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Eggiwil zeigt zwei unterschiedliche Seiten des oberen Emmentals: grüne Hügellandschaft mit tiefen Schluchten und eine Baukultur, die auf dem Haus- und Brückenweg sichtbar wird. Für Ihre Planung lohnt es sich, Naturerlebnisse und historische Orte als verschiedene Schwerpunkte zu betrachten. So können Sie entscheiden, ob Ihre Zeit eher den Wegen durch die Landschaft, der Baugeschichte oder beidem gelten soll.

Schluchten, Hügel und Wanderwege

Das Räbloch ist eine natürliche Formation in der Emmeschlucht. Die Schlucht entstand unter Gletschereis; ihre tiefsten schluchtartigen Abschnitte sind 40 bis 70 Meter tief. Vom Naturschutzgebiet Steinmösli führt ein gut gesicherter Wanderweg in etwa 20 Minuten zur Naturbrücke im Räbloch. Da sich Wegbedingungen ändern können, prüfen Sie diese vor dem Besuch. Wer lieber auf einen Aussichtspunkt zielt, kann den Wachthubel aus verschiedenen Richtungen erwandern. Von dort reicht der Blick auf das Alpenpanorama der Schweiz und die weitläufigen Hügelzüge des Emmentals.

Auch die Hohlenfluh zeigt eine andere, stärker an den Weg gebundene Seite der Landschaft: Ein Haus und Stallungen schmiegen sich hoch über dem Bärbach an den Felsen und liegen unter einem natürlichen Nagelfluhüberhang. Die Hohlenfluh liegt an einem nicht markierten Fussweg; dieser wird auf eigene Gefahr begangen. Prüfen Sie die Wegbedingungen vor einem Besuch.

Auf dem Rämisgummen verändert sich der Reiz mit der Jahreszeit. Nach der Schneeschmelze bilden Tausende Krokusse einen violett-weissen Blumenteppich. Je nach Wetter ist dieses Naturschauspiel nur wenige Tage zu sehen. Die Alp Rämisgummen erstreckt sich zwischen den Oberläufen von Emme und Ilfis auf 1.200 bis 1.300 Metern Höhe und umfasst 130 Hektar. Von Eggiwil aus ist sie mit dem Auto oder über eine Wanderung erreichbar; die Bedingungen auf den Wegen können sich ändern.

Holzbrücken und Baukultur

Der Eggiwiler Haus- und Brückenweg ist ein Wanderweg auf den Spuren der Wohn- und Baukultur. Er führt an historischen Bauernhäusern und gedeckten Holzbrücken vorbei, die von einer früh entwickelten Zimmermannskunst zeugen. Praktisch die gesamte Strecke lässt sich auch mit dem Bike befahren. So können Sie die Bauwerke zu Fuss oder, für den grössten Teil des Weges, mit dem Velo erkunden.

Zu den Gebäuden am Weg gehören das Gemeindehaus, ein ehemaliges Schulhaus aus dem Jahr 1908, und das Baschihüsi. Dieses Wohnhaus von 1796 ist für seine qualitativ hochstehende, unverfälscht erhaltene Zimmermannsarbeit bekannt. Das Salzhaus stammt aus dem Jahr 1822 und diente später als Postablage sowie für den Salzverkauf. Die Horbenbrücke wurde 1834 erbaut und gehört zu den ältesten Bogenbrücken.

Auch die Kirche Eggiwil bietet konkrete Anhaltspunkte für einen Blick auf die Baugeschichte. Hans Isenmann errichtete sie zwischen 1630 und 1632, angeblich nach Plänen des Berner Münster-Baumeisters Daniel II Heinz. Zur Ausstattung gehören eine einfache Kanzel von Kaspar Zaugg mit reich intarsiertem Kanzelhut, Glasgemälde von Albin Schweri (1931), Leo Steck (1953) und Fred Stauffer (1967) sowie ein Taufstein von 1868.

Handwerk lässt sich in Eggiwil auch mit dem Alphorn verbinden. In Bachmanns Alphornmacherei werden seit 1925 Alphörner hergestellt; der Betrieb wird in dritter Generation von Walter Bachmann geführt. Besuchergruppen werden nach Voranmeldung und Reservation empfangen. Auf Anmeldung führt die Alphornmacherei in die Kunst des Alphornbaus ein; am Kursort in Eggiwil wird ausserdem ein zweitägiger Kurs im traditionellen Alphornspiel angeboten. Prüfen Sie vor Ihrer Planung die Kurstermine und Verfügbarkeit.

Weitere Aktivitäten und Anreise

Fürs Biken gibt es neben dem Haus- und Brückenweg viele Hoferschliessungsstrassen und Forstwege abseits des grossen Verkehrs. Auf den Höhen von Hohwacht, Blapbach, Rämisgummen, Pyffer und Wachthubel gibt es individuell anspruchsvollere Bikerouten. Am Schachenweg entlang der Emme finden Familien eine weitere Möglichkeit: Er eignet sich besonders für sie und wird nur von Anstössern befahren. Als andersartige Aktivität gibt es in Eggiwil eine 18-Loch-Minigolfanlage, die als einzige Filzbahn der Region gilt.

Auch der Jahreslauf bringt unterschiedliche Anlässe und Aktivitäten mit sich. Der Eggiwiler-Märit besteht seit über 100 Jahren und findet zweimal jährlich statt, jeweils im Frühling und im Herbst. In Netschbühl lässt sich bei Winterwetter und schöner Aussicht ein Skitag verbringen; der Bügelskilift ist etwa 1,5 Kilometer lang. Krokusblüte, Markt und Wintersport setzen damit unterschiedliche zeitliche Akzente, während der Haus- und Brückenweg eine Wahl zwischen Wandern und Velofahren bietet.

Mit dem Bus führt die PostAuto-Schallenberg-Linie 252 von Escholzmatt über Marbach, Schangnau, Eggiwil und Röthenbach i. E. bis nach Steffisburg und Thun. Von der Bahnstation Signau fährt der Bus B271 in Richtung Röthenbach im Emmental bis zur Haltestelle Eggiwil, Dorf. Fahrpläne können sich ändern; prüfen Sie die Verbindung vor der Reise. Wenn Sie mit dem Auto zu einer Wanderung ab Eggiwil aufbrechen, kann das Fahrzeug auf dem Gemeindehausparkplatz abgestellt werden.

Für die Auswahl Ihres Schwerpunkts sind die Unterschiede besonders hilfreich: Der Haus- und Brückenweg richtet den Blick auf Gebäude und Zimmermannskunst, während Räbloch und Wachthubel für Schluchtlandschaft und Aussicht stehen. Wenn Sie ein saisonales Naturerlebnis einplanen, hängt die kurze Krokusblüte von Schneeschmelze und Wetter ab.

Weitere Reiseziele entdecken: Langnau Im Emmental, Trubschachen, Oberfrittenbach, Schangnau, Lauperswil, Röthenbach Im Emmental, Zollbrück, Signau.

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