kulturspur Appenzellerland“ bis zur Egg. Der Rückweg führt von der Haltestelle Riethüsli in Richtung St. Gallen oder Appenzell.

Für einen Spaziergang mit Aussicht bietet sich die Hügelkuppe zwischen der Poststrasse und der Bushaltestelle Egg an. Von dort eröffnen sich Blicke auf die Appenzeller Hügellandschaft und den Säntis. Der Spaziergang lässt sich mit einem Abstecher zum Aussichts- und Triangulationspunkt Lutzenland erweitern. Damit stehen eine kürzere Spaziergangsoption und eine Wanderung mit benannten Zwischenpunkten nebeneinander; die konkreten Wegziele geben Ihnen unterschiedliche Anhaltspunkte für die Tagesplanung.

Ein weiteres Ausflugsziel

Der Indoor-Spielplatz im Appenzeller Park umfasst 2.300 m². Vom Bahnhof Herisau fährt die Buslinie 175 in Richtung Ramsen bis zur Haltestelle Cilander. Von dort erreichen Sie den Park zu Fuss über das Viadukt und die Hölzlistrasse nach etwa 200 Metern. Prüfen Sie vor der Fahrt die aktuellen Verbindungen und Wegangaben. So lässt sich dieser Programmpunkt mit einer Anreise per Bus planen, während Museen, Ortsgeschichte und Spazierwege andere Schwerpunkte für den Aufenthalt setzen.

Weitere Reiseziele entdecken: Hundwil, Stein, Waldstatt, Urnäsch, Schönengrund, Schwellbrunn.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Hinterland.

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