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Trogen verbindet die Geschichte der Textilhandelsfamilie Zellweger mit Bauwerken, Ausstellungen und Wegen in die Landschaft. Für Ihren Aufenthalt können Sie zwischen Kulturstationen im Ort, dem Kinderdorf Pestalozzi und einer Etappe des Alpenpanoramawegs wählen. Die unterschiedlichen Themen machen es leichter, Trogen danach einzuschätzen, ob Sie vor allem Baugeschichte, Ortsgeschichte oder eine Wanderung suchen.

Baukultur und Zellweger-Geschichte

Die Reformierte Kirche Trogen wurde 1779–1782 von Hans Ulrich Grubenmann an der Stelle der früheren Pfarrkirche aus dem Jahr 1459 vollständig neu erbaut. Das Gemeindehaus entstand bereits 1760–1763: Johann Ulrich Grubenmann errichtete es als Wohn- und Geschäftshaus der Textilhandelsfamilie Zellweger. Die beiden Bauwerke stehen damit für unterschiedliche Kapitel der Ortsgeschichte.

Die Ausstellung «Jahrhundert der Zellweger» und die Hörpfade geben Einblick in Trogens Steinpaläste aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert und in die Prägung des Ortes durch die Textilhandelsfamilie. Die Hörpfade führen zum Gemeindehaus mit seinen Rokoko-Stuckaturen und zum Textilfoyer mit Stoffmustern. Im Laurenz-Zellweger-Zimmer geht es um die Bedeutung und Vernetzung der Familie. Führungen im Rahmen des «Jahrhunderts der Zellweger» ermöglichen zudem die Entdeckung von Innenräumen der Steinpaläste.

Weitere Einblicke in Trogens Geschichte

Wer neben der Bau- und Familiengeschichte ein anderes Thema kennenlernen möchte, findet im Schützenmuseum Trogen einen Einblick in die Geschichte des Schiesswesens im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Das Museum dokumentiert und archiviert dessen 400-jährige Geschichte. So stehen in Trogen unterschiedliche Zugänge zur Vergangenheit nebeneinander: von den Gebäuden und der Textilhandelsfamilie bis zur Geschichte des Schiesswesens im Kanton.

Trogen wurde erstmals 1168 erwähnt. Der Ortsname bezieht sich auf mehrere Brunnen und spiegelt sich im Wappen wider. Als Appenzell 1597 in die Halbkantone Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden geteilt wurde, wurde Trogen zum Verwaltungszentrum von Appenzell Ausserrhoden.

Landschaft und Alpenpanoramaweg

Trogen liegt auf 903 Metern Höhe, hoch über dem linken Ufer der Goldach am Nordfuss des Gäbris. Für eine Wanderung führt die zweite Etappe des Alpenpanoramawegs von Trogen nach Appenzell über zwei sanfte Hügel. Bei passenden Sichtverhältnissen reicht der Blick zum Säntis, zur Stadt St. Gallen, zum Bodensee und über das hügelige Appenzellerland.

Die Etappe bietet eine andere Art, Trogen zu erleben als die Kulturstationen im Ort: Statt einzelner Gebäude steht eine Strecke mit benanntem Start- und Endpunkt im Mittelpunkt. Die Aussicht hängt von den Bedingungen ab. Wenn Sie die Wanderung in Ihre Planung aufnehmen, berücksichtigen Sie daher, dass die Fernblicke nicht immer gleich gut zu sehen sind.

Kinderdorf Pestalozzi und Anreise

Das Kinderdorf Pestalozzi ist ganzjährig geöffnet und kostenlos zugänglich. Vor Ort gibt es ein Museum, Spiel- und Freizeitplätze sowie Grillstellen. Die interaktive Ausstellung erläutert die Entstehung des Ortes nach dem Zweiten Weltkrieg zur Aufnahme von Kriegswaisen, seine weitere Entwicklung und seine Ausrichtung auf Bildung und Kinderrechte. Damit ergänzt sie die Orts- und Baugeschichte um einen eigenen Blick auf die Geschichte und Arbeit des Kinderdorfs.

Vom Bahnhof Trogen führt ein ausgeschilderter, kinderwagentauglicher Weg in etwa zehn Minuten zum Kinderdorf. Trogen ist von St. Gallen aus mit der Appenzeller Bahn erreichbar; prüfen Sie vor der Fahrt den aktuellen Fahrplan. Da sich Zugangsregelungen ändern können, empfiehlt es sich auch, vor einem Besuch des Kinderdorfs die aktuellen Hinweise zu prüfen.

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