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Madiswil verbindet die lange Geschichte der Wässermatten mit historischen Wegen, kirchlicher Kunst und einem jährlichen Herbstanlass. Für die Reiseplanung stellt sich zuerst eine einfache Frage: Soll die Rüebenchilbi den Termin bestimmen, oder möchten Sie sich vor allem für Kulturlandschaft, Ortsgeschichte und Wanderungen interessieren?

Rüebenchilbi im Oktober

Die Rüebenchilbi findet jährlich am letzten Oktoberwochenende von Freitag bis Sonntag statt. Zum traditionellen Programm gehört ein Chilbi-Markt am Sonntag ab 9.30 Uhr. So können Sie den Aufenthalt an dem Wochenende ausrichten, ohne sich allein auf die wiederkehrende Terminregel zu verlassen.

Wässermatten: Landschaft und gemeinschaftliche Tradition

Die Wässermatten bewahren die genossenschaftliche Kulturform der Wiesenbewässerung und Düngung, die früher im Schweizer Mittelland verbreitet war. Die Praxis lässt sich bis ins 9. Jahrhundert zurückverfolgen. Madiswil gehört zu den Orten der Oberaargauer Wässermattenlandschaft. 1983 wurden die Wässermatten als BLN-Objekt 1312 in das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgenommen. Damit lässt sich die Landschaft zugleich als Natur- und Kulturerbe verstehen: Neben den Wiesen steht eine gemeinschaftlich organisierte Bewirtschaftungsform im Mittelpunkt.

Historische Wege, Wanderungen und Velotouren

Der Linksmähderpfad ist ein historischer Rundgang durch Madiswil. Tafeln erläutern entlang der Route die jeweiligen Objekte. Für Gruppen können Führungen organisiert werden; stimmen Sie den Termin dafür vor der Anreise ab.

Die eigens entwickelten 16er-Linden-Bikerouten führen zu vier Linden in Gutenburg, Kleindietwil, Leimiswil und Madiswil. Sie verbinden Radfahren mit Natur und Geschichte: Die seit 1988 als lebendige Erinnerung an das Regiment gepflanzten Linden stehen dabei im Zentrum. Die Routen sind für alle Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer geeignet.

In Madiswil und Umgebung reichen Spaziergänge und Wanderungen von leichten Rundgängen bis zu anspruchsvolleren Touren. Eine konkrete Möglichkeit ist die etwa 8,5 Kilometer lange, mittelschwere Wanderung Melchnau–Hochwacht–Madiswil. Die Hinfahrt führt mit dem Bus von Langenthal nach Melchnau, zurück geht es mit der Bahn von Madiswil nach Langenthal. Prüfen Sie die Fahrpläne passend zu Ihrem Reisedatum. Vom Aussichtsturm Hochwacht gibt es Ausblicke auf die Hügellandschaften des Oberaargaus und des Emmentals sowie auf das Napfgebiet, das Aaretal, die Jurahöhen und die Alpen.

Eine weitere Wanderung, «Idyllische Wanderung durchs Mittelland», führt über Weiden und einen Waldweg ins Dorf Madiswil. Saisonale Wegverhältnisse können variieren.

Kirche und literarische Ortsgeschichte

Die reformierte Kirche wurde 1779 nach sechs Vorgängerbauten errichtet. Zu ihrer Ausstattung gehören eine Kanzel aus Nussbaumholz und ein Taufstein aus Marmor. Charakteristische Farbfenster zeigen 16 Stationen und Symbole von der Schöpfung bis zu den Evangelisten; entworfen wurden sie vom Glasmaler Max Brunner.

Eine andere Seite der Ortsgeschichte zeigt die Alte Dorfschmitte: Dort lebte, arbeitete und dichtete der Madiswiler Schmiedemeister und Ehrenbürger Jakob Käser (1884–1969). Er schrieb Erzählungen und Gedichte in einem eigenständigen Oberaargauerdeutsch. Zu den dort entstandenen Büchern zählen «Oberaargauerlüt» und «Fyrobe» – eine Verbindung von Handwerk, Dialekt und Literatur.

Übernachten und saisonal essen

Der Landgasthof Bären befindet sich in einem historischen Riegelhaus und verfügt über elf Hotelzimmer. Sein Weinkeller stammt aus dem Jahr 1646 und dient als Ort für Apéros oder Degustationen mit Essensbegleitung. Der Landgasthof serviert saisonale Gerichte, die überwiegend aus frischen Produkten aus der Region zubereitet werden.

So können Sie die Wahl des Reisezeitpunkts an einem Festwochenende, einer Wanderung oder Ihrem Interesse an Ortsgeschichte ausrichten und die Übernachtung separat planen.

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