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Leuzigen vereint Dorfgeschichte mit einer Wanderung, die von Lohn-Ammannsegg über Hügel und durch den Leuzigenwald ins Aaretal führt. Für die Wahl des Reiseziels bietet sich eine konkrete Abwägung: Soll Ihr Aufenthalt vor allem den Ausstellungen und der Kirchenbaugeschichte gelten, oder stehen Wanderung, Aarelandschaft und eine Fährfahrt im Vordergrund? Museum und Kirche erschliessen die Ortsgeschichte; Wanderroute und Fähre bieten unterschiedliche Möglichkeiten, die Landschaft zu erleben.

Dorfmuseum und Ortsgeschichte

Das Dorfmuseum befindet sich im «Turm», einem markanten Gebäude, das 1662 als eines der ersten Landschulhäuser im Kanton Bern eingeweiht wurde. Eine ständige Ausstellung gibt es nicht: Die Themen wechseln jährlich und die Ausstellung wird jeweils vollständig neu gestaltet. In bisher sechzehn Ausstellungen ging es unter anderem um Landwirtschaft, Waschen und Backen, den Zweiten Weltkrieg, Vereinsleben, Malkunst und Dorftheater. Auch Aus- und Einwanderung, Sammlungen sowie Drehteilefabrikation gehörten dazu.

Führungen lassen sich auf gewünschte Themenschwerpunkte und das verfügbare Zeitbudget zuschneiden. So können sowohl die Auswahl des Themas als auch der zeitliche Rahmen bei der Planung des Museumsbesuchs eine Rolle spielen. Zur Dorfgeschichte gehören auch zwei Grossbrände im Jahr 1832: Am 7./8. April zerstörte ein Feuer 13 Häuser und Scheunen; am 11. September fielen bei einem weiteren Grossbrand vier Häuser und eine Schmiede den Flammen zum Opfer. Nach einem Dorfbrand, bei dem der kleine Turm und die alte Glocke zerstört wurden, erhielt das Turmschulhaus 1833 einen neuen, grösseren Turm.

Kirche: Baugeschichte und Glasgemälde

Die Reformierte Kirche, ehemals St. Johannes der Täufer, war ursprünglich eine dem heiligen Johannes dem Täufer geweihte Prioratskirche der Cluniazenser. Die romanische Kirche St. Johann erhielt 1521 ein neues Altarhaus mit einem nicht eingezogenen, dreiseitigen Polygonalchor. Nicht eingezogen bedeutet hier, dass der Chor nicht schmaler als das Kirchenschiff ist. Sechs Glasgemälde aus den Jahren 1519 bis 1539 befinden sich in der Kirche; vermutlich stammen sie von Jakob Wyss. Widmung, Bauform und Glasmalereien zeigen verschiedene Aspekte der Kirchengeschichte, die sich bei einem Besuch gedanklich voneinander unterscheiden lassen.

Aarelandschaft und Wanderwege

Eine kantonale Flussuferplanung von 1985 ordnet den Aareabschnitt Arch–Leuzigen als besonders wertvolles Relikt der alten Flusslandschaft ein. Das Gebiet Hole bietet eine schöne Aussicht auf das Dorf Leuzigen und die Aareebene. Bei Dürner/Hofmatt stehen der Erhalt von Land- und Wasserlebewesen sowie offener Wasserflächen im Mittelpunkt. Zu den Zielarten zählen die Geburtshelferkröte, die Uferschwalbe und der Grosse Blaupfeil. An der Bahnböschung und auf dem ehemaligen Bahnhofgelände soll ein Trockenstandort als Lebensraum für Pflanzen und Tiere erhalten und aufgewertet sowie vor Verbuschung geschützt werden.

Die Halbtageswanderung von Lohn-Ammannsegg bis Leuzigen führt über Hügel und durch den Leuzigenwald ins Aaretal. Sie ist eine angenehme, wenig anstrengende Tour. Zunächst reicht der Blick ins Emmental; beim Austritt aus dem Leuzigenwald öffnet sich die Aussicht ins Aaretal und zum Jura. Im Dorf führt die Route direkt aus dem Wald, überquert bei der Kirche die Hauptstrasse und folgt anschliessend dem nordwärts zum Bahnhof führenden Weg. Damit verbindet die Wanderung einen klaren Zeitrahmen mit mehreren Landschaftsblicken.

Die Aare-Fähre zwischen Leuzigen und Altreu bietet eine Überquerung, die einen langen Umweg erspart, und nimmt Fahrräder sowie Kinderwagen mit. Sie ermöglicht ausserdem kleine Kreuzfahrten sowie Fondue- oder Apérofahrten. Im Vergleich zur Halbtageswanderung steht hier die Flussquerung oder eine Fahrt auf der Aare im Mittelpunkt. Prüfen Sie vor einer Planung mit der Fähre den Fahrplan.

Weitere Reiseziele entdecken: Pieterlen, Büren An Der Aare, Oberwil Bei Büren.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Büren.

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