Reigoldswil liegt am hinteren Ende des Tals der Hinteren Frenke. Hier gehören lokale Sagen, Zeugnisse bäuerlicher Baukultur und die Landschaft bei Wasserfallen zu den unterschiedlichen Seiten eines Aufenthalts. Das Gemeindegebiet umfasst Tal- und Berglandschaften in Höhenlagen von 470 bis 1161 Metern; für den oberen Bereich wird der Schattberg im Passwangmassiv genannt. So verbindet der Ort Dorfgeschichte mit einem vielfältigen landschaftlichen Rahmen.
Sagenweg und Dorfgeschichte
Der Rifenstein-Sagenweg macht Sagen aus Reigoldswil als lokales Kulturgut sichtbar: Skulpturen und Informationstafeln begleiten den ganzjährig begehbaren Rundwanderweg. Der Startpunkt liegt beim Dorfmuseum an der Schmidtengasse. Für die Planung mit Kinderwagen ist die Wegführung wichtig: Die oberen Abschnitte 6 bis 9 verlaufen über Treppen; die übrigen Abschnitte sind mit einem Kinderwagen begehbar.
Im Dorfmuseum lernen Sie eine andere Seite der Ortsgeschichte kennen. Das Heimatmuseum «Im Feld» befindet sich im Erdgeschoss eines 1765 erbauten Bauernhauses. Seine Dauerausstellung vergegenwärtigt bäuerliches Leben vom 18. bis ins 20. Jahrhundert. Das Haus gilt als wertvoller Zeuge der bäuerlichen Baukultur im Kanton Basel-Landschaft und soll in das Kantonale Inventar der geschützten Kulturdenkmäler aufgenommen werden.
Auch die Dorfkirche und das Gebäude Im Chilchli erzählen von verschiedenen historischen Nutzungen. Die Kirche wurde 1562 am Fuss des Hoggenhübels eingeweiht. In ihrem Inneren befinden sich der Taufstein «Mutter und Kind» und das Gipsrelief «Ikarus», beide Werke des einheimischen Bildhauers Jakob Probst. Im Chilchli war ursprünglich eine Hilariuskapelle; von 1536 bis 1562 diente sie dem reformierten Gottesdienst und wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts in ein Wohnhaus umgewandelt. Mehrere Skulpturen Jakob Probsts zählen ebenfalls zu den Sehenswürdigkeiten Reigoldswils.
Ruine Rifenstein und Landschaft
Die gut erhaltene Burganlage Ruine Rifenstein gehört zur Gemeinde Reigoldswil. Ihr Bestand lässt sich an den Formen der Anlage ablesen: Zu ihr gehören ein Wohnturm und zwei Höfe, von denen viele Mauerreste erhalten sind. Die Ruine liegt auf einer steilen Felsnase zwischen Reigoldswil und Titterten und bietet einen Ausblick ins Tal. Damit stehen bei Rifenstein historische Bausubstanz und die Lage in der Landschaft nebeneinander.
Wasserfallen: Aktivitäten zu verschiedenen Jahreszeiten
Der Waldseilpark Wasserfallen liegt auf der Jurakette oberhalb von Reigoldswil, direkt bei der Bergstation der Luftseilbahn Reigoldswil–Wasserfallen. Wenn Sie den Park einplanen, prüfen Sie vorab den aktuellen Betrieb. Bei der Luftseilbahn können Sie ein Trottinett mieten und damit ins Tal hinunterfahren. Für die Nutzung gelten ein Mindestalter von 10 Jahren und eine Mindestgrösse von 135 Zentimetern; jüngere oder kleinere Kinder müssen mit einer erwachsenen Person mitfahren. Da Mietmöglichkeiten und Teilnahmebedingungen sich ändern können, lohnt sich eine Prüfung vor dem Besuch.
Im Winter stehen bei Wasserfallen andere Aktivitäten im Vordergrund: Die Hügellandschaft lässt sich mit Schneeschuhen oder auf Winterwanderwegen erkunden. Der Vergleich mit dem Sagenweg ist für die Jahreszeitplanung hilfreich: Dieser ist ganzjährig begehbar, während Schneeschuh- und Winterwanderungen ausdrücklich zum Winterangebot gehören. Für die Anreise zur Talstation fährt der Bus Nr. 70 von Liestal bis zur Haltestelle «Reigoldswil Dorfplatz»; der weitere Weg ist gut ausgeschildert. Prüfen Sie den Fahrplan vor der Anreise.
Reigoldswiler Bräuche
Wer sich für gelebte Dorftraditionen interessiert, findet mit dem Eierlesen und dem Banntag zwei unterschiedliche Anlässe. Das Eierlesen findet am Sonntag nach Ostern statt. In verschiedenen Gruppen und Varianten werden Eier über den Primarschulhausplatz transportiert; anschliessend sind alle zum geselligen «Eierdätsch» eingeladen.
Der Banntag wird weiterhin von Reigoldswilerinnen und Reigoldswilern sowie von auswärtigen Gästen gefeiert, allerdings nicht mehr in seinem ursprünglichen Kontext. Jährlich wechseln sich die beiden Rotten Wasserfallen und Widentäli ab; nach zwei Jahren ist der gesamte Reigoldswiler Bann abgelaufen. Diese Abfolge gibt dem Anlass einen eigenen Rhythmus und unterscheidet ihn von den fest mit dem Osterkalender verbundenen Bräuchen.
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