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Uetendorf lässt sich über sehr unterschiedliche Ortsgeschichten entdecken: Das Römerbrüggli und der Eichberg erzählen von Baukunst und früherer Wasserversorgung, während Wege und Landschaft die Aare in den Blick rücken. Der Name Römerbrüggli ist dabei kein Hinweis auf römischen Ursprung. Das Aquädukt aus Bruchsteinmauerwerk mit Tuffsteinbrüstung entstand um 1800 im Auftrag von Karl von Fischer. Es überquert den Amletenbach in drei Stichbögen und wurde für zwei Tonröhrenleitungen zur nahe gelegenen Campagne Eichberg erbaut. Heute ist nur noch eine dieser Leitungen intakt. Diese Verbindung von Bauwerk und Wasserführung gibt dem Besuch einen konkreten historischen Schwerpunkt.

Baukultur und Geschichte am Eichberg

Die Campagne Eichberg aus den Jahren 1792/93 war ein Landsitz der Berner Patrizierfamilie von Fischer. Die Familie besaß bis 1832 das Postmonopol in der Republik Bern. Ein weiteres Bauzeugnis ist der Eichbergstock, der 1790 nach Plänen von G. von Fischer entstand. Der zweigeschossige Herrenstock zeigt klassizistische Formen und Ansätze zu einer Cour d’honneur. Südseitig liegt eine Gartenanlage mit halbrundem Abschluss und Bucheparterres. Der Brunnen der Campagne Eichberg darf besichtigt werden; Gebäude und Gärten befinden sich dagegen auf Privatgrund. Richten Sie Ihren Besuch daher auf den Brunnen und respektieren Sie die privaten Bereiche.

Auch andere Gebäude zeigen unterschiedliche Bauformen und Nutzungen. Das Tätschhaus im Hölzli entstand im 18. Jahrhundert als Haus eines ehemaligen Kleinbauern und Arbeiters. Unter seinem schwach geneigten Satteldach liegen eine kleine Wohnung und ein bescheidener Stall. Das flach und breit wirkende Gebäude ist von Elementen des oberländer Bauernhauses geprägt. Der Alte Konsum stammt von 1906: Der verputzte Riegbau besitzt einen Quergiebel, eine Lukarne und Lauben mit zwei kunstvollen Verzierungen im Schweizer Holzstil. In der Mitte der Frontfassade befindet sich eine oktogonale Zierform mit der Inschrift „VIRIBUS UNITIS“ – „Mit vereinten Kräften“. Da das Gebäude heute als Wohnhaus genutzt wird, steht seine äußere Gestaltung im Vordergrund.

Die Kirche Uetendorf wurde 1956 von Edgar Schweizer im Stil der alten Berner Landkirchen erbaut. 1957 besuchte Albert Schweitzer Uetendorf anlässlich der Einweihung der Orgel. Die uetenDORFkulturTAGE bringen der Bevölkerung im Dorf alle paar Jahre die Kultur der Region näher.

Wege und Aarelandschaft

Für eine Wanderung mit benannten Eckdaten bietet sich die Berg-Route an: Sie ist 7,1 Kilometer lang und weist 235 Höhenmeter auf. Die Allmend-Route beginnt am Bahnhof Uetendorf Allmend. Der Franzosenweg erinnert an die verstorbenen Soldaten der Bourbaki-Armee. Sein Verlauf führt am Bahngleis unter der Autobahn weiter und über einen Waldpfad zur Aare. Anschließend geht es auf einer Waldstraße bis zu einer Abzweigung kurz vor dem Aaredamm. So lassen sich die Routen anhand ihrer jeweils bekannten Merkmale unterscheiden, ohne sie zu einer gemeinsamen Strecke zusammenzufassen.

Die Aare-Landschaft Thun-Bern am Rand von Uetendorf steht seit 1964 unter Naturschutz und ist im Bundesinventar der Landschaften von nationaler Bedeutung aufgeführt. Dort bildet die Aare eine geradlinige Grenze zwischen Uetendorf und Heimberg. Ein weiterer benannter Aareabschnitt ist „Oberi Au Uttigen“: Er ist rund zwei Kilometer lang und reicht von der ARA-Brücke in Uetendorf bis zur Gemeindegrenze von Kiesen oberhalb der SBB-Brücke. In einem Wald liegen außerdem Gneisfindlinge etwa 30 Meter nördlich des Sträßchens. Sie stammen aus dem Aarmassiv und wurden am Ende der letzten Eiszeit von einem zurückweichenden Gletscher auf der damals unbewaldeten Moräne zurückgelassen. Drei der Blöcke stehen unter staatlichem Schutz. Eine geschützte Magerwiese mit ihrer Blumenpracht ist für Wanderer und Insekten wertvoll.

Auch ein geografischer Sonderpunkt liegt in der Gemeinde: Auf einem Feld mit dem Flurnamen Silbermoos befindet sich im Kanton Bern der grenzfernste Punkt der Schweiz. Seine Koordinaten sind 2 610 170 / 1 181 300.

Badezeiten und regionale Küche

Das Hallenbad Riedern ist in der Saison 2026/27 vom 12. Oktober 2026 bis zum 9. April 2027 für öffentliches Baden geöffnet. Die Badezeiten sind montags und freitags jeweils von 18.30 bis 21.30 Uhr. Wenn Sie den Badbesuch einplanen, prüfen Sie diese konkreten Wochentage und Zeiten. Das öffentliche Restaurant Alpenblick bei der Stiftung Uetendorfberg wurde 2013 in Betrieb genommen und ist mit regionalen Speisen verbunden. So können Sie für Ihren Aufenthalt unterschiedliche Schwerpunkte setzen: Baugeschichte, eine benannte Wanderroute, Aarelandschaft oder den saisonalen Badebetrieb.

Weitere Reiseziele entdecken: Uebeschi, Heiligenschwendi, Unterlangenegg, Heimberg, Schwanden Ob Sigriswil, Goldiwil (Thun), Steffisburg, Hilterfingen.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Thun.

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